Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Vorbildlich Freitag, 30. Juni 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 10:41 Uhr
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Die Idee von diesem Posting möchte ich ausdrücklich unterstützen. Das Bild spricht Bände, in der Tat. Ähnlich aufklärend ist auch ein anderes Bild im selben Blog. Bilder sagen manchmal mehr als Worte!

 

Kinderliebender Putin Donnerstag, 29. Juni 2006

Filed under: Russland,TV — peet @ 14:16 Uhr
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Eine kurze Videonachricht aus Russland, die noch keine Schlagzeilen erreicht hat. Putin küsst einen kleinen Knaben auf den Bauch vor Kameras. Wie soll man das verstehen? Noch ein Beitrag zu dem intuitiven Selbstverständnis eines Tyranns? Sie mögen doch alle Kinder und müssen ihre Omnipotenz unbedingt zeigen, sie mit ihrem Kuss segnen.

Ich habe das Filmchen bei Google und bei YouTube gestellt, der Text der russischen Nachrichten wird (wer hätte es gedacht) auf Russisch gesprochen, das Bild aber ist selbstredend (interessant sind dabei auch andere Teilnehmer der Szene – ein Mitarbeiter, der das Kind dreht, damit es besser in das Bild passt; andere Kinder, die dabei sind und auch nur staunen können):

YouTube

Video Google

 

Peter Schäfer im Dienst der Hamas

Telepolis bei Heise beschäftigt weiter den bekennenden Vertreter der Hamas. Peter Schäfer gibt es zu bzw. sieht das als seine Aufgabe, deren Propaganda auf Deutsch zu verbreiten:

Von palästinensischer Seite aus stellt sich die Lage allerdings anders dar.

Ein authentischer Bericht mit einem kritischen Kommentar wäre in der Tat eine wichtige und wünschenswerte Quelle. Wie das professionell gemacht werden kann, habe ich schon einmal zitiert. Schäfer ist allerdings nicht nur unkritisch, er macht da voll mit. In seinem neuesten Beitrag zeigt es sich absolut eindeutig:

Hamas beendete am 9. Juni ihren einseitigen Waffenstillstand, nachdem die israelische Marine eine palästinensische Familie am Strand tötete.

Es wurde nachgewiesen, dass diese Darstellung nicht stimmt. Die Explosion erfolgte nicht durch den israelischen Beschuss. Schäfer geht nicht auf die Resultate der Analysen ein, diskutiert sie nicht, wischt sie einfach vom Tisch.

Die Gegendarstellung der Armee wurde mittlerweile durch den Bericht eines israelischen Krankenhauses ausgehöhlt. Die Ärzte fanden israelische Granatsplitter im Körper eines Verletzten.

Bemerkenswert, dass Schäfer, der sonst so gerne seine Texte mit Links versieht, gerade zu dieser Behauptung keinen Hinweis gibt. Die Auflösung ist ganz einfach – es gibt keine Quelle für diese Behauptung, sie ist eine schlichte Lüge. Die bis heute letzte Information über die Aufklärung bestätigt, dass auch Splitter aus dem Körper des zweiten untersuchten Verwundeten der Explosion, der in einem israelischen Krankenhaus behandelt wird, nicht von den israelischen Geschossen stammen.

Major General Meir Kalifi, head of the IDF investigation into the deaths of the Ghalia family, announced that the IDF had definitive proof that an IDF 155 millimeter shell was not fired at the beach. [...] “At this point we cannot say what the source of the shrapnel is; we have a number of different evaluations. There is the possibility that it is a military dud, or a device planted by the Palestinians. Everything is being checked,” Kalifi said. [...] Major General Kalifi added that he met with American expert Mark Garlasco, a military advisor to the Washington-based Human Rights Watch organization. “After talking to him, it became clear that he has no authentic findings,” said Kalifi. Garlasco had alleged that an Israeli shell was behind the blast.

Lieutenant Colonel Eren Toval, who commands the IDF’s technological division, explained: “We carried out a check for metal and found the explosives that were on it. In total we carried out three independent analyses. The result was that the explosive was standard, but not characteristic with Israeli or American explosives in IDF service, and is not an IDF 155 millimeter shell.

