Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

1968-Buch von Götz Aly scheint… Freitag, 7. März 2008

Filed under: Allgemein — peet @ 21:49 Uhr
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…gut zu sein: Die Zeitung “Freitag” tobt und findet bei der Buchkritik keine Argumente dagegen, nur Spucke und Galle (Link). Kein seltenes Beispiel einer negativen Besprechung, die sich positiv auswirkt, selbstverständlich gegen den Willen des Authors. Rudolf Walther ist unter anderem dafür bekannt, dass er die Kritik der antiisraelischen Fälschungen als “frivol propagandistisch” abtut…

 

Yossi Klein Halevi zum Nahostkonflikt Dienstag, 4. März 2008

Filed under: Allgemein — peet @ 22:54 Uhr
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Ein sehr guter Artikel aus der Perspektive der Israelis (Link). Aktuelle Lage, die Entwicklung durch Jahrzehnte, Hoffnung auf Frieden, Enttäuschungen, gut geschrieben, sehr zu empfehlen. Der Text (vom 2.März) endet mit:

Gaza’s people are being held hostage to a political fantasy. And the international community is abetting the tragedy. The U.N. actually considers Palestinians to be permanent refugees, to be protected in squalid but subsidized camps even though they live in their own homeland of Gaza, under their own government.

So long as Gaza refuses to heal itself, Israelis will rightly suspect that the Palestinian goal remains Israel’s destruction. Not even a full withdrawal from the West Bank, they fear, will end the war, any more than the pullout from Gaza stopped the rockets. Israel’s crime isn’t occupying but existing.

And so we move toward the next terrible round of conflict. This time, though, for all our anguish, we will feel a lot less remorse. Because even guilty Israelis realize that, until our neighbors care more about building their state than undermining ours, the misery of Gaza will persist.

 

Es brodert bei Niggemeier

Filed under: Blogging,Stefan Niggemeier — peet @ 22:25 Uhr
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Zum Thema selbst habe ich mir erlaubt, alles Notwendige schon vor Monaten auszusprechen (Link). Bei den neuesten Versuchen Niggemeiers, Broder ein Aufmerksamkeitszeichen zu entlocken, sammeln sich Hunderte von Interessenten. Antisemitische Wortmeldungen sind selten, einige wagen es sogar, Niggemeier selbst für seine Haltung und für die Erschaffung einer unwürdigen Plattform  für den tobenden Mob zu kritisieren. Wie auch immer, einer der Kommentatoren gehört offensichtlich zu dem besonderen Volk, welches an Broder Briefe schreibt. Der Kommentator rühmt sich mit Broders Antwort auf den “empörten” Leserbrief und zitiert diese Antwort voller Stolz (Link):

ich bin erschüttert. gerade auf ihre bewertung kam es mir ganz besonders an.

Herrlich!

 

Wirtschaft und Politik in Russland

Filed under: Politik,Russland — peet @ 21:21 Uhr
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Über eine Empfehlung bei der “Commentary Magazine” (Link) bin ich auf den Artikel
“The Myth of the Authoritarian Model: How Putin’s Crackdown Holds Russia Back” von Michael McFaul und Kathryn Stoner-Weiss gekommen, den ich mit gutem Gewissen weiterreichen kann. Mit einem Satz, die russische Wirtschaft entwickelt sich nicht dank Putin, sondern trotz Putin. Einige Beispiele aus dem Text (Link):

In 2000, the year Putin was elected president, Russia had the second-fastest-growing economy in the post-Soviet region, behind only gas-rich Turkmenistan. By 2005, however, Russia had fallen to 13th in the region, outpacing only Ukraine and Kyrgyzstan, both of which were recovering from “color revolutions.” Between 1999 and 2006, Russia ranked ninth out of the 15 post-Soviet countries in terms of average growth. [...] Kremlin officials and their public-relations operatives frequently evoke China as a model: a seemingly modernizing autocracy that has delivered an annual growth rate over ten percent for three decades. [...] In the economic-growth race in the developing world, autocracies are both the hares and the snails, whereas democracies are the tortoises — slower but steadier. On average, autocracies and democracies in the developing world have grown at the same rate for the last several decades. [...]

