Die heutige SZ glänzt mit einem Interview mit Vaclav Havel (Link). Mittendrin, beim Thema “wir und die russischen Bären” sagt der Präsident-Dichter:
Ein freundlicher Umgang ist nie ein Fehler, aber man darf nicht lügen. Man darf es nicht verbergen, wenn einen Morde an Journalisten und solche verschiedenartigen merkwürdigen Dinge beunruhigen. Das ist etwas, das man offen ansprechen muss, wenn auch mit menschlichem Gesicht. Und da wäre vielleicht zu sagen, dass es zwar nett ist, wie wunderbar sich Bundeskanzler Schröder mit den Putins angefreundet hat, aber ich gestehe gleichzeitig, dass mir Bedenken kommen wegen der Rohrleitung durch die Ostsee, die Polen umgehen soll. Das kann in diesem ganzen Teil Europas Unruhe hervorrufen oder zumindest zur Unruhe beitragen.
Das ist schon eine Klasse für sich, aber trotzdem: Weil der eine oder andere zu schnell liest, wiederhole ich hier noch einmal seinen besonders hübschen Satz:
Das ist etwas, das man offen ansprechen muss, wenn auch mit menschlichem Gesicht.
Schön gesagt!
Samstag, 28. April 2007 um 14:18 117776991802Sat, 28 Apr 2007 14:18:38 +0000
Als es für Kofi Annan während des Oil-for-Food-Skandals immer enger wurde (sein Stabschef hatte einfach wichtige Akten durch den Reisswolf gejagt, der OfF-Chef wurde vom FBI gesucht und mehrere andere Mitarbeiter inkl. Kofis Sohn hatten von Saddam profitiert), war kurzfristig Vaclav Havel als möglicher Nachfolger an der UN-Spitze im Gespräch. Seine Sympathisanten machten mit einem Slogan Stimmung für ihn, der eigentlich schon alles sagt: “Er ist nicht dafür bekannt, vor Diktatoren auf die Knie zu gehen.”
Schade dass nichts draus geworden ist.