Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Der Umgang mit dem Goldstone-Report Donnerstag, 24. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Lesefutter — peet @ 12:01 125379367112Thu, 24 Sep 2009 12:01:11 +0000
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Die Auswirkung des Goldstone-Reports wird noch viele Wellen schlagen. Der Leiter und die Institution selbst besitzen eine Autorität, was sehr viele Leser geblendet hat. Verständlich. Umso wichtiger ist es, sich nicht nur mit der Wirkung der kurzen Medienberichte darüber zu beschäftigen, sondern auch die (noch wenigen) seriösen inhaltlichen Kritiken zu verlinken.
Mich haben besonders die folgenden Beiträge überzeugt:
von Jonathan Tobin
von Max Boot
von NGO-Monitor
von Richard Landes, der eine weitere Untersuchung angekündigt hat
von Jonathan Dahoah-Halevi

Das sind ernstzunehmende Beiträge. Für das Erste soll das auch ausreichen.

Nach deren Lektüre erscheinen gut gemeinte Aufrufe, sich mit dem Goldstone-Report sich doch bitte ausführlich auseinanderzusetzen, zumindest fraglich. Ich meine kochende Emotionen bei mondoprinte und erhobene moralische Zeigefinger bei Hartmut Finkeldey. Nach den inzwischen vielen, wahrlich unzähligen Versuchen, Israel zu verdammen, muss man sich nicht jeden Report antun. Das können wir getrost den Fachleuten überlassen. Links zu deren Beiträgen sind, siehe oben, schon da. Weitere sind willkommen.

 

Verlegers Irrweg Mittwoch, 23. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Geschichte, Israel, Medien, Rolf Verleger — peet @ 19:08 125373289107Wed, 23 Sep 2009 19:08:11 +0000
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Am 11.9.2009 durfte Rolf Verleger in der Zeitung „Neues Deutschland“ einen weiteren Katechismus der guten Juden präsentieren (Link). Warum auch immer, fand der Artikel keine Aufmerksamkeit. Dem Unglück wollen wir helfen.

Das Schönste verbirgt sich am Ende des Textes. Zuerst wird die Gegenüberstellung zwischen den guten und bösen Juden mühsam aufgebaut. Verleger findet dafür seine Metapher, er spricht von der Position der Stärke und der der Verantwortung. Die Starken sind der Zionismus, die Regierung Israels, die Mehrheit seiner Bürger. Die Verantwortlichen sind Verleger selbst und seine Gesinnungsgenossen, die in Israel eine 4-5% Minderheit bilden und in Deutschland sehr laut bzw. schrill sind und von den deutschen Medien mit der besonderen Behutsamkeit liebevoll vor sich her getragen werden.
Und dann kommts:

Ist dieser Aufsatz antisemitisch?

Aus Sicht der Position der Stärke: Ja. Aus Sicht der Verantwortung: Nein. Er ist vielmehr Ausdruck einer universellen Achtung der Menschenrechte und der traditionellen Ethik des Judentums. Das Judentum war etwas und soll etwas sein, worauf wir stolz sein können. Daher muss der jüdische Staat nach Gerechtigkeit streben. Er muss Leben, Besitz, Kultur und Würde all seiner Bewohner und Nachbarn achten. Dahin müssen wir ihn bewegen.

Verleger gibt unumwunden zu: Seine Position ist aus der Sicht der überwiegenden Mehrheit der Israelis und Juden weltweit antisemitisch. Er weiß aber vom Judentum alles besser und nimmt vollmundig auf sich, alle anderen zu belehren. Der Artikel strotzt nur so von Fehlern, sowohl in der Wiedergabe der ethischen Prinzipien der jüdischen Tradition als auch in der Schilderung der historischen Abläufe. Ganz kurz nur die wichtigsten Irrungen des nicht mehr so jungen Verlegers:

Vertreibung: 700 000 Palästinenser wurden 1948 mit Gewalt und Drohungen aus Israel vertrieben

Viele von ihnen gingen von sich aus, weil ihnen der Krieg gegen und Sieg über die Juden angekündigt wurde. Alle wurden all diese Jahrzehnte hindurch in Flüchtlingslagern gewaltsam von arabischen Regierungen zusammengehalten und für die weiteren Kriege gegen Israel heiß gemacht, anstatt integriert zu werden. Die Hamas hält sie, also ihr eigenes Volk, genauso weiterhin in Flüchtlingslagern.

