Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Ali Salem: Reise nach Israel Montag, 28. September 2009

Gespeichert unter: Deutschland, Israel, Literatur — peet @ 13:30 125414462701Mon, 28 Sep 2009 13:30:27 +0000
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In einem inhaltsreichen Commentary-Artikel hat Michael J. Totten einen sympatischen egyptischen Schriftsteller Ali Salem erwähnt. Die Erwähnung führt zu einem Interview mit Ali Salem, die ursprünglich im April 2009 in Kuweit erschienen ist und jetzt vom MEMRI ins Englische übersetzt wurde (Link). Lesenswert!
Nach der Lektüre wollte ich Salems Buch von 1994 lesen, das offensichtlich in die Geschichte eingegangen ist. Ich musste soeben feststellen, es gibt keine deutsche Übersetzung des Buchs, nur eine englische liegt vor („A Drive to Israel“).

Wie kann es sein, dass jeder Dreck sofort übersetzt und herausgegeben und ein wichtiges friedenförderndes Buch vollkommen ignoriert wird? Unfassbar!

 

Der Umgang mit dem Goldstone-Report Donnerstag, 24. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Lesefutter — peet @ 12:01 125379367112Thu, 24 Sep 2009 12:01:11 +0000
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Die Auswirkung des Goldstone-Reports wird noch viele Wellen schlagen. Der Leiter und die Institution selbst besitzen eine Autorität, was sehr viele Leser geblendet hat. Verständlich. Umso wichtiger ist es, sich nicht nur mit der Wirkung der kurzen Medienberichte darüber zu beschäftigen, sondern auch die (noch wenigen) seriösen inhaltlichen Kritiken zu verlinken.
Mich haben besonders die folgenden Beiträge überzeugt:
von Jonathan Tobin
von Max Boot
von NGO-Monitor
von Richard Landes, der eine weitere Untersuchung angekündigt hat
von Jonathan Dahoah-Halevi

Das sind ernstzunehmende Beiträge. Für das Erste soll das auch ausreichen.

Nach deren Lektüre erscheinen gut gemeinte Aufrufe, sich mit dem Goldstone-Report sich doch bitte ausführlich auseinanderzusetzen, zumindest fraglich. Ich meine kochende Emotionen bei mondoprinte und erhobene moralische Zeigefinger bei Hartmut Finkeldey. Nach den inzwischen vielen, wahrlich unzähligen Versuchen, Israel zu verdammen, muss man sich nicht jeden Report antun. Das können wir getrost den Fachleuten überlassen. Links zu deren Beiträgen sind, siehe oben, schon da. Weitere sind willkommen.

 

Verlegers Irrweg Mittwoch, 23. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Geschichte, Israel, Medien, Rolf Verleger — peet @ 19:08 125373289107Wed, 23 Sep 2009 19:08:11 +0000
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Am 11.9.2009 durfte Rolf Verleger in der Zeitung „Neues Deutschland“ einen weiteren Katechismus der guten Juden präsentieren (Link). Warum auch immer, fand der Artikel keine Aufmerksamkeit. Dem Unglück wollen wir helfen.

Das Schönste verbirgt sich am Ende des Textes. Zuerst wird die Gegenüberstellung zwischen den guten und bösen Juden mühsam aufgebaut. Verleger findet dafür seine Metapher, er spricht von der Position der Stärke und der der Verantwortung. Die Starken sind der Zionismus, die Regierung Israels, die Mehrheit seiner Bürger. Die Verantwortlichen sind Verleger selbst und seine Gesinnungsgenossen, die in Israel eine 4-5% Minderheit bilden und in Deutschland sehr laut bzw. schrill sind und von den deutschen Medien mit der besonderen Behutsamkeit liebevoll vor sich her getragen werden.
Und dann kommts:

Ist dieser Aufsatz antisemitisch?

