Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Noch einmal Putin Sonntag, 22. Juni 2014

Filed under: Russland — peet @ 14:12 Uhr
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Der russische Präsident Wladimir Putin versucht gerade, den dritten Weltkrieg pünktlich zum traurigen Jubiläum des Ersten Weltkriegs anzuzünden. Es ist die Zeit, ihn einmal mehr auszulachen, denn die Zeit der Argumente scheint vorbei zu sein. Ich bringe die Fotos nach dem Prinzip “looks like” zusammen, die ich ergoogelt habe:

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Das war das Jahr 2013 (Link).

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Das war das Jahr 2014 (Link).

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Das war das Jahr 2013 (Link).

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Das war für Spieler unter uns (Link).

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Und das – für die Filmliebhaber (Link).

Und zum Schluss noch der lüsterne Putin gar zweimal:

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Merkel – Steinbrück 1:0 Montag, 2. September 2013

Die deutschen Medien, wie man sie kennt, manipulieren das Resultat und den Verlauf der Debatte zwischen Merkel und Steinbrück.

Merkel musste sich gegen den Widerling Raab und ständige Versuche, sie zu unterbrechen, behaupten. Sie war zuerst verblüfft ob der schlechten Manieren, fand sich dann wieder und konterte mit ihrem typischen strahlenden Lächeln. Sie war auch erstaunlich zugewandt in ihrer Körpersprache und dem gut gemeisterten “wir” gegenüber Steinbrück, dessen Mimik ziemlich unangenehm wirkte.

Inhalte transportierten die beiden, wie man sie schon kennt. Die Fehler Merkels sind seit je bekannt, sie ist darin zuverlässig. Steinbrück ist in seiner Demagogie unberechenbar und sein Versprechen, so viel wie möglich zu verändern, wird nur die die linke Medienszene begeistern.

Von den Moderatoren benahm sich als einziger nur Peter Klöppel anständig.

Eigentlich sollte ich hier alle verlinken, die die andere Meinung vertreten und mich auf diese Weise dazu bringen, das hier überhaupt zu schreiben. Dazu bin ich aber zu faul.

 

Deutsche Humanisten gegen Israel Dienstag, 7. Mai 2013

Antisemitische Tendenzen bei der “Telepolis”-Seite sind kein Novum. Dass sich humanistisch gerierende Atheisten etwas gegen die Juden haben, hat sich spätestens seit der unheilvollen Beschneidungsdebatte gezeigt. Und doch ist ein Interview, das Michael Schmidt-Salomon, ein führender Kopf der humanistischen Bewegung in Deutschland, einem Alexander Dill bei “Telepolis” gegeben hat, eine bemerkenswerte Quelle. Da steht u.a.:

Mehrere islamische Organisationen in Deutschland wurden verboten, weil sie zur Unterstützung von Gewalt aufriefen. Müsste so ein Verbot nicht auch für andere Organisationen, etwa für den Zentralrat der Juden in Deutschland, gelten, der doch öffentlich die Unterstützung für Rassismus und gezielte Tötungen in Israel fordert?

Michael Schmidt-Salomon:  Ich bin zwar mit manchen Verlautbarungen des Zentralrats der Juden ganz und gar nicht einverstanden und denke auch, dass er die liberalen und säkularen Juden in Deutschland nur höchst unzureichend vertritt, sehe aber beim besten Willen keinen vernünftigen Grund dafür, den Zentralrat zu verbieten.

Mit Ihrer Frage spielen Sie ja wahrscheinlich darauf an, dass der Zentralrat der Juden die Politik Israels im Nahostkonflikt unterstützt. Das ist ein sehr komplexes Thema, das man nicht mit ein paar einfachen Sätzen abhandeln kann. Eine Anmerkung dazu möchte ich mir dennoch erlauben: Meines Erachtens zeigt der Nahostkonflikt sehr deutlich, welch verheerende Folgen es haben kann, wenn vermeintliche Gruppenidentitäten im Zentrum der Politik stehen – statt die Interessen der Individuen. Glücklicherweise melden sich aber sowohl unter den Israelis als auch unter den Palästinensern zunehmend Menschen zu Wort, die dieses verhängnisvolle Ingroup-Outgroup-Denken durchbrechen. Ich verweise hier nur auf das bahnbrechende Buch von Shlomo Sand “Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand”.