Enteignung: Grundbesitz und beweglicher Besitz dieser Vertriebenen wurde vom israelischen Staat beschlagnahmt.

Wer bereit war, sofort zurückzukommen, bekam Entschädigung und Wiedergutmachung. Nicht anders als enteigneten Palästinensern ist es den jüdischen Flüchtlingen aus den arabischen Staaten gegangen.

Verdrängung: Seit der Besetzung 1967 baut Israel im Westjordanland Straßen und Städte (»Siedlungen«) für nun ca. 400 000 Israelis – für Palästinenser gesperrt.

Was war da in Jordanien und Syrien, vor 1967 und nach 1967 auch? Was hat zur Besetzung 1967 geführt? Weiß das Verleger noch?

Missachtung: Die israelische Seite boykottiert seit Jahrzehnten die Vertretung der Palästinenser, aktuell die aus freien, allgemeinen und geheimen Wahlen von der Hamas gebildete Autonomiebehörde.

Die Hamas ist eine terroristische Vereinigung, deren Ziel die Vernichtung Israels ist.

Einkesselung: Israel verhindert gewaltsam freien Personen- und Güterverkehr aus und in den Gazastreifen; der Verkehr im Westjordanland, ein Gebiet drei Mal kleiner als Thüringen, quält sich durch über 600 Straßensperren.

Israel öffnet Straßen und Sperren, Übergänge, fördert die wirtschaftliche Entwicklung im Westjordanland, gerade jetzt, gerade unter Netanjahu, seit Monaten.

Verstoß gegen Recht und Gesetz: Israel ignoriert ein Gutachten des internationalen Gerichtshofs und ein Urteil des israelischen obersten Gerichts über die Sperrmauer, die die Bewohner des Dorfes Bil’in von ihren Feldern trennt; friedliche Gegendemonstrationen werden gewaltsam unterdrückt.

Die Mauer, die größtenteils ein Sicherheitszaun ist, verhindert Terrorangriffe, was durch die allgemein zugängliche Statistik jedem bekannt ist. Einzelne Windungen und tatsächliche Fehler werden heute noch im Obersten Gericht verhandelt, weswegen die Mauer immer noch nicht zu Ende gebaut worden ist.

Gefangennahme: Tausende Palästinenser sind ohne rechtliche Anhörung in israelischen Gefängnissen interniert.

Die meisten von den gemeinten Palästinensern sitzen ihre Strafe für Verbrechen nach der Verurteilung ab. Viele von ihnen werden zu Hunderten vorzeitig freigelassen. Sie bekommen Besuch von Verwandten, können studieren, telefonieren, nehmen Teil an dem politischen Leben. Wie war das mit Korporal Gilad Schalit?

Tötung: Im letzten Feldzug gegen Gaza wurden 1400 Menschen umgebracht.

Das war ein Krieg, den die Hamas gegen Israel begonnen und zu verantworten hat. Opfer sind zu bedauern, auch wenn die meisten davon Kriegsteilnehmer waren.
Fazit: Einseitig, voll auf der Seite der palästinensischen Propaganda. Über die übrigen kruden Behauptungen Verlegers vielleicht beim nächsten Mal mehr. Ganz sicher wird er noch oft genug von den friedensbewegten Medienfreunden dazu befragt werden. Ein Fall für die Neuropsychologie, würde ich sagen. Schlimmstenfalls für einen sich nächstbietenden deutschen Preis, mit einem gut ausgesuchten Laudator, wenn ihr versteht, wen ich meine.

