Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Künftiger palästinensischer Staat soll judenrein sein Freitag, 30. Juli 2010

Bei den Verhandlungen innerhalb der Arabischen Liga sagte Abbas am 29. Juli 2010 (Link):

Almost no notice was taken of another pre talks decision that the PA chairman revealed, as he announced clearly that if a Palestinian Authority state is created in Judea and Samaria, no Israeli citizen will be allowed to set foot inside.The PA chairman also stated that he would block any Jewish soldiers from serving with an international force stationed on PA-controlled land.

“I will never allow a single Israeli to live among us on Palestinian land,” Abbas declared.

Mit anderen Worten:

Nach der Gründung des palästinensichen Staates wird es keinem israelischen Bürger erlaubt sein, diesen zu betreten. Kein Jude wird bei den internationalen Kräften dienen dürfen, die im von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrollierten Land stationiert werden sollen.

No comments, um so mehr dass die hier verlinkte Meldung die einzige bleibt, die darüber berichtet: Kein amerikanischer oder deutscher Nachrichtendienst gibt es weiter, aus verständlichen Gründen.

 

Christian Tomuschat soll über Israel richten Dienstag, 27. Juli 2010

Über die Ernennung von Bundesverdienstkreuzträger Christian Tomuschat zum Leiter einer menschenrechtlichen Kommission der UN infolge des unseligen Goldstone-Berichts gibt es zwei Arten zu publizieren. Die eine ist mir aus der amerikanischen und israelischen Medien bekannt. Zum Beispiel, bei “Commentary” schreibt Evelyn Gordon darüber am 25.7.2010 (Link). Sie zitiert den Artikel von Benjamin Weinthal in der “Jerusalem Post” (Link).
Beide Autoren beweisen, dass Tomuschat die Lage im Konflikt seit Jahren und jetzt auch einseitig bewertet und für die Leitung derartigen Kommission ungeignet ist.
Und es gibt die andere Art darüber zu schreiben, die der deutschen Medien – nicht erwähnen, nicht berichten, nicht bewerten. Nur bei der “Achse der Guten” wurde de Artikel von Weinthal verlinkt (Link).

 

Eva Herman verwandelt sich zur Stimme Gottes Montag, 26. Juli 2010

Oder war sie schon immer so? Wie auch immer, das folgende Zitat stammt aus dem Artikel von Eva Herman vom 25.7.2010, ursprünglich für den Blog des Kopp-Verlags geschrieben, zur Katastrophe während der Loveparade in Duisburg, mit mehreren Opfern und Verletzten (Link):

Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.

Interessant wäre statistisch zu erfassen, wie viel so denken wie sie.

 

Julia Latynina über doppelte Standards Sonntag, 25. Juli 2010

Julia Latynina gehört zu den schärftsten Kritikern der aktuellen russischen Politik, aber auch zu vielen anderen Themen hat sie sich pointiert ausgedrückt. Oft geht sie zu weit, meist aber trifft sie den Kern der Sache. Hier zum Beispiel kommt ein einleuchtender Vergleich (Link):

Man spricht oft über die Politik der doppelten Standards. Ich bin davon überzeugt, dass diese Politik ganz richtig ist. Das Einzige, worauf die Weltpolitik basieren sollte, sind eben dopellte Standards. Wolfshunde tun das Richtige, und Kannibalen tun das Falsche. So sind doppelte Standards. Schlecht ist es allerdings, wenn die doppelten Standards inversiv verstanden werden und einige Staaten anfangen zu erzählen, dass Kannibalen im Rechte sind und Wolfshunde nicht.

Schnell googeln und den ersten besten Unterschied sich merken (Ein Gespräch zwischen Michael Walzer und Ulrich Speck in der Frankfurter Rundschau):

Was Sie beschreiben, ist ein Doppelstandard: Man fordert mehr von Israel, als man von anderen fordert. Liegt das nicht vor allem daran, dass Israel Teil der westlichen Welt ist?

Ich denke nicht, dass der gleiche Standard auf andere westliche Demokratien angewandt worden ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendein europäischer Linker während des Algerienkriegs die Legitimität Frankreichs in Frage gestellt hätte. Aber stellen wir das mal beiseite. Der Standard für Israel ist zu recht hoch. Wer diesen Standard anwendet, muss aber anerkennen, dass zwar Israel ein demokratischer, die Menschenrechte respektierender Staat ist, dass aber die benachbarten arabischen Staaten, einschließlich des entstehenden Staates Palästina, dies nicht sind. Und das hat Konsequenzen für die Art von Kompromissen, die man von Israel erwarten kann.

Die Sicht von Julia Latynina macht das viel klarer.