Aus Sicht der Position der Stärke: Ja. Aus Sicht der Verantwortung: Nein. Er ist vielmehr Ausdruck einer universellen Achtung der Menschenrechte und der traditionellen Ethik des Judentums. Das Judentum war etwas und soll etwas sein, worauf wir stolz sein können. Daher muss der jüdische Staat nach Gerechtigkeit streben. Er muss Leben, Besitz, Kultur und Würde all seiner Bewohner und Nachbarn achten. Dahin müssen wir ihn bewegen.

Verleger gibt unumwunden zu: Seine Position ist aus der Sicht der überwiegenden Mehrheit der Israelis und Juden weltweit antisemitisch. Er weiß aber vom Judentum alles besser und nimmt vollmundig auf sich, alle anderen zu belehren. Der Artikel strotzt nur so von Fehlern, sowohl in der Wiedergabe der ethischen Prinzipien der jüdischen Tradition als auch in der Schilderung der historischen Abläufe. Ganz kurz nur die wichtigsten Irrungen des nicht mehr so jungen Verlegers:

Vertreibung: 700 000 Palästinenser wurden 1948 mit Gewalt und Drohungen aus Israel vertrieben

Viele von ihnen gingen von sich aus, weil ihnen der Krieg gegen und Sieg über die Juden angekündigt wurde. Alle wurden all diese Jahrzehnte hindurch in Flüchtlingslagern gewaltsam von arabischen Regierungen zusammengehalten und für die weiteren Kriege gegen Israel heiß gemacht, anstatt integriert zu werden. Die Hamas hält sie, also ihr eigenes Volk, genauso weiterhin in Flüchtlingslagern.

Enteignung: Grundbesitz und beweglicher Besitz dieser Vertriebenen wurde vom israelischen Staat beschlagnahmt.

Wer bereit war, sofort zurückzukommen, bekam Entschädigung und Wiedergutmachung. Nicht anders als enteigneten Palästinensern ist es den jüdischen Flüchtlingen aus den arabischen Staaten gegangen.

Verdrängung: Seit der Besetzung 1967 baut Israel im Westjordanland Straßen und Städte (»Siedlungen«) für nun ca. 400 000 Israelis – für Palästinenser gesperrt.

Was war da in Jordanien und Syrien, vor 1967 und nach 1967 auch? Was hat zur Besetzung 1967 geführt? Weiß das Verleger noch?

Missachtung: Die israelische Seite boykottiert seit Jahrzehnten die Vertretung der Palästinenser, aktuell die aus freien, allgemeinen und geheimen Wahlen von der Hamas gebildete Autonomiebehörde.

Die Hamas ist eine terroristische Vereinigung, deren Ziel die Vernichtung Israels ist.

Einkesselung: Israel verhindert gewaltsam freien Personen- und Güterverkehr aus und in den Gazastreifen; der Verkehr im Westjordanland, ein Gebiet drei Mal kleiner als Thüringen, quält sich durch über 600 Straßensperren.

Israel öffnet Straßen und Sperren, Übergänge, fördert die wirtschaftliche Entwicklung im Westjordanland, gerade jetzt, gerade unter Netanjahu, seit Monaten.

Verstoß gegen Recht und Gesetz: Israel ignoriert ein Gutachten des internationalen Gerichtshofs und ein Urteil des israelischen obersten Gerichts über die Sperrmauer, die die Bewohner des Dorfes Bil’in von ihren Feldern trennt; friedliche Gegendemonstrationen werden gewaltsam unterdrückt.

Die Mauer, die größtenteils ein Sicherheitszaun ist, verhindert Terrorangriffe, was durch die allgemein zugängliche Statistik jedem bekannt ist. Einzelne Windungen und tatsächliche Fehler werden heute noch im Obersten Gericht verhandelt, weswegen die Mauer immer noch nicht zu Ende gebaut worden ist.

Gefangennahme: Tausende Palästinenser sind ohne rechtliche Anhörung in israelischen Gefängnissen interniert.