 

Was haben Marc Garlasco und die schwedische Regierung Samstag, 12. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Israel, Medien, Politik — peet @ 12:16 125275778312Sat, 12 Sep 2009 12:16:23 +0000
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…gemeinsam?
Der Menschenrechtler Marc Garlasco prangert Israel an und sammelt Nazi-Antiquitäten (Link, auf Deutsch nur bei heplev – Link).
Die schwedische Regierung steht zur Demokratie, wenn es um das Recht geht, den Antisemitismus zu verbreiten (Link).

 

Bodo Thiesen als Stolperstein der Piratenpartei Mittwoch, 19. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Politik — peet @ 14:04 125069067702Wed, 19 Aug 2009 14:04:37 +0000
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Die Piratenpartei hat ein Glaubwürdigkeitsproblem und ähnelt einer Schnecke. Das Problem hat einen Namen, das ist Bodo Thiesen. Seine Position und sein Umgang mit der Kritik wurden im Netz schon genug besprochen. Der Parteivorstand hat auf die Kritik reagiert, auch wenn das sehr langsam und häppchenweise geschehen durfte. So wurde der gute Mann seines Parteiamtes enthoben und sein Ausschluss beantragt.

Schön und gut, nach Monaten wird es auch nicht jeder mehr wissen, wie es abgelaufen ist. Es bleibt nur ein kleines Hacken an der Story. Bodo Thiesen steht immer noch auf der Wahlliste. Kann mir einer das erklären: Ein so gut wie ausgeschlossenes Mitglied kandidiert im Namen der Partei?

Piraten Thiesen 19.08.2009

Links zum Artikel:
Aufmerksam auf die Story wurde ich durch eine sarkastische und etwas rätselhafte Eintragung bei bov. Den ersten Überblick bekommt man in der Auflistung von mjuenemann sowie bei der Netzeitung. Klarheit verschaffen die dokumentierten Stellungnahmen des Revisionisten Thiesen. (Gerade in dieser ehrlichen Dokumentation liegt ein Plus der Piraten, die Kinder des Internets sind.) Darunter Thiesens Unterscheidung zwischen Überfall und Angriff. Im selben Text glänzt ein Satz, der bis jetzt von keinem der Beobachter extra bedacht wurde. Und zwar eine Aussage über

„ein faschistisches Regime, das aufgrund einer mangelhaften Verfassung in Deutschland von 1933-1945 für 12 Jahre an die Macht kommen konnte[...]„

Aus dem Satz kann man schliessen, die „mangelhafte Verfassung“ sei der einzige Grund gewesen, warum Hitler an die Macht gekommen ist. Hmm…
Dokumentiert sind auch Stellungnahmen des Vorstandes (hier, hier und hier), zickige Reaktion des Helden selbst (Link), der in der Distanzierungskunst geübt ist, wie seine frühere Stellungnahme zeigt. Einige Diskussionsbeiträge dazu sind auch lesenswert (hier, hier und hier). Das Thema wird auch bei Spreeblick diskutiert, darunter mit der rechtsradikalen Beteiligung, die eine verdiente Abfuhr bekommt. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass die Debatte zum Thema im Forum der Piratenpartei weniger heiß läuft (dafür aber lang).

 

Inge Günther mit der Hamas-Poesie Montag, 17. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Frankfurter Rundschau, Israel, Medien, Politik, USA — peet @ 11:49 125050978711Mon, 17 Aug 2009 11:49:47 +0000
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Noch eine unermüdliche Hamas-Propagandistin bei der Frankfurter Rundschau. Trotz Dutzende der kritischen Berichte in der deutschen Blogosphäre. Inge Günther macht ihren Job, wir machen unseren. Zwei Realitäten. Die arme Leserschaft.
Nur einige Stellen, damit alles klar ist (Link):

Die Hamas funktioniert erstens als uneingeschränkte Ordnungsmacht und verfolgt vor allem nationale Ziele.

Geschickt formuliert: „nationale Ziele“. Ein Euphemismus für die „Vernichtung Israels“.

Schon aus Eigeninteresse gibt sie zweitens eine Art Bollwerk gegen den ultraradikalen globalen Dschihad ab. Eine Unterscheidung, die reichen sollte, um mit den palästinensischen Islamisten zu sprechen.

