Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Wo sind cartoons zum russischen Putin-gegen-Kinder-Gesetz? Sonntag, 30. Dezember 2012

Ich bitte um Verweise, bis jetzt konnte ich keine Karikaturen zum Thema finden.

Nur ein Paar schöne Arbeiten wie zum Beispiel:

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Der Text dieser Silvesterkarte lautet:

“Es soll alles Schlechte im Neuen Jahr weggehen!”

Oder:

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Zum Thema des widerlichen Gesetzes kann ich das erschütternde Buch von Ruben Gallego “Weiß auf Schwarz” als Lektüre empfehlen (in einer leider unprofessionellen Übersetzung ins Deutsche):

 

Holm Putzke hat bis zu NY Times geschafft Samstag, 28. Juli 2012

“The New York Times” informiert ihre Leserschaft über die Beschneidungsdebatte und bringt eigene Beiträge zum Thema, darunter als erster erschien ein Text von Holm Putzke (am 11.7.2012). Mit dem Titel

Let Boys Decide at 16

Ein Kommentar ist besonders köstlich und wurde auch von der Redaktion favorisiert:

The yiddish word for foreskin is PUTZ…a derogative sometimes used to indicate a stupid person. PUTZKE is the diminutive of the word. Isn’t THAT amusing?!

Mir gefällt’s.

 

Eine RTL-Anekdote Mittwoch, 14. Juli 2010

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die wunderbare Anekdote, die Evelyn Roll letztes Jahr in der SZ aufschrieb. Im Zuge der Veröffentlichung eines Buchs über Herbert Wehner hatte eine “Journalistin” von RTL im Willy-Brandt-Haus angerufen und wollte mit Herbert Wehner verbunden werden. Der Referent fand’s lustig: “Tut mir sehr leid, Herr Wehner ist gerade in einem wichtigen Gespräch mit Franz Josef Strauß, da kann ich jetzt nicht stören.” – Sie: “Okay, dann darf ich also später noch einmal anrufen?” [Link]

 

Die Gaza-Blockade funktioniert nicht! Sonntag, 13. Juni 2010

Was ist das für eine Blockade, wenn der Hamas-Premier Hanija fast nur israelische Produkte auf dem Tisch hat? Nachdem die egyptische Seite den Durchgang zu Gaza eröffnet hat, kamen 9 egyptische Parlamentarier, allesamt von der Muslimischen Bruderschaft, nach Gaza. Sie wurden mit einem Festessen empfangen. Als sie auf dem Tisch israelische Gerichte und Produkte entdeckten, schrien sie Hanija an: “Shame on you!” (Link).

Das Leben erfindet Witze, wie sie kein Satiriker zustande bringen würde…

 

Eine Satire zum aktuellen Gaza-Zwischenfall Freitag, 4. Juni 2010

Sehr gelungen ist der Beitrag aus Israel, in dem ein berühmtes Song mit einem neuen Text und Einblendungen verfremdet wird. Aktuell!

UPDATE: Da in vielen Blogs diese Satire falsch eingeführt und attributiert wird, soll noch einmal an dieser Stelle ausdrücklich gesagt werden:

Die Satire entstammt einer Gruppe, die der Zeitung “Jerusalem Post” nahe steht und weder mit der Armee noch mit der Regierung etwas zu tun hat (die Namen der Beteiligten und der Autoren werden am Ende des Videos eingeblendet). Sie ist gegen die medialen Lügen der ersten Tage nach dem Zwischenfall gerichtet und ist nur in den Augen deren zynisch, die den Zynismus der gemeinen antisemitischen Lügen nicht merken wollen.

 

“Die Zeit” erweitert ihren Freundeskreis Sonntag, 6. September 2009

Alle Welt ist voll Lobes: Die Zeit online ist schön in neuem Design. Inhalte und der Qualitätsjournalismus sind aber da geblieben, wo sie waren. Nur ein Beispiel, dafür eins voll der Selbstironie, unfreiwillig selbstverständlich (Link):

“Wer immer nur für seinen Freundeskreis schreibt, bleibt auch auf dem Niveau seines Freundeskreis.”

Sic!
Über den Inhalt des Artikels reden wir lieber nicht.