Es ist sehr traurig, dass sich das Nachrichtenportal an der Lügenverbreitung beteiligt.

 

Efraim Inbar bei ARD Mittwoch, 28. Juni 2006

Auf der Internetseite der Tagesschau kann man heute ein inhaltsreiches und authentisches Interview mit einem anerkannten Politologen aus Israel zu aktuellen Themen lesen. Das will ich mal loben. Einfach formuliert, für schlichte Gemüter soll es auch verdaulich sein. :-)
Gut gemacht, Christian Radler!

Die anderen Aufsätze Inbars kann man auf seiner Homepage verlinkt finden.

 

Blog des Tages Montag, 26. Juni 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 12:43 Uhr
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Soeben habe ich erfahren, dass der Blogportal Bloxbox meinen Blog zum Blog des Tages ernannt hat. So sieht es dann aus:
Das Team schreibt über seinen Katalog:

Der Blox-Katalog umfasst Weblogs, die inhaltlich interessant, optisch schön oder laufend aktuell sind.

Na, dann danke schön! :-)

 

Ulrich W. Sahm zeigt die Rolle der Presseagenturen

Filed under: Allgemein — peet @ 6:18 Uhr
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Die neu gestaltete Homepage von Ulrich W. Sahm ist noch nicht ganz fertig. Ich stelle fest, dass er dabei einen Vortrag, den er 2003 im Bundestag gehalten hat, neu gestellt hat. Sehr empfehlenswert.

Kurz gesagt, er berichtet über die subtile Propaganda durch die Pressagenturen wie ap, dpa, afp, Reuters, insbesondere ihre deutschsprachigen Redaktionen. Nämlich, wie sie die Meldungen über die Ereignisse im israelisch-palästinensischen Konflikt verfälschen.

Sein neuester Beitrag bei n-tv korrespondiert übrigens mit meinem Text von vorgestern.

 

Shepperd oder Avenarius: Wer hat Recht? Samstag, 24. Juni 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 16:37 Uhr
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Bleiben wir beim Thema. Tomas Avenarius gibt in der heutigen “Süddeutschen” gutgemeinte Ratschläge an die Hamas. Er macht sich so richtig Sorgen:

Damit die Palästinenser auch international die Initiative ergreifen können, müssen ihre Ziele so glaubwürdig und simpel dargestellt werden, dass sie in Fernsehnachrichten und Zeitungsschlagzeilen passen. Nach dem Motto: Hamas sagt Nein zu Gewalt gegen Zivilisten. Für Fußnoten im Sinne eines “ja aber” und “nur wenn, dann auch” ist angesichts der desolaten Lage der Palästinenser kein Platz mehr.

Avenarius meint das wirklich gut, er kennt sogar die Lösung:

Nur eine klare Einigung auf der unverwässerten Basis des “Gefangenenplans” bringt die Palästinenser voran. Der Plan, ausgearbeitet von Militanten in israelischen Gefängniszellen und Grundlage der Konsensgespräche, sieht die Zweistaatenlösung vor. Mit der Unterschrift unter dieses Konzept würde die auf Terror setzende Hamas den Staat Israel in den Grenzen von 1967 de facto anerkennen – und somit implizit nach der Bildung eines Palästinenserstaates jeder Gewalt abschwören.

Das sagt Avenarius, und jetzt lesen wir uns ein. Vor einigen Tagen hat Robin Shepperd in der “Financial Times” einen, aus meiner Sicht viel besseren Artikel geschrieben, der den Titel trägt:

Abbas’s Palestinian referendum offers only false hope

In dem Text erklärt Shepperd:

What has caused the most excitement is the proposal, in Article 1 of the so-called National Accord Document, for a Palestinian state “with holy Jerusalem as its capital on all territories occupied in 1967″. References across the global media to the “implicit recognition” of Israel which that statement supposedly carries have been practically ubiquitous.

It is difficult to believe that many people making such claims have actually read the document in question, let alone faced up to the fact that its support by Palestinian prisoners means it is directly associated with some of the most violent and radicalised activists in the Middle East. The central problem is hardly confined to the fine print and comes immediately after theproposal for statehood with a call for “the right of the refugees to return”. The same point is repeated with greater emphasis in Article 9.