Nein, mit den Terroristen sollte man nicht sprechen, auch wenn eine nette Journalistin ihnen verfallen ist.

Der Hamas selbst scheint mehr denn je daran gelegen, aus der internationalen politischen Isolation auszubrechen. Seit geraumer Zeit kehrt ihre Führung, inklusive Exilchef Khaled Meschal, die pragmatische Seite raus. Sie signalisiert, dass sie sich mit einer Zwei-Staaten-Lösung arrangieren könnte, und richtet den Blick dabei nach Washington aus, weg vom Iran.

Das stimmt nicht, eine glatte Lüge.

Mit der Niederschlagung einer El-Kaida-Zelle hat die Hamas gezeigt, wo sie im Kampf gegen den globalen Terror steht – ein Angebot an Obama.

Sehr erfinderisch, ganz in der Logik der Hamas. Selbst darauf gekommen, Frau Hamas-Botschafterin?

Damit verknüpft ist allerdings auch eine Warnung, wohin es führen könnte, wenn sich der abgeschnürte, kriegszerstörte Gazastreifen weiter radikalisiert. Vielen jungen Militanten dort ist die Hamas längst zu lahm, zu etabliert. Wenn die Welt nicht reagiert, wird sie eines Tages noch die Hamas vermissen.

Stockholm-Syndrom? Aha. Was mich allerdings wundert, und das mit einer gewissen Prise Zinismus, warum die Hamas-Freundin eine ziemlich große Zahl der Toten und Verwundeten nicht extra beklagt? Haben sie etwa keine Menschenrechte? Sind es keine Palästinenser?

Ansonsten alles in Ordnung, Frau Günther? Wann verreisen Sie nach Gaza? Oder ist es in Jerusalem bequemer?

 

Link zu Mankells Intifada Freitag, 7. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Literatur — peet @ 22:20 124968361510Fri, 07 Aug 2009 22:20:15 +0000
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Völkerspezialisten haben den Artikel gelöscht (siehe Kommentare zum Posting Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen).
Der Mankell wurde aber schon viel früher verdeutscht. Das Original in Schwedisch wurde am 2.6.2009 publiziert. Dann bei tlaxcala, schon am 26.6.2009, in der Übersetzung von Einar Schlereth. Davor allerdings schon bei der Seite Hintergrund, und zwar am 11.6.2009. Erstaunliche Geschwindigkeit! Und erst am 30.7.2009 bei der Gesellschaft für bedrohte Völker, allerdings ohne Erwähnung der Quelle und des Namen des Übersetzers. Man muss also nicht bei google cache suchen :-)

 

Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen Freitag, 7. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Literatur — peet @ 8:49 124963496708Fri, 07 Aug 2009 08:49:27 +0000
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Wir erleben eine vollkommene Entwertung der Menschenrechte. Das Thema wird von den Terrorverstehern besetzt. Man kann sich kaum mehr zu der menschenrechtlichen Prolematik äußern, weil der Begriff umgepolt ist. Im Lager der Israelkritiker herrscht jetzt bestimmt eine große Freude: Henning Mankell hat Israel delegitimiert. In offener und absoluter Deutlichkeit spricht er dem Staat Israel das Recht auf Existenz ab. Ein widerlicher Text.
Die zweifelhafte Ehre der deutschen Publikation gehört den Menschenrechtlern in Berlin (Link). Schande über euch!

Dank an Daniel Leon Schikora, der in seinem Blogbeitrag auf diese Selbstentlarvung eines Krimiauthors aufmerksam gemacht hat (Link).

 

„Die israelkritische Tochter“ als „Publizistin“ Montag, 3. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Israel, Medien, Politik — peet @ 7:29 124928458607Mon, 03 Aug 2009 07:29:46 +0000
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Raimund Weible im Schwäbischen Tagblatt hat etwas Neues erfunden (Link):

Hecht-Galinski ist die israel-kritische Tochter des verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Heinz Galinski und lebt im Kreis Lörrach.

