Archiv für die Kategorie ‘Humor’

Feministische Pointe

Samstag, 1. April 2006

Martin Buchholz beschliesst seinen aktuellen “Wochenschauer” (vom 31.3.2006) mit einigen entzückenden Wort-witzen (und -spielen):

Der “Spiegel” mausert sich dabei immer mehr zum Zentralorgan des patriarchalen Revanchismus. In der Titelgeschichte über die kinderlosen Ego-Männinnen werden einmal mehr die Ur-Instinkte des Sippenhaften als arterhaltend gepriesen. Entsprechend wird die achtundsechziger Anti-Sippe nur noch als eine entartete wahrgenommen. Das ist die neue, alte Botschaft des “Spiegel”: “Das Stammhirn sagt: Blut ist dicker als Wasser.” Das eigene Blut ruft nach völkischer Gemeinschaft und entsprechender Über-Zeugungskraft. Wie gehabt: Blut und Hoden.

Die Rollenverteilung ist stammesgeschichtlich klar vorgegeben: Als genetische Kleistermasse benötigen wir das Weibliche. “Frauen werden gebraucht als sozialer Kitt”, dumpft es aus den Stammhirnen der “Spiegel”-Autoren heraus, denn dazu hätten sie “die Gabe der Selbstlosigkeit und Aufopferungsfähigkeit”. Ähnlich hatte es Stammvater Helmut Kohl schon in seiner damaligen geistig-moralischen Wende-Erklärung formuliert: “Die Frauen sind und waren stets unser Mittelpunkt.”

Man muß den Satz nur richtig betonen, um die volle patriarchale Wahrheit zu vernehmen:

Die Frauen sind und waren stets unser Mittel.

Punkt.

Echter Leserbrief

Sonntag, 5. Februar 2006

Anton Tschechow und Kurt Tucholsky wären darauf neidisch. Der Text ist aber echt. Ein Leser schreibt dem “Weser Kurier” zum Thema “Baumfällaktion im Bürgerpark”:

Diese Aktion spricht einmal mehr für die funktionierende Verwaltung des Bürgerparks: Sie ist besorgt um die Sicherheit der Parkbesucher. In einem Punkt allerdings versagt die Parkverwaltung; wildgewordene Radfahrer machen auf den kleinsten Wegen Jagd auf Fußgänger, obgleich diese Wege wie die meisten anderen für die Pedalritter gesperrt sind. Der Spaziergänger als Freiwild. Dabei hat der Parkdirektor unlängst noch Hundertschaften der Polizei aufgeboten, um alle Hunde zum Schutz des Wildes an die Leine zu bringen. Man vermisst die gleiche Aktivität bei den frei fahrenden Radfahrern, die sich um keine Regeln kümmern und den Bürgerpark als Rennstrecke benutzen. Ein Werteverfall und eine Verluderung der Sitten, wenn nichts mehr gegen diese Regel- Verstöße unternommen wird, die die Sicherheit der Bürgerpark-Besucher gefährden.

GERHARD SANDER, BREMEN

Entzückend! Wie war es bei Monty Python? Wildgewordene Linksabbiegerschilder?