What this amounts to is a demand for all refugees and their descendants from the period around the Israeli war of independence in the late 1940s to have the option of relocating to Israel proper. It is not hard to see that what is at work here is simply the same old coded message for the destruction of Israel as a Jewish state that has blown all previous peace efforts out of the water. Add the 3.5m to 4.25m people claiming such refugee status to the more than 1m Arabs who already reside in Israel and the result would be an Israel with almost equal Jewish and Arab populations. To use the heated, though apt, idiom of the Israeli right, the call is still “annihilationist” in character.

But taking a broader view, what is in the document to be set before the Palestinian people on July 26 is far less worrying than what is left out. The point is this: nearly six decades since the Jewish leadership accepted the United Nations’ decision to establish two states, we are still dealing with a Palestinian leadership that will not offer its people a document for popular ratification that explicitly recognises Israel’s legitimate right to exist as a Jewish state. In the context of all that has gone before, “implicit” recognition is, at best, meaningless. At worst, it is yet another subterfuge along the lines of the famous letter sent by the Palestine Liberation Organisation to Yitzhak Rabin, the then Israeli prime minister, on September 9, 1993. In this letter, the PLO said it recognised the right of Israel to exist in peace and security – a promise whose emptiness was revealed by Yassir Arafat’s subsequent rejection of the Bill Clinton-brokered Camp David accords and the bloody intifada he launched after it.

Outside the region, it is perhaps understandable that many in Europe and the US have chosen not to delve too deeply into what Mr Abbas is, and is not, proposing. The referendum gets them out of a hole. It would allow the west to participate in a polite fiction, letting them restore aid to the Palestinians and thus regain some much sought after moral authority in the greater Middle East.

But inside the region, there is no substantive reason to doubt the assertion of Ehud Olmert, Israel’s prime minister, that, as far as peace prospects are concerned, the referendum is basically pointless. That conclusion is bolstered by the fact that, even as some polls show it would be passed by the Palestinian people, two other recent polls published by the Palestinian Wafa news agency’s website show more than 60 per cent of them opposed to the proposition that Hamas should recognise Israel in return for the resumption of foreign aid. In other words, most Palestinians will not even recognise Israel if they are paid to.

In the end, all people of goodwill feel for the suffering of both sides in this conflict, perhaps the more so for the Palestinians whose national tragedy has been to such a great extent of their own making. But sentimentality, like the raising of false hopes, will get us nowhere. The problem is what it has always been and Mr Abbas has yet to prove that he really wants to solve it.

Nun – entweder ist der “Gefangenenplan” ein Schritt zum Frieden oder eben nicht. Jeder kann das Dokument lesen und sich selbst überzeugen. Ich kommentiere nur die Sprache:

In dem Text wird im Namen der Palästinenser von der “Befreiung ihres Landes” gesprochen, inclusive Jerusalem und den Landesteilen, die Israel 1967 besetzt hat. Von zwei Staaten wird im Text nie gesprochen. Alles weitere ist mehr oder weniger interessant – eher als Beispiel der aktuellen propagandistischen Rhetorik – “the Judaization of the Jerusalem”, “continuation of popular and mass resistance against the occupation in its various forms and policies and making sure there is broad participation by all sectors and masses in the popular resistance”, “the sanctity of the Palestinian blood”, “the battle for freedom” usw.

Sich selbst vergessen die Terroristen nicht: Sie stellen Folgendes als die wichtigste Aufgabe hin – “To liberate the prisoners and detainees is a sacred national duty that must be assumed by all Palestinian national and Islamic forces and factions and the PLO and the PNA as President and government and the PLC and all resistance forces.”

Die Aufgabe, im Gazagebiet den künftigen Staat aufzubauen, wird nicht gestellt. Der Auftrag lautet viel mehr – “the steadfast Gaza Strip a real support force to steadfastness and resistance of our people in the West Bank and Jerusalem as the national interest stipulates reassessing the struggle methods to seek the best methods to resist occupation.” Wozu es führt bzw. schon geführt hat, hat Efraim Karsh bereits Ende 2005 beschrieben.