 

Catherine Ashton kämpft für den Frieden Sonntag, 18. Juli 2010

Von 1977 bis 1979 arbeitete Catherine Ashton für die Campaign for Nuclear Disarmament, eine Organisation der britischen Friedensbewegung, deren Vizepräsidentin und Schatzmeisterin sie wurde (Link).
2009 her spokesman said: “This was more than 25 years ago. She left the Campaign for Nuclear Disarmament in 1983 and has had no involvement in the organisation since then. During her time in the CND she never visited the Soviet Union, had no contact with the Soviet Union and has never accepted any money from Soviet sources. The first time she visited Russia was as EU Trade Commissioner.” (Link)
Englischsprachige Wikipedia beschäftigt sich damit ausführlich (Link). Die deutschsprachige weiß nichts davon.
Wie auch immer, fest steht:

Baroness Catherine Ashton, who is now the European Union’s foreign minister, was treasurer of Britain’s Campaign for Nuclear Disarmament from 1980 to 1982. The papers offer evidence that this organization received “unidentified income” from the Soviet Union in the 1980s.

Das sind Daten aus geheimen russischen Archiven (Link).
Mich wundert es in diesem Zusammenhang nicht, dass sie sich um das Wohl der Hamas kümmert. Die einen Raketen wurden bekämpft, die anderen werden ermöglicht, alles für den Weltfrieden. Alles, wie es die ferngesteuerte Friedensbewegung der 70-80er tat, damals mit den Geldern Moskaus, wird neu fortgesetzt. Diesmal allerdings aus eigenem Antrieb.

 

Einmal Uri Avnery lesen Freitag, 16. Juli 2010

Der wichtigste Ellen-Rohlfs-Graphoman ist, wie bekannt, Uri Avnery, der dank diesem Umstand auch zum Lieblingsautor der friedensliebenden deutschen Linken avancierte. Man kann seine Ergüsse kaum ertragen, sie sind aber da, aktuell am meisten beim Boulevard-“Freitag”. Und sie werden gelesen und als sympathisch betrachtet. Nehmen wir nur ein aktuelles Beispiel und zeigen, was daran faul ist.
Am 15. Juli hat “der Freitag” die wöchentliche Portion Avnery geliefert, diesmal der Bildung der Untersuchungskommission über den Vorfall um die so gennante Gazaflottille gewidmet. Es geht gleich los (Link):

Der Streit, welche Kommision mit welchen Rechten den Angriff auf die Gaza-Flottille am 31. Mai untersuchen soll, gerät zur Schlacht um Werte der Demokratie.

Avnery und seine erfahrenen Leser gehen davon aus, dass Israel – wie übrigens auch jeder andere nicht sozialististische Staat – keine Demokratie ist. Deswegen müssen Avnery und Konsorten den Kampf um die Demokratie hoch halten, sonst gibt es keine Demokratie. Alle anderen wissen, wie es in Israel um die Bildung der Kommissionen steht, und wissen auch, wie wenige Staaten der Welt diesen hohen Ansprüchen genügen. Das wird bei Avnery immer verschwiegen.

Ein Sieg ist ein Sieg. Ein großer Sieg ist besser als ein kleiner, und ein kleiner Sieg ist besser als eine Niederlage. Auch für unseren Friedenskreis von Gush Shalom. Der hatte unmittelbar, nachdem die Turkel-Kommission nominiert war, um den Vorfall mit der Gaza-Flottille zu untersuchen, beim Obersten Gericht ein Gesuch eingereicht und verlangt, eine qualifizierte staatliche Untersuchungskommission zu benennen. Kurz vor der anberaumten Anhörung rief das Büro des Justizministers unsere Anwältin Gabi Lasky an, um mitzuteilen, der Ministerpräsident habe im letzten Augenblick entschieden, der Kommission mehr Befugnisse zu geben.

Weil außer dem Avnery-Fan-Club keiner von seiner enormen Bedeutung als Kämpfer für Demokratie überzeugt ist, muss Avnery selbst dafür sorgen. Deswegen bildet er sich ein, zumindest zu Beginn des Artikels, dass es nur dank ihm möglich wurde, dass die Kommission so und nicht anders gestaltet wird. Am Ende des Artikels vergisst er das und erwähnt die wahren Gründe dafür:

Unmittelbar nachdem er [gemeint ist hier Richter Turkel, der Leiter des Kommission] das Amt zu Netanyahus Bedingungen angenommen hatte, drohte er mit Rücktritt, sollten seine Vollmachten nicht vergrößert werden. Netanyahu gab nach.

Es hat also doch nichts mit Avnery, seiner Friedensgruppe und seinem Anwalt zu tun.
Das Wichtigste ist ein kurzer Satz, der ziemlich versteckt ist:

Das Entern der Gaza-Schiffe hat die ganze Welt gegen uns aufgebracht und dem Verhältnis zur Türkei einen Schlag versetzt.