Köstlich. Der restliche Text ist auch voll der Peinlichkeiten. Die israelkritische Tochter ist inzwischen von der Jungen Welt zur Publizistin mit einer Leserbriefpublikation geschlagen. Im pluralis majestatis geht da hart zur Sache (Link):

Man fragt sich allerdings, ob der Zentralrat noch für alle deutschen Juden oder nicht viel mehr für Israel spricht. Haben nicht auch die Vorstandsmitglieder deutsche Pässe? Es wird Zeit, daß sich deutsche Juden gegen diese ständigen und beleidigenden Maßregelungen der deutschen Öffentlichkeit, Medien und Politik zur Wehr setzen. [...] Auf Journalisten und Korrespondenten, die ständig Unwahrheiten und falsche Anschuldigungen verbreiten, können wir sehr gut verzichten. Das gleiche gilt für die Websites und Netzwerke jüdischer und israelischer Interessenvertreter, die Hetze gegen alle Israel kritischen Stimmen verbreiten. Neuerdings sogar professionell und gegen Bezahlung betrieben, initiiert von der israelischen Regierung.

Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Noch ein recht amüsanter Text wurde von derselben Jungen Welt verewigt, nämlich von Wolfgang Richter, im Namen der Menschenrechtskämpfern in der ehemaligen Uniform (Link). Ihm

fällt übrigens keine Menschenrechtsorganisation in Deutschland ein, die einen höheren prozentualen Anteil jüdischer Bürger unter ihren bislang 13 Preisträgern hätte als die GBM. Das kann auch niemanden verwundern, der der GBM die DDR-Herkunft der meisten ihrer Mitglieder vorwirft. In der DDR waren in Regierung wie übrigens auch im Zentralkomitee der SED (nach einer Untersuchung von Mario Kessler) bis 1967 sieben bzw. acht jüdische Bürger vertreten, während in der Bundesrepublik bis dahin nicht ein einziger an der Regierung beteiligt war. Das war wohl nicht nur der Schatten Globkes, sondern Ausdruck offizieller Staatspolitik der Adenauer-Ära und eines unbewältigten Faschismus. Gänzlich haltlos ist der heute in diesem Zusammenhang von David Harris vorgebrachte Vorwurf, die GBM werde durch ehemalige Stasi-Mitglieder geleitet. Das ist ein ähnlicher Vorwurf wie der, auf dessen Wiederholung Anne Will angesichts unserer beabsichtigten Klage dagegen in ihrer Talk-Show seither verzichtete. Was aber soll dieser Vorwurf nun gar noch im Zusammenhang mit Israel, ganz unabhängig von seiner Absurdität, wo doch das MfS bei der Verfolgung der Eichmänner gewißlich an der Seite Israels stand?

Man wirft Felicia Langer gewissermaßen jüdischen Antisemitismus vor. Auch das ist grotesk, ist ihr gesamtes Denken und Handeln doch von tiefer Liebe zu allen Menschen erfüllt. (…)

Es bleibt uns der mahnende Satz Felicia Langers: »Wer in Deutschland aus Furcht vor einem Beifall von der falschen Seite zu Israels verbrecherischer Politik gegenüber den Palästinensern schweigt, ist schon wieder ein bißchen Mittäter.«

Unzählige Kostbarkeiten, so gut wie in jedem Satz. Tja, so geht das weiter.

 

Leif Eriksson: ein Historiker, Germanist und Amerikanist oder ein linkssozi? Sonntag, 26. Juli 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Broder, Deutschland, Freitag — peet @ 15:15 124862133303Sun, 26 Jul 2009 15:15:33 +0000
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Im vorigen Beitrag ging es um die enorme Aktivität eines neuen Bloggers beim „Freitag“, der von seinen vier Beiträgen drei ein und demselben Thema gewidmet hat.
Jetzt möchte ich meine Leser um die Auflösung eines Rätsels bitten: Es gibt zwei Texte. Der eine ist bei der Frankfurter Rundschau online erschienen – als ein Blogkommentar (Link), mit der Einführung:
Kommentar von: linkssozi
Geschrieben am 25. Juli 2009 um 13:08 Uhr
Eriksson1
Der andere ist beim „Freitag“ erschienen, auch ein Blogkommentar (Link), Kommentar N. 22662, mit der einführenden Zeile:

leif eriksson schrieb am 25.07.2009 um 13:11
Eriksson2

Da ich keine Unterschiede zwischen den beiden Texten finde, frage ich, ist das derselbe Autor? Wer ist er, ein linkssozi? Oder ein Historiker, Germanist und Amerikanist? Oder, um Gottes Willen, zwischen 13:08 und 13:11 ein Broderianer?

