Feministische Pointe
Samstag, 1. April 2006Martin Buchholz beschliesst seinen aktuellen “Wochenschauer” (vom 31.3.2006) mit einigen entzückenden Wort-witzen (und -spielen):
Der “Spiegel” mausert sich dabei immer mehr zum Zentralorgan des patriarchalen Revanchismus. In der Titelgeschichte über die kinderlosen Ego-Männinnen werden einmal mehr die Ur-Instinkte des Sippenhaften als arterhaltend gepriesen. Entsprechend wird die achtundsechziger Anti-Sippe nur noch als eine entartete wahrgenommen. Das ist die neue, alte Botschaft des “Spiegel”: “Das Stammhirn sagt: Blut ist dicker als Wasser.” Das eigene Blut ruft nach völkischer Gemeinschaft und entsprechender Über-Zeugungskraft. Wie gehabt: Blut und Hoden.
Die Rollenverteilung ist stammesgeschichtlich klar vorgegeben: Als genetische Kleistermasse benötigen wir das Weibliche. “Frauen werden gebraucht als sozialer Kitt”, dumpft es aus den Stammhirnen der “Spiegel”-Autoren heraus, denn dazu hätten sie “die Gabe der Selbstlosigkeit und Aufopferungsfähigkeit”. Ähnlich hatte es Stammvater Helmut Kohl schon in seiner damaligen geistig-moralischen Wende-Erklärung formuliert: “Die Frauen sind und waren stets unser Mittelpunkt.”
Man muß den Satz nur richtig betonen, um die volle patriarchale Wahrheit zu vernehmen:
Die Frauen sind und waren stets unser Mittel.
Punkt.