Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Reuters meldet, und? Montag, 5. September 2005

Einsortiert unter: Deutschland,Medien,Politik — peet @ 18:27 Uhr
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Nach dem beeindruckenden TV-Duell Schröder-Merkel gehen Meinungen total auseinander. Unter vielen mehr und weniger sagenden Bewertungen macht eine Reuters-Meldung auf sich aufmerksam:

“Die SPD warf Merkel zudem vor, sie habe zu Unrecht die Einführung des Anspruchs auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren als ihren Erfolg als Ministerin für Frauen und Jugend in den 90er Jahren bezeichnet. “Bei der Schlussabstimmung über das Schwangeren- und Familienhilfegesetz hat Frau Merkel ihre Stimme verweigert. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz wurde von einer überparteilichen Mehrheit gegen den Widerstand der damaligen Jugendministerin Merkel durchsetzt”, erklärte Familienministerin Renate Schmidt (SPD). “Frau Merkel will ihre beschämende Rolle kaschieren und schmückt sich heute mit fremden Federn.” Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier erklärte, das Gesetz sei zudem erst ab 1996 umgesetzt worden, als Merkel nicht mehr Frauenministerin war.

Merkel hatte laut Protokoll des Bundespresseamts im TV-Duell gesagt: “Als der heutige Bundeskanzler noch Ministerpräsident war, hat er Familien- und Frauenpolitik als ‘Gedöns’ bezeichnet, Lehrer als ‘faule Säcke’. Da habe ich als Jugendministerin den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz eingeführt.” Schröder widersprach ihr und sagte, den Anspruch habe eine breite Mehrheit eingeführt, nicht sie. Merkel antwortete darauf: “Ich als Jugendministerin, eine meiner wirklichen Leistungen zwischen 1990 und 1994.”

Die Frage: Wie viele Medien werden diese Nachricht aufnehmen und verarbeiten?

 

 
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