 

Broder versus Langer: Der Freitag weiss sich zu positionieren Sonntag, 26. Juli 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Broder, Deutschland, Freitag, Israel, Medien, Politik — peet @ 11:37 124860827211Sun, 26 Jul 2009 11:37:52 +0000
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Da Broder inhaltlich meist im Recht ist, kann man ihn nur aus der Sicht einer Klassendame mit Anstands- und Benimmvorwürfen angreifen.
Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer durch den grünen Bürgermeister Tübingens wird in die deutsche Geschichte eingehen als neue Stufe in der politischen und gesellschaftlichen Kampagne gegen Israel. Orwell lässt grüßen.
Broder versucht eine Gegenkampagne zu starten, das wird ihm selbstverständlich sofort vorgeworfen. Wie immer, Aktion und Reaktion werden ausgetauscht.
Nun mischt sich auch noch die Wochenzeitung „Freitag“ ein, das wollen wir hier festhalten: Vor einigen Tagen bot sich wie gerufen die Gelegenheit an, Broder die eine Unanständigkeit vorzuwerfen. Im Netzwerk Achse des Guten wurde ein Kollege Broders, der Journalist Posener, vor die Tür gestellt, aufgrund einer Denunziation. „Der Freitag“ hat daraus eine Story gemacht (Link), gemäß dem härteren Boulevard nach Jakob Augstein. Eine Schlammschlacht, in welcher Broder ganz gewiß nicht gut dasteht. Der Freitag wähnt sich dabei, sehr gut dazustehen.
Gestern abend hat der „Historiker, Germanist und Amerikanist“ Leif Eriksson bei dem Freitag gebloggt (Link) und dabei einen Beitrag Broders aus derselben Achse einfach so komplett hineinkopiert und das ohne Verlinkung (auch gewiß ganz anständig). Dafür mit Empörungs- und Anstandsformeln, wie es sich gehört. Nur diesmal geht das in die Hose, weil diesmal geht es um Inhalte. Darin sagt der Oberbürgermeister Boris Palmer:

Sie tragen dazu bei, dass es in Israel keine kritische Debatte über die Politik des eigenen Staates geben darf.

Darum geht es, und das macht der Freitag mit. Das ist immer wieder dieselbe irre Überzeugung, man solle von Deutschland her Israel belehren und erziehen. Diese Erzieher wissen zwar nichts über die innere Situation in Israel, nichts über das Ausmaß der Debatten dort. Sie haben keine Ahnung davon, wie rückständig im Vergleich dazu die Kritikfähigkeit der deutschen Politik und Gesellschaft insgesamt ist, sie ereifern sich trotzdem oder gerade deswegen.
Boris Palmer ist für die Kritik unerreichbar, weil er sich im Mainstream der antiisraelischen Krankheit bewegt. Der Freitag macht daraus Boulevard, wie schon viele, die an der Provokationskunst Broders schmarotzen, ohne zu merken, wie sie nur sich selbst entlarven. So, wie Eriksson in seinen vier (!) Beiträgen Giordano und die jüdische Community behandelt, ist keine feine Art. Er ist nicht allein. Auch die Redaktion macht da gerne mit und greift Giordano an, in bester Bild-Manier (Link). Versteht Augstein der Jüngere das unter härterem Boulevard? Klar:

jetzt könnt ihr euch schön weiter über Giordano Bruno streiten und ihn verbrennen oder es bleiben lassen.
(In Wahrheit seid ihr, liebe Redaktion und liebe Community, in der Frage doch eh aller einer Meinung …)

Bon chance!
UPDATE: Nach dem vorläufigen Ende der Langer-Kampagne (Ralph Giordano hat seine Ankündigung zurückgezogen – er behält seine beiden Verdienstkreuze) lohnt es sich, Giordanos Text von 1991 (Link) noch einmal zu lesen. Literarisch etwas blaß, aber immerhin argumentativ und klar.