Das Dokument erwähnt “the right of the refugees to return and to be compensated” mehrfach. Vollkommen ausgeklammert wird die Zahl der Flüchtlinge von 1948, die Zahl der Palästinenser, die längst zurück kamen und aufgenommen wurden, die Zahl deren, die ihre Kompensationen bekommen haben. Das alles wird völlig ignoriert.

Kurzum, ich glaube – Shepperd hat Recht und Avenarius sollte sich fragen, schreibt er für die Hamas, die von ihm eine Beratung ersucht, oder für die deutsche Leserschaft, die informiert und nicht desinformiert werden möchte.

 

FAZ über Christiansen

Filed under: Allgemein — peet @ 11:33 Uhr
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Neulich habe ich Patrick Bahners kritisiert. Jetzt darf zum Ausgleich etwas Positives zitiert werden. In der FAZ von heute lobt er Sabine Christiansen und ihre Sendung:

Es waren die Politiker selbst, die als Hauptakteure der Christiansen-Bühne die Gemeinplätze von den unaufschiebbaren Reformen herunterleierten und durch ihre Rückkehr am nächsten Sonntag unter Beweis stellten, daß schon wieder nichts geschehen war. Indem Frau Christiansen von vornherein jeden Gesprächsfaden zerschnitt, ließ sie den Gedanken gar nicht erst zu, daß es auch Probleme geben könnte, die bei geduldiger Beratung zu erledigen wären.

 

Fünfzehn Kategorien

Filed under: Allgemein — peet @ 10:58 Uhr
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11.7.2006. Update

Beim Umstieg zu WordPress entfällt das Problem mit Kategorien. Beim weiteren Editieren werde ich Kategorien verfeinern…
Die Programmierkunst meines Beraters erlaubt leider nur 15 Kategorien. So kann ich vorläufig die Beiträge nicht nach einzelnen Zeitungen sortieren, wie ich es gerne hätte.

Ich wäre meinen Lesern für Kommentare dankbar – ist es jetzt übersichtlicher geworden, soll ich anstatt der soeben eingeführten Kategorien andere erfinden?

 

Die “Süddeutsche” interessiert sich für Israel Freitag, 23. Juni 2006

Filed under: Krauthammer,Medien,Süddeutsche Zeitung — peet @ 14:51 Uhr
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Ich glaube, ich muss die Kategorien in meinem Blog neu sortieren, nach Zeitungen zum Beispiel. Schwankungen in der Beurteilung der Ereignisse nach dem bekannten Prinzip “anything goes” sind ein Faktum, dagegen kann man offensichtlich nicht viel tun. In derselben Zeitung vertreten zunehmend häufiger verschiedene Redakteure nicht die gleiche Meinung und zeigen das unverhüllt – durch die Wahl der Artikel. Was aber ein langfristiges Thema zu werden verspricht, ist das besondere, geradezu besessene Interesse an allem, was mit Israel zu tun hat. Tja, und das aufmerksame Lesen führt zu eher unangenehmen Folgerungen – die meisten deutschsprachigen Zeitungen sind darin parteiisch, einseitig. Wie soll man das noch feiner ausdrücken?

Die Süddeutsche widmet sich heute mindestens dreimal dem Thema. Aufgezählt:

Auf der ersten Seite fängt es mit einem netten AP-Foto von Abdullah zwischen Abbas und Olmert und mit einem (redaktionellen?) Text an, in dem u.a. gesagt wird:

Thema waren auch die Angriffe der israelischen Armee im Gaza-Streifen, bei denen Zivilisten umgekommen sind.

Zum Vergleich: Der israelische Nachrichtendienst wagte es, das Treffen als „gut und warm“ zu bezeichnen. Man hätte über das Gespräch zwischen Abbas und Wiesel erzählen können. Die Süddeutsche weiß das besser: Die Konfrontation wird überbetont. Die Zeitung erwähnt die Opfer der einen Seite, nicht aber die der anderen. Waren es Angriffe oder Verteidigungsmaßnahmen? Wurde hier ein Fakt vermittelt oder Propaganda ausgeübt?