The Kremlin talks about creating the next China, but Russia’s path is more likely to be something like that of Angola — an oil-dependent state that is growing now because of high oil prices but has floundered in the past when oil prices were low and whose leaders seem more intent on maintaining themselves in office to control oil revenues and other rents than on providing public goods and services to a beleaguered population. Unfortunately, as Angola’s president, José Eduardo dos Santos, has demonstrated by his three decades in power, even poorly performing autocracies can last a long, long time.

 

Abbas als Mazen als… Samstag, 1. März 2008

Filed under: Allgemein — peet @ 22:16 Uhr
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Vor einigen Tagen hat sich der friedensliebende Präsident der Palästinenser und der friedensstiftende Fatah-Führer Abbas in einem Interview an eine jordanische Zeitung selbst übertroffen und die Wahrheit gesagt. Der Text ist in Fragmenten bei der “Jerusalem Post” erschienen und einmalig offenkundig (Link):

PA President Mahmoud Abbas on Thursday said that he does not rule out returning to the path of armed “resistance” against Israel and took pride in the fact that he had been the first to fire on Israel and that his organization had trained Hizbullah.

In an interview with the Jordanian daily al-Dustur, Abbas said that he was opposed to an armed struggle against Israel – for the time being.

“At this present juncture, I am opposed to armed struggle because we cannot succeed in it, but maybe in the future things will be different,” he said.

The PA president also expressed pride both in himself and in his organization, Fatah, for trailblazing the path of resistance.

“I had the honor of firing the first shot in 1965 and of being the one who taught resistance to many in the region and around the world; what it’s like; when it is effective and when it isn’t effective; its uses, and what serious, authentic and influential resistance is,” Abbas said.

“It is common knowledge when and how resistance is detrimental and when it is well timed,” he added. “We (Fatah) had the honor of leading the resistance and we taught resistance to everyone, including Hizbullah, who trained in our military camps.”

So einfach ist das, man muss nur lesen können. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft werden hier auf dem Präsentierteller serviert.

P.S. Wurde der Text in den deutschen Medien rezipiert? Sorry, eine rhetorische Frage…

 

Walsers Stück

Filed under: Allgemein — peet @ 12:11 Uhr
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In der “Frankfurter Rundschau” von heute wird Martin Walser für seinen neuen Roman hoch gelobt (Link):

Walsers Lebensthema, der Kampf um Anerkennung, verbindet sich hier mit den Motiven der Liebe und des Alters. Vieles bleibt in der Schwebe. Nur der letzte Satz scheint eindeutig. “Als er aufwachte, hatte er sein Teil in der Hand, und das war steif. Da wusste er, von wem er geträumt hatte.” Wer so, nicht nur im Alter, träumt, hält bereits ein Stück Unsterblichkeit in der Hand.

Findet sich eine Stimme, meinetwegen eine weibliche Stimme, die das peinlich und der Literatur unwürdig nennen würde? Die sich nicht an dem Lobchor beteiligt? Die von der deutschen Literatur etwas mehr abverlangt als die Selbstbedienung Walsers Eitelkeit?

 

Russland-Experte Kaminer

In der heutigen “Frankfurter Rundschau” kann man Wladimir Kaminer bewundern, wie er sich in die Reihe der Russland-Versteher stellt (Link):

Sicher, es steht wenig zur Wahl. Das heißt aber nicht, dass es keine Demokratie ist. Es ist eine andere Form davon. [...] Ich habe in Moskau sehr viel kritisches Material gelesen, in verschiedenen Zeitungen. Das ist nicht zu vergleichen mit der Atmosphäre in der Sowjetunion. Damals hat das Dissidententum tatsächlich für große Aufregung gesorgt. Es gehörte sehr viel Haltung und eine gewisse Heldenhaftigkeit dazu, sich gegen das Regime zu stellen. Heute werden die Oppositionellen vom Volk oft verspottet. [...] Die Medien waren nie besser gestellt als heute. [...] Der tragische Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja hat dem Ansehen Russlands viel mehr geschadet, als ihre Arbeit es je konnte. [...] Ich bin gar kein Fan von Putin. Er war halt die einzige Alternative zu dem, was vorher war.

Eine seltene Mischung aus Unwissenheit, unverdauten Resten offizieller Putin-Propaganda und direkten Lügen. Kaminer kann bekanntlich nicht zwischen Kafka und Konsalik unterscheiden. Zwischen Wahrheit und Lüge noch weniger.

 

 
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