Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Shlomo Avineri kritisiert Dienstag, 22. Juli 2008

Einsortiert unter: Allgemein — peet @ 22:50 Uhr
Tags: , ,

In der “Haaretz” von heute ist ein klares Wort von Shlomo Avineri zu lesen – es geht um die fehlerhafte Politik der israelischen Regierung bei Verhandlungen mit der Hamas (Link):

Anyone looking in from the outside at the emotional turmoil and media circus surrounding the return of the bodies of Eldad Regev and Ehud Goldwasser would likely have concluded that Israel is run not by the government but by families worried about the fate of their loved ones. Since the matter of Gilad Shalit has still not been solved, it is worth returning some sanity to the public debate, and not to repeat our mistakes.

Shalit’s return is not a primary strategic challenge for Israel. Israel has a clear responsibility to bring him home, but it also has a more important commitment to protect its citizens from rocket and mortar fire, because an entire region and tens of thousands of people are suffering from these attacks and the terror they bring. And the state is responsible for defending them. [...]

 

Libanesische Blogger zu Fall Qantar Montag, 21. Juli 2008

Einsortiert unter: Allgemein — peet @ 15:56 Uhr
Tags: ,

Angesichts der widerlichen Jubelszenen, die sich beim Empfang des in Israel verurteilten und begnadigten Mörders in seiner Heimat Libanon abspielten, sind nicht nur inzwischen bekannte Reaktionen in der deutschen, britischen, amerikanischen Presse, sondern auch in der Blogwelt interessant. Insbesondere im Libanon selbst.

Zwei davon seien hier verlinkt. Einmal von Charles Malik, der sich zweimal zum Thema geäußert hat. Zuerst mit einem sympatischen Entsetzen (Link), dann aber mit Verständnis für den Mann, der doch so lange im Gefängnis sitzen musste (Link).

Und noch von Mustapha Hamoui, der außerhalb Libanons lebt und viel offener bloggt. Er referierte aus mehreren anderen libanesischen Blogs (Link):

Many Lebanese bloggers are clearly not amused by what they see as a disingenuous posturing by politicians pretending to enjoy today’s “national celebrations”

Er hat viele Kommentare provoziert und bekommen (Link). Somit auch zwei Postings, nur in der anderen Reihenfolge. Lesenswert.

 

Drei Narrative mit und über August Deblon

Einsortiert unter: Allgemein — peet @ 15:18 Uhr
Tags: , , ,

Ein Leserbrief bei der FAZ ist oft ein Ereignis, denn die Redaktion hat einen Ruf und steht dazu. Leserbriefautoren wissen das und versorgen die Redaktion mit fertigen vox-populi-Produkten, eine Symbiose.

Im Blog “Zeitung für Schland” wurde ein Leserbrief von August Deblon, einem 97-jährigen Augenzeugen der Nazizeit, abgetippt und als senile Produktion eines ewiggestrigen geblendeten Mitläufers kommentiert. Allerdings mit vielen Abkürzungen. Ein Leser des Blogs, Reinhard Klöpper, stellte das in seinem Kommentar fest und richtig: August Deblon gehörte zum katholischen Widerstand und hatte überwiegend Menschen mit Antinazieinstellung um sich herum und wurde u.a. auch mehrfach von der Gestapo verhaftet. So lässt sich “seine leider zu positive Bewertung der Einstellung der Deutschen zu den Nazis” erklären. Zwei Sichtweisen auf dieselbe persönliche Geschichte, sozusagen eine dreifache Projektion: Deblon erzählt seinen subjektiven Narrativ voll quer zur tatsächlichen Geschichte der Zeit, der Blogger interpretiert den Leserbrief durch die Kürzungen plausibel einseitig, der Leser des Blogs stellt Auslassungen wieder her und korrigiert die Balance im Narrativ. Spannend! (Link)

 

Edward Said als großer Musiker… Freitag, 18. Juli 2008

Einsortiert unter: Medien — peet @ 22:41 Uhr
Tags: ,

…wurde soeben von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft entdeckt. In dem neuesten DIG-Magazin (2/2008, S.16) kann man lesen:

Unter der Leitung Daniel Barenboims und Edward Saids hat das West-Eastern Divan Orchestra bewiesen, dass Musik ein effizienter Weg ist, interkulturelle Mauern einzureißen.

Geballtes Wissen! Kann man hoffen, dass der Satz weiter zitiert und für wahr gehalten wird?

 

Sonia Mikich über Madonna Samstag, 5. Juli 2008

Einsortiert unter: Deutschland,Medien — peet @ 21:32 Uhr
Tags: , , , ,

In der aktuellen “Emma” brilliert die “Monitor”-Chefin Sonia Mikich mit einem Artikel über Madonna (Link). Es gibt nur drei kleine Probleme:

Der Titel lautet

Triumph des Willens

Kommt das von der “Emma”-Chefin, der großen Verehrerin Riefenstahls und großen Kennerin der Geschichte (Link)? Oder ist diese Geschmacklosigkeit der wahrscheinlich doch politisch erfahreneren Autorin selbst zuzuschreiben?

Den letzten Satz des Artikels

Gut, dass wir sie haben

schrieb Mikich über Madonna schon vor einem Jahr in einer Schweizer Kulturzeitschrift (Link). Ist womöglich der ganze Artikel daraus kopiert worden? Könnte das jemand bitte prüfen?

Der Stil:

1978 stieg sie mit 35 Dollar in der Tasche in New York aus einem Bus, durchschnittlich begabt als Tänzerin, mit einer eher schwachbrüstigen Stimme und einem IQ von 140. Knapp 30 Jahre später beträgt ihr geschätztes Vermögen 450 Millionen Dollar. Sie ist erfolgreicher Global Player des Pop, kassiert als Multimedia-Unternehmerin und Kinderbuch-Autorin, kultiviert neuerdings einen englischen Akzent mit Cockney-Einfärbung, sammelt religiöse Versatzstücke und rettet die Kinder Malawis.
Madonna! Jedem die Seine!

Brr… Gut zu wissen…

 

 
Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 31 Followern an