 

Horst Schlämmer als Spiegel der deutschen Politik Samstag, 22. August 2009

Der Film von Hape Kerkeling über seine langjährige Kunstfigur Horst Schlämmer ist ein Ereignis. Künstlerich amateurhaft konzipiert und geschnitten, mit meist schwachen (oder gar keinen) Schauspielern besetzt, reißt er kaum Masken von den großen politischen Tieren nieder. Es sind sehr wenige gelungene Verballhornungen, die im Gedächtnis bleiben wie beispielhaft blöde Manifeste von gewissen realen Parteivertretern (“bedingungsloses Grundeinkommen”), die unendliche sinnlose Begeisterungsfähigkeit von Bushido, die Pofalla-Parodie, die Merkel-Parodie, die Ulla-Schmidt-Parodie. Ansonsten ist es sehr schade, dass die effektvolle Pressekonferenz Horst Schlämmers nicht einmontiert wurde (obwohl das doch deren Sinn war!). Auch klar ist es, dass die lebendigen Improvisationen Kerkelings immer kunstreicher und wirkungsvoller als der gestellte Film sind, und Horst Schlämmers Fernsehauftritte der letzten Jahre im Film nicht übertroffen werden. Kerkeling erreicht die Höhe des großen Provokateurs Sasha Baron nicht, so schafft er nicht, Rüttgers vorzuführen. Bei Özdemir gibt es nichts vorzuführen, der macht einfach mit, weil er doch so nett ist.

Was der Film klar macht, das ist die allgemeine politische Misere Deutschlands. Schlämmer entspricht der Trostlosigkeit des realen politischen Lebens, er spiegelt sie. Damit ist schon alles gesagt. Am Rande will ich eins noch nicht vergessen: Dass die festangestellten Moderatoren der Fernsehnachrichten im Film mitmachen, ist aus meiner Sicht die Verletzung der ethischen Vorschriften, was aber auch nur auf dasselbe hinaus läuft. Bettina Schausten vergisst das, wenn sie den anderen Spiegel vorhält.
Ich verlinke hier noch lesenswerte Kritiken von Rüdiger Suchsland, Peter Zander, Oliver Jungen:

Horst Schlämmer heißt nicht nur fast genauso wie der jetzige Kölner Oberbürgermeister, Fritz Schramma, er sieht auch fast genauso aus und redet fast genauso. Aber blitzgescheit ist er, so gescheit wie sein Hochleistungsdarsteller Hape Kerkeling eben. Und nach dieser Intelligenz, mag sie hier auch weggegrunzt werden, dürstet es das ausgetrocknete Land. Denn es ist nicht der Egoismus der Politik und nicht der Zynismus des Showgeschäfts, der in Kerkelings grundsolidarischem Humor seinen Ausdruck findet, sondern das zutiefst Menschliche, das man ansonsten zu verstecken gelernt hat in der Schamgesellschaft. Denn was macht Horst Schlämmer, dieses schnaufende Lamm Gottes? Er sieht Marotten und nimmt sie an, damit man mit Schlämmer über Schlämmer lacht, nie über die anderen. Horst Schlämmer, zur Schande für alle anderen Mitglieder der Kaste sei es gesagt, wäre der Politiker, dem man sich anvertraut. Denn Horst Schlämmer, das sind wir.

Einen direkten Vergleich zwischen der Kunstfigur Schlämmer und den realen Politikern zieht der Politikberater Michael Spreng durch. Es gibt auch Zeitungen, die bei der Berichterstattung zu dem Thema Fehler machen. Zum Beispiel Jörg Schindler im Kölner Stadt-Anzeiger und genauso in der Frankfurter Rundschau, der Ursula Kwasny zur “immerhin CDU-Bürgermeisterin von Grevenbroich” leichter Hand kürt. In derselben Zeitung kann Ute Diefenbach den Regisseur des Films Angelo Colagrossi bei der Pressekonferenz nicht identifizieren (“ein Italiener, den niemand verstehen kann”).

Extra sei hier noch erwähnt, dass sich offensichtlich auch solche Leute finden, die mit der Spiegel-Bedeutung der Kunstfiguren Kerkelings nicht viel anfangen können. Es gibt darunter hochgebildete Snobs, die auch “Hurz” für gute Musik halten und sich wundern, dass diese von Kerkeling selbst runtergemacht wird (Link). Es gibt auch Politiker (Ramsauer), die schon im “Zirkus” das eigentliche Problem der Politik entdecken. Ich glaube, davon wird im Laufe der Tage noch mehr kommen. Das ist einerseits amüsant, andererseits bestätigt noch einmal mehr die triste Atmosphäre im Lande, in dem eine satirische Darstellung der Misstände für schlimmer gehalten wird als diese Misstände selbst. Exemplarisch dafür ist insbesondere der neidische Hajo Schumacher, der sich im Offenen Brief direkt an Horst Schlämmer wendet:

Sie sind nicht relevant. Sie saugen sich einfach nur fest an diesem Land, Sie sind eine Zecke am Allerwertesten der Demokratie. Sie nutzen deren Freiheiten, um sie lächerlich zu machen. Das ist nicht komisch, sondern schwach.