Die meisten von den gemeinten Palästinensern sitzen ihre Strafe für Verbrechen nach der Verurteilung ab. Viele von ihnen werden zu Hunderten vorzeitig freigelassen. Sie bekommen Besuch von Verwandten, können studieren, telefonieren, nehmen Teil an dem politischen Leben. Wie war das mit Korporal Gilad Schalit?

Tötung: Im letzten Feldzug gegen Gaza wurden 1400 Menschen umgebracht.

Das war ein Krieg, den die Hamas gegen Israel begonnen und zu verantworten hat. Opfer sind zu bedauern, auch wenn die meisten davon Kriegsteilnehmer waren.
Fazit: Einseitig, voll auf der Seite der palästinensischen Propaganda. Über die übrigen kruden Behauptungen Verlegers vielleicht beim nächsten Mal mehr. Ganz sicher wird er noch oft genug von den friedensbewegten Medienfreunden dazu befragt werden. Ein Fall für die Neuropsychologie, würde ich sagen. Schlimmstenfalls für einen sich nächstbietenden deutschen Preis, mit einem gut ausgesuchten Laudator, wenn ihr versteht, wen ich meine.

 

Ferror: Deutungsschwierigkeiten Samstag, 19. September 2009

Gespeichert unter: Israel, Kunst — peet @ 11:58 125336149911Sat, 19 Sep 2009 11:58:19 +0000
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Vor zwei Wochen kam die Nachricht durch: Zwei israelische Künstlerinnen wollten sieben palästinensische Selbstmordattentäterinnen als christliche Madonnen ausstellen (Link), was zur öffentlichen Empörung geführt habe und zur Zurücknahme dieser Bilder. Auf dem Internet-Plakat kann man einiges erahnen, auf den vorhandenen Fotos leider nur einzelne Beispiele sehen (für die größere Darstellung bitte Bilder anklicken).

Ich habe mir langsam diese Bilder angeschaut und die Empörungsreaktion in den Zeitungsartikeln und Blogs angelesen. Ich sehe in dem Fall vielmehr innerkulturelle Probleme der israelischen Gesellschaft und kann den Grund für die Empörung im deutschsprachigen Raum nicht nachvollziehen.

Galina Bleich und Liliah Check stammen aus Russland, wurden dort zu professionellen Künstlerinnen ausgebildet und Anfang der 90er nach Israel gegangen. Folgerichtig sehen sie die Tradition der Madonnendarstellung anders, sie kommen aus St.Petersburg (mit der berühmten Eremitage) und haben in ihrer klassischen Ausbildung ganz bestimmt die christliche Abendlandkunst in sich als Ausgangsposition aufgenommen. In Israel gut angekommen, sind sie nunmal unter anderem auch von den Ängsten vor Terror betroffen, eine von ihnen war auch direkte Zeugin des Sebstmordattentats. So verarbeiten sie die Terrordrohung. Sie stellen sich die (durchaus feministische oder zumindest Genderdebatte-geprägte) Frage, wie eine Frau (=eine Mutter) morden kann? Sie benennen das Problem „ferror“, „feminist terrorism“. Es ist eine befremdliche Frage und das künstlerische Mittel soll heißen „Verfremdung“. Die politische Kunst darf provozieren.

Galina Bleich, one of the artists, is unapologetic. „I don’t understand how this turned into an insult to bereaved families. We came actually to emphasize the exact opposite. The baby in Madonna’s hands is in danger. This really needs to disturb people. It isn’t just an Israeli problem, but a global one. Therefore, we chose Madonna, who is a symbol of Christianity.
„This issue came up for me after I personally experienced a trauma when I was next to a terror attack on French Hill in Jerusalem. Ever since, I couldn’t stop thinking about it. It isn’t at all a political issue, but a personal issue. We are trying to ask how a woman, who is meant to love and give birth, became a source of hatred and murder. (Link)

