Archiv für die Kategorie ‘Finkelstein’

Alan Dershowitz versus Norman Finkelstein

Sonntag, 24. Juni 2007

Der wortgewaltige Kampf Dershowitz’ gegen Finkelstein ist nach der neuesten Niederlage des letzteren (Link) zu einem lesenswerten Internetauftritt des ersten geführt. Der englische “Guardian” ließ Dershowitz in dem für seine Begriffe kurzen Text seine pointierte vernichtende Kritik noch einmal ausformulieren (Link) samt berühmter Zitate, die die antisemitische Einstellung Finkelsteins belegen.

Sehr beeindruckend ist die daraufhin entstandene Diskussion zwischen den Lesern, die von der Redaktion schon am zweiten Tag beendet wurde, trotz der Regel, verbale Ausschweifungen drei Tage zuzulassen, - weil so viele antisemitische Wortmeldungen erschienen waren oder weil sie sehr schnell als solche entlarvt worden sind? Viele Teilnehmer beziehen sich auf eine berühmte Diskussion aus dem Jahr 2003 zwischen den beiden Helden (Transkription: Link, Video: Link, Link, Vorsicht: unverhohlen antisemitische Kommentare) und versuchen sie unterschiedlich zu interpretieren, die meisten leider falsch. Zum Beispiel: Finkelstein findet heraus, dass Dershowitz eine Zahl falsch zitiert hat - 2000 bis 3000 Palästinenser seien 1948/49 auf der Flucht gewesen. Dershowitz ist irritiert und stellt fest, das sei ein Druckfehler, der nur noch einmal seine Position untermauere, gemeint sind 200 000 bis 300 000 Flüchtlinge. Finkelstein und seine Fans sind unerbittlich und wollen es nicht einmal verstehen, dass sie sich damit erst einen Bärendienst erweisen, wenn sie Dershowitz auf diese plumpe Weise angreifen und nichts inhaltlich anbieten können. Kein einziger Leser merkt dabei, dass sich Finkelstein dabei als Prof ausgibt. :-)

Für die ungeduldigen Lesern meines Blogs verlinke ich hier die aus meiner Sicht besonders gelungenen inhaltsbezogenen Beiträge dieser Diskussion:

(Link, Link) von Torontoguy

(Link, Link) von GrandOldMan

Finkelstein wurde DePault

Sonntag, 17. Juni 2007

Die Geschichte um die professoralen Träume Norman Finkelsteins, Liebling heutiger Antisemiten weltweit, ist zu einem vorläufig guten Ende gekommen: Er ist raus aus dem Spiel, das heißt die DePaul-Universität in Chicago ist an ihm nicht weiter interessiert. Der Anfang dieser Bataille wurde in diesem Blog vorgestellt (Link).

Wie immer, soll hier kurz auch die Reaktion der deutschen Medien begutachtet werden. In der einzigen Zeitung fand die Misere ein Nachspiel - Christoph von Marschall hat für den “Tagesspiegel” die Story in eine seltsame Verpackung gebracht (Link). Das Wort “israelkritisch” ist bei ihm deutlich ein Euphemismus für “antisemitisch”. Finkelstein scheint ein unschuldiges Lamm zu sein, die jüdische Weltverschwörung droht aus allen Ecken zu strömen. Ansonsten seien das alles nur Reibereien unter “jüdischen Intellektuellen”, nicht weiter schlimm. Beim Thema Tony Judt war ein Beitrag von demselben Journalisten ausgewogener (Link). Warum jetzt voll aus den Rudern?

Die positive Darstellung entdecken wir bei heplev (Link), der auch bei PI (Link) darüber mit Zitaten gut informiert. Da bei dem PI keine Zensur der Kommentare stattfindet, können sich auch Antisemiten da günstig austoben, was bei einem solchen Anlass kein Wunder ist. Insbesondere Nr.8 ist für eine Sammlung antisemitischer Sprüche druckreif:

Wie Ihr seht, ich kritisiere in der Sache, von Anti- oder Philo-Semitismus keine Spur. (Ob das von Euch akzeptiert wird?).

Ach ja, die Einordnung des Holocaust: Als eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, das ein gutes Beispiel von mehreren als Mahnung für alle Menschen ist, wohin es kommen kann, wenn man sich ideologisch vergaloppiert.

Noch weiter geht politblog.net selbstverständlich (Link). Diesen letzten verlinke ich in diesem Fall ausnahmsweise, empfehle allerdings, nach der Lektüre die Hände zu waschen.

Ich erwarte weitere Beschimpfungen seitens LanceThruster & Co im Namen des “international bekannten Politologen” (Marschall). :-)

Norman Finkelstein will Prof werden

Sonntag, 15. April 2007

Der Lieblingsgast von Sabine Christiansen ist nämlich noch kein Professor - ach, was für ein Problem. Wie auch immer, baut sich eine große Protestwelle dagegen auf, die von Alan Dershowitz angeleitet wird (Link). Einen ausführlichen Bericht über den aktuellen Stand der Dinge hat Jennifer Howard geschrieben (von einigen Bloggern zitiert, wie z.B. hier).

Jetzt werden Unterschriften online gesammelt, als ob es von Bedeutung wäre. Pro Finkelstein sind zur Stunde schon 3930 Unterschriften, contra Finkelstein - 2504. Die Sinnlosigkeit des Unternehmens (darf ich auf Links zu beiden verzichten?) kann mit einem Beispiel gut belegt werden. Zwischen den Unterschriften gegen die Berufung Finkelsteins findet sich unter der Nummer 2494 ein seit Jahren im amerikanischen Internet wütender Antisemit. Dieser LanceThruster stellt seine Unterschrift also gegen Finkelstein und schreibt dazu:

Viva Dr. Finkelstein! He is certainly one of the great truth-tellers of our time. 

Das will heißen, der Typ ist so blöd, dass er dagegen auftritt, obwohl er dafür meint. Sein “schönster” Auftritt (darunter auch die fulminante Entlarvung samt seinem realen Namen) ist in einem englischsprachigen Forum aus dem Jahr 2005 zu bewundern (Link). Wirklich exemplarisch! Sein anderer Spruch ist selbstredend (Link):

Hamas and Hezbollah are legitimate resistance movements as per international law. As an atheist, I sincerely wish them godspeed.

Das ist Finkelsteins Brut, wie er sie sich wünscht und verdient.