Hier dreht Avnery den Spaß um. Die israelische Regierung hat aufgrund des permanenten Kriegszustandes eine Seeblockade verhängt und setzt sie durch. Das interessiert Avnery nicht, er geißelt die imperialistische Politik der Willkür. Fakten gehören nicht in sein Bild, sie werden außer Acht gelassen. Genauso ist es mit dem Verhältnis zur Türkei. Die türkische Regierung arbeitet seit Jahren daran, das Verhältnis zu Israel herunterzubringen, provoziert und beleidigt. Jeder Versuch der israelischen Regierung, das zu verhindern, mit guten oder schlechten Methoden, wird minutiös analysiert, die Handlungen Erdogans dagegen nicht einmal beim Namen genannt. Die Flottille ist eine martialische Provokation, eine feindselige Einmischung der Türkei in den laufenden Krieg.
So erschafft Avnery seine Wirklichkeit. Seine Leser sind ihm dafür dankbar, nicht wahr?

 

Beispielhafte Diskussion über rassistische Islamophobie

Filed under: Blogging,Deutschland,Islam — peet @ 14:16 Uhr
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Der Erlanger Ausländer- und Integrationsbeirat hat wie die meisten seiner Art die islamische Mission als Hauptaufgabe. Im März 2010 wurde von ihm eine Fachtagung über den “antiislamischen Rassismus” veranstaltet. Im Uniforum Erlangen hat eine eifrige muslimische Studentin, die sowohl im Beirat als auch bei den Ostermärschen aktiv ist, dafür Werbung gemacht. Prompt kam Kritik, darunter auch fundierte. Über falsche Begriffe, falsche Akzente, eine falsche Auswahl der Hauptakteure (Benz, Schiffer etc.) – mit Argumenten und Verweisen (Link). Ayse Cindilkaya hat darauf ironisch geantwortet und versprochen, alle Argumente sofort zu zerschlagen und war … verschwunden. Ohne allerdings zu vergessen, in der “Islamischen Zeitung” ihre Sicht auf die Tagung mit großer Zufriedenheit und ohne Widerrede darzustellen, zum Beispiel (Link):

Bei der Konzepterstellung für die Tagung waren für mich das Aufmerksam machen auf Antisemitismus und jüdisch-muslimische Annäherungsprojekte Herzensangelegenheiten. Ein Grundstein für Annäherung ist die 1999 von Dr. Nadeem Elyas und Ignatz Bubis veranstaltete historische Tagung „Juden und Muslime in Deutschland – gemeinsam fremd?“ Es ist auffällig, dass Juden und Muslime vermehrt den Kontakt suchen, wobei eines der Ziele ist, die jeweiligen Rassismen zu dekonstruieren und in den eigenen Communities zu erörtern. Übrigens, zur Ideologie der Islamfeinde gehört es, uns gezielt durch Negativbilder zu entzweien. Dabei gibt es so viel zu entdecken. Allein unser religiöser Hintergrund ist ein Themenschatz. Wir sind Minderheiten, die ähnliche Ausgrenzungserfahrungen machten oder machen.

Kurz darauf, beim Ostermarsch 2010 hat sie eine flammende Rede gehalten, über Öl und Ideologien, gegen den Krieg in Afghanistan (Link):

Es gibt seit Jahrzehnten keine Sache bei der sich weltweit die so
unterschiedlichen, über 1,3 Milliarden Muslime sicherer oder einiger waren,
als bei der Ablehnung von Terror, Extremismus und Selbstmordattentaten in
Ihrem Namen und dem Islam! Es gibt weltweit unzählige Erklärungen und
theologische Gutachten, jüngst das Umfassendste von Muhammad Tahir ul Qadri.
Bitte merken Sie sich diesen Namen! Denn wir sollen ihn bald wieder
vergessen! Er passt nicht ins Kriegs-Konzept!

Unsere Regierung will nicht, dass die deutsche nichtmuslimische Bevölkerung
hört, dass Muslime doppelt gegeißelt werden vom Terror und ihn verachten! Sie
will nicht, dass man erfährt, dass bis vor ein paar Jahren in islamisch
geprägten Ländern Selbstmordattentate undenkbar waren!

Und diese schrecklichen Phänomene fassen erst Fuß, seitdem unsere Staaten
hier Krieg führen und durch Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, dem
Terrorismus erst den Nährboden bereiten! Die allermeisten Ermordeten des so-
geschimpften islamischen Terrorismus sind doch dazu auch noch Muslime! Wer
denkt denn in der Welt einmal an die Muslime?

So läuft die Diskussion weiter: Hier Islamophobie, da Islamkritik. Und die Mission so ziemlich überall. Wie auch Verharmlosung: Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamkritik sind auf einmal alles Rassismen. Alle machen “ähnliche Ausgrenzungserfahrungen”.

 

 
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