 

Da kann man nichts gegen machen Donnerstag, 23. Juli 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Israel, Medien, Politik — peet @ 12:41 124835286812Thu, 23 Jul 2009 12:41:08 +0000
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Eine verblüffende Feststellung nach der bekannten polizeilichen Aktion während der Mob-Demo in Duisburg. Wie in der Zeitschrift „Konkret“ jetzt berichtet wird (Link):

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Mitglieder des Innenausschusses des Düsseldorfer Landtags aufgefordert, sich für die vorschnelle Vorverurteilung der Polizei im Duisburger Flaggenstreit zu entschuldigen. „Die Behauptung, das Abhängen von zwei israelischen Fahnen am Rande einer Demonstration Anfang des Jahres in Duisburg sei rechtswidrig gewesen, ist durch ein Rechtsgutachten widerlegt, das heute im Innenausschuß diskutiert wird“, erklärte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. „Ich erwarte, daß sich die Innenpolitiker des Landtags, die nach der Demonstration von einem ›rechtswidrigen Polizeieinsatz‹ und einem ›schwarzen Tag für die Demokratie‹ gesprochen haben, bei den vor Ort eingesetzten Polizeibeamten entschuldigen.“ Bereits unmittelbar nach der Duisburger Demonstration im Januar hatte Richter darauf hingewiesen, daß das Abhängen der israelischen Flagge zwar wegen des besonderen Verhältnisses Deutschlands zu Israel politisch problematisch sei, daß aber das Verhalten der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten rechtlich einwandfrei gewesen ist. Ein Vorgehen der Polizei gegen sogenannte Nichtstörer kann bei Demonstrationen eine Alternative sein, wenn die Polizei sonst eine Eskalation der Gewalt nicht verhindern kann, erklärte Richter bereits im Januar. Das Verhalten der Polizei sei deshalb richtig gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch das Gutachten, das der Bielefelder Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Vahle im Auftrag des Innenministeriums erstellt hat. Dort heißt es: „Das Eindringen in die beiden Wohnungen und die Sicherstellung der beiden israelischen Fahnen waren rechtmäßig.“ Vahle sieht ausdrücklich auch die Voraussetzungen des polizeilichen Notstands erfüllt. „Die Polizei durfte wegen Alternativlosigkeit gegen die Nichtstörer einschreiten“, stellt Vahle fest.

Wie schön lässt sich so das eigene Versagen entschuldigen!

 

Saftige Forderung Sonntag, 11. Januar 2009

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Es ist zu wahrscheinlich, um photoshopped zu sein:

Direkt aus Amerika

 

Die Glosse und die Wahrheit der Linken Partei Samstag, 10. Januar 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Politik — peet @ 13:55 123159571501Sat, 10 Jan 2009 13:55:15 +0000
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Als ich im Weblog „Band of Brothers“ den Text über den bekannten Vorfall mit den vier Demonstranten gelesen habe, die für das Aufbringen der israelischen Fahne von der Polizei sofort weggeholt wurden, war ich erschrocken. Erst durch die Übertreibungen im Stil einer angeblichen Presseerklärung der Linken Partei NRW konnte ich verstehen, dass es eine Glosse ist. Dann habe ich recherchiert und eine tatsächliche Resolution derselben gefunden, voll Lügen und Unterstellungen. Und: Ich bin wieder erschrocken, nur ist das keine Glosse mehr, sondern purer Antisemitismus. Genossen! Seid ihr noch bei Sinnen?

 

Und so schreibt Ellen Rohlfs, wenn sie nicht gerade Uri Avnery übersetzt Samstag, 10. Januar 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Falschmeldungen, Israel, Medien, Politik — peet @ 12:12 123158953612Sat, 10 Jan 2009 12:12:16 +0000
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Von vielen verbreiteten Lügengeschichten der letzten Tage hat eine mich besonders erfreut.