Ein Menschenfreund bekommt eine aggressiv antisemitische Frage, er bleibt höflich. Die Frage basiert auf der Äquidistanz, die Antwort folgt dieser Prämisse. Islamisten gleich Juden, Israelis gleich Palästinenser. Schmidt-Salomon steht darüber und weiß aufgrund seiner antisemitischen Lektüre über alles Bescheid. Schmidt-Salomon in den Armen von Shlomo Sand. Und alle beide serviert von “Telepolis”: Ist das nicht rührend?

 

Wo sind cartoons zum russischen Putin-gegen-Kinder-Gesetz? Sonntag, 30. Dezember 2012

Ich bitte um Verweise, bis jetzt konnte ich keine Karikaturen zum Thema finden.

Nur ein Paar schöne Arbeiten wie zum Beispiel:

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Der Text dieser Silvesterkarte lautet:

“Es soll alles Schlechte im Neuen Jahr weggehen!”

Oder:

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Zum Thema des widerlichen Gesetzes kann ich das erschütternde Buch von Ruben Gallego “Weiß auf Schwarz” als Lektüre empfehlen (in einer leider unprofessionellen Übersetzung ins Deutsche):

 

Beschnittener Optimismus Mittwoch, 15. August 2012

Die Debatte über die Beschneidung will kein Ende haben, grausig. Die TV-Talkshow bei Maischberger und das mediale Echo darauf will ich hier kurz zusammenfassen.

Die Sendung wurde von einer erfahrenen und im positiven Sinne neutral wirkenden Moderatorin gut geführt, alle Teilnehmer zeigten sich wie sie sind, es war leicht, eine eigene Meinung über Personen und Inhalte zu bilden. Eine bessere Arbeit als Anne Will hat Sandra Maischberger auf jeden Fall geleistet. Das ist der Pluspunkt. Ansonsten, wie mediale Reaktionen es zeigen, bleibt es weiterhin eine Schande, dass die deutsche Debatte so intolerant gegenüber der immer noch fremden und immer noch unbekannten Kultur geführt wird. Darin hat Dieter Graumann Recht: Die Debatte ist “viel schädlicher als alle Beschneidungen”. Mein Wort!

Unzählige meist antisemitische Kommentare sind die Folge. So bei der WAZ, wo nur eine dapd-Meldung publiziert wird, so auch bei der “Frankfurter Rundschau”, wo das Thema gleich zweimal am selben Tage angeschnitten wird. Bei der korrekten Besprechung der Sendung durch Torsten Wahl:

Einen großen Toleranztest nannte Zentralratschef Graumann abschließend die Diskussion – viel Toleranz haben die Befürworter der Beschneidung in dieser Sendung nicht erfahren.

So auch bei dem starken, fast schon kampflustigen Text von Christian Bommarius, der die klare Parallele zwischen dem “Stürmer”-Antisemitismus und der aktuellen Debatte aufdeckte:

Es ist natürlich schön, dass die Deutschen ihre Haltung zu den Menschenrechten derart modifiziert haben, dass sie heute glauben, den Juden darin Unterricht erteilen zu können.

Noch schöner wäre es, ihnen würde bewusst, wie lächerlich und beschämend ausgerechnet in Deutschland – als einziger Demokratie der Welt – ein Beschneidungsverbot wäre. Es wäre ein Triumph hochnäsiger Geschichtsvergessenheit.

Christian Geyer hat in der FAZ die Sendung zum Anlass genommen, die Religion per se zu verteidigen. Deswegen für ihn ist das

Eine lohnende Beschneidungsdebatte.

Weil es zeigen lässt, in Deutschland sei

ein präpotenter Ton gegenüber Gläubigen eingeschlichen, der sich selbst bloßstellt und dringend zurückgenommen werden sollte.