Zweites Mal:

Thorsten Schmitz, der erst vor einigen Tagen weltweit eine Anerkennung verdient hat, als er den Kameramann von Pallywood interviewt und dazu beigetragen hat, die Fälschung zu entlarven, rudert wieder zurück und übernimmt die Sicht der Hamas bei der Beurteilung der Zwischenfälle der letzten Woche. Schon wieder seien Israelis dafür verantwortlich, dass 9 Zivilisten da, 7 Zivilisten dort sterben mussten. Schon wieder darf HRW alles besser wissen und die israelische Untersuchung einfach so in Frage stellen. Das Foto zum Artikel bedient diese Sicht noch einmal deutlich (ein Junge hält Splitter einer israelischen Rakete in die Kamera). Und wieder: Die palästinensische Sicht der Dinge dominiert, sowohl in der Darstellung der Fakten als auch in der Sprache. Wie von mir vorausgesagt, leider.

Drittes Mal:

Eine gewisse Judith Bernstein, vorgestellt als Dolmetscherin, die in Israel aufgewachsen ist und in München seit 1976 lebt, will Europa (nicht weniger als das ganze Europa!) dazu bewegen, die Sache der Palästinenser zu vertreten. Es werde ja nichts getan, meint sie und hält es für notwendig, dabei zu betonen:

Meine Großeltern sind in Auschwitz umgekommen, meine Eltern mussten als Jugendliche Deutschland verlassen.

Noch einmal Tony Judt-Masche? Ja. Schon wieder “gute Juden“? Ja. Die Zeitung kann es einfach nicht lassen. Gerade haben Mitglieder des Quartetts 100 Millionen gebilligt, zusätzlich zu all den Summen, die von Hamas-Ministern illegal hereingeschmuggelt werden, damit die Hamas in Ruhe das andere Geld für die weitere Bewaffnung ausgeben kann. Dutzende Politiker auf der ganzen Welt haben nichts mehr zu tun als sich den Kopf zu zerbrechen, wie sie der palästinensischen Bevölkerung helfen, weil die palästinensische Regierung es nicht tut. Es wird de facto geholfen. Bernstein und die Zeitung wollen es nicht einmal erwähnen, denn die Hamas braucht mehr Geld. Das hat Priorität.

So gut wie jeden Tag berichtet die Süddeutsche in diesem Ton über Israel, mit mehreren Materialien auf verschiedenen Seiten. Und wird dabei (auch von mir!) immer noch für die ausgewogene Darstellung gelobt. Wie lange wohl noch?

Ein ähnliches Problem wird oft von verschiedenen Beobachtern beschrieben. Erst heute wurde die amerikanische Presse ebenso kritisiert (Link).

 

Tomas Avenarius: Sprachliche Feinheiten Donnerstag, 22. Juni 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 10:20 Uhr
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Merkwürdig, wie wirksam kleinste Änderungen in der Sprache sind. Monatelang war die Rede von den “Gefangenen”, insbesondere als es um das sogenannte “Gefangengendokument” ging. Die palästinensische Propaganda ließ keine andere Deutung zu: Sie sitzen in israelischen Gefängnissen und machen sich Sorgen um den Frieden innerhalb der Autonomiegebiete sowie zwischen Israelis und Palästinensern. Keine Frage, feine Menschen und ihre Vorschläge sowieso.

In der heutigen “Süddeutschen” spricht Avenarius zum ersten Mal von “inhaftierten Militanten”. Wow! Was für ein Fortschritt! Was ist da los? Werden wir es in Bälde erleben, dass er von den “verurteilten Terroristen” schreibt?

 

David Teich – lesenswerter Blog

Filed under: Allgemein — peet @ 8:26 Uhr
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Ein amerikanischer Jude wandert nach Israel aus und schreibt ein Tagebuch im Netz. Über sich selbst, über seine Katzen und seine Einsamkeit, über seine Sicht der politischen Ereignisse etc. Eine authentische sympathische Quelle, um das Lebensgefühl in Israel aufzuspüren, finde ich. Einige Beispiele seiner scharfsinnigen Beobachtungen:

There’s a new play about Rachel Corrie. She’s the defender of terrorists who lay down in front of a large bulldozer and was surprised she couldn’t be seen, right untill the end (reminding me of the guy who, years ago, at the Concord Naval Weapons facility, lay down in front of a train and then sued because he lost an arm…). The play was co-written and directed with the help of “journalists” from the Guardian.