Ellen Rohlfs, Übersetzerin und treue Mitkämpferin Avnerys, hat es geschafft, einen leider gekürzten Leserbrief in der „Nordwestzeitung“ unterzubringen. Das Land soll seine Heldinnen an der antisemitischen Front kennen:

Ellen Rohlfs bei der Arbeit

Über die selbst gebastelten Raketen wurde schon genug geschrieben, über ihre Zerstörungskraft, wie auch über die viel stärkeren Raketen, die nach dem Sturm der Grenze zu Ägypten reingeschmuggelt wurden. Darunter Raketen russischer Konstruktion aus iranischer und chinesischer Produktion, mit der Reichweite bis zu 70 km.

Genug wurde auch über den Vorfall mit der sogenannten UN-Schule geschrieben. Über die Leichen von Raketenspezialisten, die namentlich genannt wurden. Die nach dem Abschuss ihrer Raketen direkt zurückbeschossen wurden und auf der Stelle getroffen (dies wurde auch von den palästinensischen Augenzeugen bestätigt). Über deren Munition, die anschließend explodierte und zum Tod der Zivilisten in dem Gebäude geführt hat. Ach was, das sind doch nur „Lügen“, sagt Rohlfs. Schön-schön.

 

„Die Zeit“ passt auf die Antisemiten auf Montag, 5. Januar 2009

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Kommentarzonen der großen Internetportale sind eine Plage für Moderatoren. „Die Zeit“ weiß das bestimmt auch. Zu dem kleinen Artikel über die bekanntlich standhafte Äußerung der Bundeskanzlerin Merkel zu den Kriegshandlungen im Nahen Osten vom 29.12.2008 haben sich bis dato 97 Kommentare gesammelt (Link). Für „Die Zeit“ ist das ziemlich viel.

Ich habe sie leichter Hand ausgezählt. Gegen Israel sind darin etwa 53 Aussagen, pro Israel etwa 19. Viele „Israelkritiker“ beziehen sich auf die Tagesschau- und heute-journal-Berichte (Link) oder Udo Steinbach-Interviews (Link). Gelöscht wurde 1 Kommentar, der Rest besteht aus der Polemik in der Art „selber das und jenes…“ Auffallend ist die behutsame Einmischung der Moderation - mittendrin in vielen Texten sind Auslassungen sichtbar, begleitet von den Erziehungssprüchen wie

bitte vermeiden Sie Aussagen, die als antisemitisch aufgefasst werden können/ Redaktion; svb

Das ist ja wunderbar. Schade nur, dass das nicht geholfen hat. Schade nämlich, dass der eigentliche antisemitische Aufruf des anerkannten Cains, eine Volkshetze der übelsten Art,  gegen Israel und gegen die klaren Worte Merkels Stimmen zu sammeln, in keinster Form korrigiert oder gar zensiert wird:

cain bei der Zeit am 4.1.2009

Dagegen können Moderatoren ja nichts unternehmen. Warum? Weil sie das nicht verstehen. „Die Zeit“ kann man zu dem hohen Bildungsniveau der Moderatoren gratulieren. Die widerliche Aktion läuft seit mehreren Tagen auf Hochtouren. In vielen Blogs wurde darauf aufmerksam gemacht, am deutlichsten war Claudio Casula (Link), Henryk Broder hat daraus eine Zitatensammlung angefertigt (Link). Die weisen Aktivisten freuen sich nur umsomehr der gewollten Publicity und wälzen sich gerne im eigenen Dreck. „Die Zeit“ ist also auch dabei. Schön-schön. So wird an der vox populi gekocht…

Nebenbei als parallele Geschichte: Libyens Väterchens geliebter Sohn hat Tschechien mit dem Bruch der diplomatischen Beziehungen gedroht (Link). Er

forderte Tschechien auf, sich für die Bezeichnung der israelischen Bodenoperation als „defensive“ Aktion zu entschuldigen.

Der kleine große Führer droht Tschechien, der Cain droht der deutschen Bundeskanzlerin. Einige machen mit – sie alle wissen, was sie tun.