Auf eine verrückte Weise bestätigen solche Invektiven nur, dass der Schlag ins Gesicht die Richtigen trifft. Wie das auch immer mit der Satire ist. Die Folgen werden von Stefan Niggemeier (hier und hier, das Meiste wird wie oft bei ihm in den Kommentaren ausformuliert) besprochen, wobei Hajo Schumacher da erstaunlicherweise mitmacht und sich vorführen lässt. Kerkeling (als Schlämmer) erscheint da auch und macht den Klamauk komplett:

also liebe freunde
isch existieren wirklich – da muss ich dem hajo recht geben!
achim steht auch voll auf hasenpauer als dauerläufer, weiste.
und immer schön wähln gehn oder laufn …
euer horst

und bitte: Streit euch nich meinetwegen, weiste.
Lohnt doch nich, Schätzeleyen

Zum Schluss verlinke ich noch YouTube-Clips, die zu diesem Posting passen. Zuerst die Pressekonferenz zum Film:

Und weil die schönsten Auftritte Schlämmers dazu auch gehören, noch drei davon. Das sind die Preisverleihung 2006 (mit Anke Engelke als Ricky):

Die Begegnung mit Claudia Schiffer und Thomas Gottschalk:

und zuletzt den Klamauk mit Damen Herman und Tietjen:

 

Obamas Umfragewerten sinken, Witze dagegen… Samstag, 25. Juli 2009

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kommen öfter. Diese zwei sind gut:

 

Saftige Forderung Sonntag, 11. Januar 2009

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Es ist zu wahrscheinlich, um photoshopped zu sein:

Direkt aus Amerika

 

Lob den Drogen Donnerstag, 23. Oktober 2008

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Bei der folgenden Präsentation kann man schwer sagen, ob es hier um eine Parodie oder eine unfreiwillige und um so mehr faszinierende Verballhornung des Hits von Amy Winehouse geht. Ich konnte keine weiteren Spuren vom netten älteren Herren finden, der so souverän auftritt. Ob es ein Rabbiner ist, und dazu noch leicht betrunken, wie es auf der revver-Seite angedeutet wird, kann ich auch nicht sagen. Wer mehr weiß, möge sich bitte bei mir melden.

Zum Vergleich verlinke ich auch das Original, einmal aus besseren Tagen:

und einmal ziemlich unten, das Publikum ist nicht zu vergessen:

Und zum weiteren Verständnis sei noch auf den Text hingewiesen, zum Erschaudern (Link).

 

Ein neuer Putinwitz Mittwoch, 30. Januar 2008

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Ein russischer Radiozuhörer hat während einer laufenden Sendung live in Moskau vorgeschlagen, die Stadt Sankt-Peterburg [Sankt-Petersburg] in Sankt-Putinburg [Sankt-Putinsburg] umzubenennen.

 

Cartoons über die russische Politik Dienstag, 1. Mai 2007

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Der gute Ruf des Präsidenten Putin ist endgültig dahin. Die Jahre von Perestroika und Glasnost sind vorbei. Die Satiriker zeichnen ein ganz böses Bild, monatelang. Die amerikanische Internetzeitung “Slate” bringt politische Cartoons aus mehreren Quellen zusammen (Link). Eine Auswahl daraus (ohne die bösesten wohlgemerkt) vom Mai 2006 an bis heute:

 

Tiere denken Mittwoch, 7. Juni 2006

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Im Offenen Kanal Bremen lief eine Sendung über den Umgang mit den Tieren. Eine Frau, im Tierschutz tief verwurzelt, erzählte über die Gestaltung der Rundgänge für die Interessenten, die sich das eine oder das andere Tier in einem Heim holen wollen. Das dürfe aber nicht zu viel werden, sonst sei es zu stressig für Tiere. Denn:

Die Tiere denken: “Na, gleich werde ich mitgenommen…”

 

Warten auf Beckett Samstag, 8. April 2006

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In Zeitungen von heute steht viel zum Jubiläum von Samuel Beckett. Einige Literaten sind selbstredend, ich meine, sie sagen mehr über sich selbst (ich zitiere aus der “Welt” und NZZ):

Elfride Jelinek

Beckett ist für mich der Autor der radikalen Reduktion. Das macht ihn zu einem sehr männlichen Autor, denn die Souveränität, etwas wegzunehmen, indem man erschafft, hat die Frau nicht und bekommt sie auch nicht.