Of course, there’s no play about the deaths of the Rachels who died in suicide bombings. As listed in the JPost: “Rachel Levy (17, blown up in a grocery store); Rachel Levi (19, shot while waiting for the bus); Rachel Gavish (killed with her husband, son and father while at home celebrating a Pessah meal); Rachel Charhi (blown up while sitting in a Tel Aviv cafe, leaving three young children); Rachel Shabo (murdered with her three sons aged 16, 13 and five, while at home).” Then there’s Rachel Thayer (16, blown up in a pizza parlor). She fits today’s subject because she was a British citizen, yet her mother says they NOT ONE British journalist ever interviewed her about her daughter’s death. (Eintragung vom 25-April-2005)

To help you better understand Israel, today’s lesson is a typical example of marketing skills. I was at the grocery store and needed more beer. The six pack was 31.49. Singles were 4.99. Now, the concept of six and twelve packs (the later unknown here, since it’s not a beer drinking country) is to make it easy to grab plenty of one brand. Just like with bundles of anything else, you should get a quantity discount. That concept, however, seems to be a foreign one. (06-March-2005)

I walked over to check out dvds. There was nothing that really excited me, but I decided to get shwarma for dinner, as long as I was there. I’m tired of the pasta that I’ve been eating and, though I still have more sauce, wanted a break. Usually the guy has me pay when I’m done eating. However, after I sat down with the food and beer, he asked me to pay. I got up, paid and then returned to my table. No food. I saw the wrapper on the ground. Then I remembered the mutt I’d seen wandering around. I managed to put 2 and 2 together.

The guy laughed and gave me another shwarma. We both wondered how the dog liked the extra hot sauce I had him add. I hoped it had punished the dog, but not too much. The dog finished eating before I did, and he reappeared as I finished. Sadly, he didn’t seem any worse for the wear. Next time I watch my food a bit more closely. (17-February-2005)

Yesterday, when I was a vidiot, I was lying on the couch. Ghost was asleep on my chest and Star was asleep curled up under my arm. It was a cute scene. What was funny was good old Ghost’s fears. It was close to dinner time and I hadn’t eaten in a while. Suddenly my stomach let out a pretty big growl. Ghost jumped up with fear on her face, looking around to see who was attacking. Of course, my laughing didn’t help the cat’s self esteem, but it was hilarious. (31-January-2005)

Und von den neuesten Eintragungen:

Yesterday Israel blew up a couple of terrorists. Sadly, there were some civilian casualties, including a young girl. The Palestinians immediately cried “massacre!” Fatah (Al Aqsa Martyr’s Brigade is Fatah) said it would declare war on Sderot. Considering that an average of two missiles a day have been fired at Sderot in the last year, what’s to declare? They spend a year specifically aiming rockets at civilians and claim that’s holy, but civilians killed while killing terrorists is somehow a massacre? Right…

A few days earlier, two Palestinians tried to kidnap two Jewish girls, and there was no condemnation from the Palestinians. One girl ran awy. The second, age 14, beat off her two attackers though she was hurt. It seems that when they’re not blowing themselves up or firing from hiding, Palestinians can’t even deal with a teenage Israeli. Sad sack scum! [...] Meanwhile, today an American Jewish immigrant was arrested for trying to smuggle weapons into the country. He will be tried and probably convicted. Why? Because it’s charged that he wanted to use them to shoot Arabs. Yes, he’s arrested for only planning terror. When was a Palestinian arrested by Palestinians for performing terror acts? Oh, right, never. Rather, they’ve announced a formal war against “collaborators”, who will be accused, shot and killed without arrest or trial for the crime of wanting peace and an end to terrorism. (June 21st, 2006)

Back home, people are getting silly about the daily Kassam rockets. They’re a serious business, but there’s always room for lunacy. Today, the entire town of Sderot “went on strike” in protest. Exactly who that affected other than themselves, nobody’s really sure. Meanwhile, in preparation for the strike, Nobel Prize Laureate Shimon Peres said “Kassams, shmasams!” He also pointed out that the Northern Galilee town of Kiryat Shmona dealt with rockets from Lebanon and Syria for much longer and that the crying and whining, rather than the dealing with it, helps the enemy. I agree that what’s going on is not good, but Israel is reacting. We shouldn’t risk many soldiers’ lives with what Sderot demands, massive action, since injuries have been minor. In addition, I know children are scared, but it’s only made worse by their parents’ whining.