Negativ beurteilt die Sendung Tim Slagmann in der “Welt”, er macht kein Geheimnis aus seiner eigenen Position gegen die Beschneidung überhaupt:

Verbissen diskutierten die Gäste bei Maischberger – ohne sich Argumenten zu öffnen. […] Andererseits war es erstaunlich, wie sehr sich die Diskutanten in ihren je eigenen Aspekten verloren, um Kontrahenten dann umgekehrt vorzuwerfen, diese sähen das Wesentliche, Gesamte, Andere der Debatte nicht. Graumann etwa wiederholte, die Beschneidung sei das Fundament des jüdischen Glaubens. Seit Jahrtausenden, fertig, Punkt.

Die Mühe, diese Bedeutung zu erläutern, herzuleiten oder sie gar für eine historisch-kritische Lesart zu öffnen, machte Graumann sich nicht. Warum man die Heranwachsenden nicht selbst entscheiden lassen könnte, mit 16 oder 18 Jahren?

Necla Keleks Meinung fand Tim Slagmann dagegen “durchaus schlüssig”. Und er fand sich selbst mutig bei der Fragestellung, “ob da nicht wieder einmal gegen das Volk regiert werde.”

Noch mehr von der vox populi kann man bei einer Blogreaktion lernen, in der ein Jürgen Bakos es auf den Punkt willig bringt, worum es der gesunden Volksgemeinschaft geht, nämlich:

Warum sind Frau Maischberger und Frau Will nicht in der Lage, die entscheidende Frage zu stellen? Nämlich ob es die Beschneidungsfreunde einen Dreck interessiert, was das Volk des Landes, in dem sie leben, darüber denkt?

So schreibt er auch geradeheraus, was er bei Christian Bommarius vermisst, nämlich:

einen Willen der Gemeinschaft wenigstens in Betracht zu ziehen.

Eine bemerkenswerte Reaktion ist auch von einem türkischstämmigen Blogger Akın Ruhi Göztaş bei Turkishpress (Link) zu lesen. In einem dialektal gefärbten Deutsch wird hauptsächlich Necla Kelek fertig gemacht und Dieter Graumann gleichzeitig wohlwollend gelobt:

Der sogenannte Jude hat allen gezeigt, wie es geht. […]  diese können sich seit jeher sehr gut präsentieren.

Offensichtlich ohne Ironie gemeint. Das sind Blüten der Beschneidungsdebatte. Deutschland kann man dazu gratulieren. Auch zu den unsäglichen Beiträgen von Necla Kelek und Christa Müller in dieser Sendung. Man wird mehr und mehr zur “Komikernation”. Wie wahr!

 

Schwäbische Zeitung weiß über die Beschneidung Bescheid Dienstag, 7. August 2012

Der Titel des neuesten Artikels zur Beschneidungsdebatte ist eine Perle für sich:

 Auch im Schussental fällt die Vorhaut dem Messer zum Opfer

Schwäbische Zeitung hat damit kein Problem. Ihre Leser verstehen den Wink und übernehmen den Ball (Link):

Wenn es hier eine Straftat ist, selbst wenn im Ausland begangen, hoffe ich das sie hier bestraft wird.

Der Autor des Artikels heißt Philipp Richter. Ich hoffe, er kann damit zufrieden sein.

 

 

Zwei Küsse im Leben eines Wladimir Putin

Filed under: Politik,Russland,YouTube — peet @ 13:50 Uhr
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Wladimir Putin folgt in seiner öffentlichen medialen Rolle einem bestimmten inneren Bild von sich. Hier ist er ein Übervater, der seine Männlichkeit ausspielt:

Und hier ein bescheidener Politiker, der seine Männlichkeit auch mit der geballten Faust zu verteidigen weiß:

Der Zar und seine Männlichkeit, eine Bande oder eine Gang oder eine Klique mit ihren Ritualen um ihr Alpha-Tier. Spannend!

 

 
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