Joachim Unseld

Mir ist vom Whiskey und der Hitze schon etwas mulmig, Beckett ist nichts anzumerken. Das Zimmer ist völlig verraucht und unser Gespräch inzwischen weit entfernt vom Thema Literatur beim Sport gelandet. “Bum Bum Becker” hat es ihm angetan, zum Beispiel. Welchen Sport ich mache. Schwimmen. Und seit neuestem für die Gesundheit Yoga. Beckett zeigt sich amüsiert: Da würde man doch auf dem Kopf stehen und ob ich das könne? Ich nicke. Er fragt: “Hier?” – “Wie: Hier?”, frage ich zurück. “Na, hier eben.” Und er deutet lächelnd vor sich auf den Dielenboden. “Hier?” frage ich erneut “Aber ja!” bestimmt er: Ich habe nichts anderes zu tun, als mich in einem Pariser Altersheim und mit drei Gläsern Whiskey im Blut vor dem großen Autor und Nobelpreisträger Samuel Beckett auf den Kopf zu stellen. Beckett betrachtet den Kopfstand mit fachmännischem Interesse. Darauf stoßen wir – zurück auf den Füßen – gleich nochmal an.

Jean-Philippe Toussaint

Anfang der achtziger Jahre schrieb ich einen Brief an Samuel Beckett. Ich erklärte ihm, dass ich mich als Schriftsteller versuchte, fügte an, vermutlich wendeten sich viele Unbekannte an ihn, und statt ihn um sein Urteil über einen meiner Texte zu bitten, schlug ich ihm eine Partie Fernschach per Brief vor, bei der ein Theaterstück von mir auf dem Spiel stehen sollte. Gewänne ich, würde er das Stück lesen und mir seine Meinung dazu sagen; gewänne er, würde ich selber mit ausgeruhtem Kopf das Stück nochmals durchgehen. Mein Brief endete so: Falls ja, 1. e4. Postwendend antwortete Beckett: Schwarz gibt auf. Schicken Sie das Stück. Herzlich, Samuel Beckett.

Ich schickte ihm das Stück, und nach einer oder zwei Wochen meldete er sich erneut: Er hatte das Stück gelesen und riet mir, es zu kürzen.

So viel zu Beckett. :-)

 

Feministische Pointe Samstag, 1. April 2006

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Martin Buchholz beschliesst seinen aktuellen “Wochenschauer” (vom 31.3.2006) mit einigen entzückenden Wort-witzen (und -spielen):

Der “Spiegel” mausert sich dabei immer mehr zum Zentralorgan des patriarchalen Revanchismus. In der Titelgeschichte über die kinderlosen Ego-Männinnen werden einmal mehr die Ur-Instinkte des Sippenhaften als arterhaltend gepriesen. Entsprechend wird die achtundsechziger Anti-Sippe nur noch als eine entartete wahrgenommen. Das ist die neue, alte Botschaft des “Spiegel”: “Das Stammhirn sagt: Blut ist dicker als Wasser.” Das eigene Blut ruft nach völkischer Gemeinschaft und entsprechender Über-Zeugungskraft. Wie gehabt: Blut und Hoden.

Die Rollenverteilung ist stammesgeschichtlich klar vorgegeben: Als genetische Kleistermasse benötigen wir das Weibliche. “Frauen werden gebraucht als sozialer Kitt”, dumpft es aus den Stammhirnen der “Spiegel”-Autoren heraus, denn dazu hätten sie “die Gabe der Selbstlosigkeit und Aufopferungsfähigkeit”. Ähnlich hatte es Stammvater Helmut Kohl schon in seiner damaligen geistig-moralischen Wende-Erklärung formuliert: “Die Frauen sind und waren stets unser Mittelpunkt.”

Man muß den Satz nur richtig betonen, um die volle patriarchale Wahrheit zu vernehmen:

Die Frauen sind und waren stets unser Mittel.

Punkt.

 

 
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