Much of what he said was correct, but he picked a really annoying way of saying it. That’s PR in Israel. (June 20th, 2006)

 

Die Explosion am Strand in Gaza in weiterer Untersuchung Dienstag, 20. Juni 2006

Filed under: Israel,Krauthammer,Medien,Politik — peet @ 14:44 Uhr
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Kaum eine Zeitung hat es versäumt, über die Meinung eines selbsternannten Experten der Organisation Human Rights Watch – Marc Garlasco – zu berichten. Es war sehr wichtig weiterzusagen, er glaube der vorliegenden Untersuchung der israelischen Armee nicht. Er analysierte Fundstücke, die ihm als vor Ort gefunden zugespielt wurden, ließ sich gerne freiwillig manipulieren, stellte sich vor Mikrophone und redete. Und das war “wichtig”.

Das Blatt hat sich nun gewendet:

Nach der gemeinsamen Sitzung, an der sich Vertreter der israelischen Armee und der HRW beteiligten, wurde verkündet:

the Human Rights Watch conceded Monday night for the first time since the incident that it could not contradict the IDF’s exonerating findings. On Monday, Maj.-Gen. Meir Klifi – head of the IDF inquiry commission that cleared the IDF of responsibility for the blast – met with Marc Garlasco, a military expert from the HRW who had last week claimed that the blast was caused by an IDF artillery shell. Following the three-hour meeting, described by both sides as cordial and pleasant, Garlasco praised the IDF’s professional investigation into the blast, which he said was most likely caused by unexploded Israeli ordnance left laying on the beach, a possibility also raised by Klifi and his team.

Garlasco und seine HRW haben also akzepziert, dass nur 6 Raketen abgeschossen wurden und alle vor der Explosion. Dass die Explosion nicht durch den israelischen Beschuss verursacht wurde.

Ich bin sehr gespannt, ob diese Nachricht in den selben Medien genauso groß gegeben wird, wie die vorherige.

Nebenbei bemerkt, Garlascos neue Version – von dem frei liegenden Geschoss aus Israel, das einfach so vor sich hin am Strand liegt und dann plötzlich sieben Menschen tötet, ist auch nicht von schlechten Eltern. Aber hier, wie auch bei der Untersuchung der inszenierten Aufnahmen: Zuerst mal abwarten.

 

Jeden Tag…

Filed under: Allgemein — peet @ 9:24 Uhr
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In der “Times” wird der Erfinder von AK47 vorgestellt: Kalaschnikow ist 86 und will vorschreiben, wer seine Erfindung nutzen darf, nämlich nur die Guten.

In dem Kommentar zum Artikel stellt die Zeitung fest:

1,300 people killed each day worldwide by small arms

Das bedeutet in der Umrechnung:

jede Stunde sterben auf diese Weise 54 Menschen
jede Minute wird einer erschossen.

 

Handke und seine Sprache Montag, 19. Juni 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 10:21 Uhr
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Eine hervorragende Arbeit haben Martin Meyer und Andreas Breitenstein geleistet. Das Interview mit Peter Handke in der NZZ vom 17.6.2006 ist ein seltenes Dokument der Zeitgeschichte. Handke wird mit gezielten Fragen in die Enge getrieben und dort gelassen. Nur ein Beispiel:

Nachdem er über “viele Kroaten, Slowenen und Bosnier” sowie noch mehr über Albanier Böses und Unüberlegtes sagt, stellt sich Handke auf eine Tribune und verkündet:

Ich hätte das nie gemacht: eine Landschaft als Keule zu verwenden, eine Landschaft, die man liebt, wo der Rhythmus der Sprache herkommt, zu benützen, um andere Völker schlechtzumachen.

Noch ein glänzender Spruch von ihm:

Ich liebe Wirtschaft.

Also wirklich! :-)

 

 
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