Die meisten Betrachter sind unfähig darin eine Kunst zu sehen und fühlen sich persönlich angegriffen. Bezeichnend, dass die meisten Reaktionen typisch männlich aussehen:
If Ms. Bleich and Ms. Check had created a picture of Mohamed Atta nailed to the cross, and put 9/11 statistics on the card showing it, would Americans have been offended? (Link)
Had those “artists” been asked to go the whole nine yards in showing what they’re up to, they would also have displayed their painting of Hitler nailed to a cross, wearing a crown of thorns and a halo around his head (Link)
Es sind also solche Bilder, die hier gemeint sind:

Keine traditionelle Kunst. Zur Debatte steht die postmoderne Mischung aus modernen (nachgemachten) Fotos und Renaissance-Madonnen, unter anderem von Raffael (übrigens aus der Eremitage-Sammlung ), Botticelli, Leonardo.

Nur zeigen Bleich und Check die Perversion der christlichen Friedensbotschaft aus der weiblichen Perspektive heraus. Im Prinzip ist hier eine zweifache Perversion gemeint: christliche Madonnen als Symbol des Friedens als islamische heilige Frauen (was es nicht gibt). Eine Provokation? Natürlich. Ist sie gelungen? Offensichtlich ja.

 

Was haben Marc Garlasco und die schwedische Regierung Samstag, 12. September 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Israel, Medien, Politik — peet @ 12:16 125275778312Sat, 12 Sep 2009 12:16:23 +0000
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…gemeinsam?
Der Menschenrechtler Marc Garlasco prangert Israel an und sammelt Nazi-Antiquitäten (Link, auf Deutsch nur bei heplev – Link).
Die schwedische Regierung steht zur Demokratie, wenn es um das Recht geht, den Antisemitismus zu verbreiten (Link).

 

Robert J. Aumann: Spieltheorie des Friedens Sonntag, 23. August 2009

Gespeichert unter: Geschichte, Israel, Politik — peet @ 19:04 125105425907Sun, 23 Aug 2009 19:04:19 +0000
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Zu der Debatte über den „Friedensprozess“ im Nahen Osten passt sehr gut, was Robert J. Aumann in einem Interview sagt. Für seine Arbeit auf dem Gebiet der Spieltheorie hat er seinen Nobelpreis 2005 bekommen. Ursprünglich in einer israelischen Wochenzeitung am 23.6.2009 veröffentlicht, dann ins Englische übersetzt und im „American Spectator“ am 2.7.2009 publiziert (Link):

Throughout history, peace was never achieved — neither from a scientific-theoretical perspective, nor from a common sense perspective — through concessions and demonstrations of flexibility — never. In conflict situations, it has first of all been necessary to demonstrate resolve, and only afterwards to sit down at the negotiating table — but not in the wake of concessions. [...] If you’re succeeding in whatever business you undertake, it’s obvious that you’ll step up your efforts. If you’re succeeding by blowing yourself up, you’ll continue to blow yourself up. That is to say: the young people who up themselves and us aren’t crazy; they’re idealists. They’re people who are prepared to sacrifice their lives for something they believe in. I don’t share their beliefs, but they do believe, and there’s a certain insight from game theory here, that in order to play a game effectively you need to understand what the other side is doing. If you’re playing chess, and the other side makes a move that you don’t understand, if you say: „I don’t get it, it’s all nonsense, I’m going to continue my attack“ — you’ll lose. First of all, you need to ask yourself why he made his move and after you’ve understood, you need to adjust your behavior accordingly.
And it’s not just in chess, it’s in everything. If you think that the other side is irrational, blowing themselves up for no good reason, so let’s ignore their behavior and keep making concessions for the sake of peace — you won’t achieve your goal. Because all those tales about 70 virgins and such-like — they’re nonsense. The young people who are prepared to lay down their lives to advance what they regard as an exalted goal are idealists — let’s understand that.[...]
We’re threatening ourselves, and that’s the greatest threat; we, and our insane race after peace, that’s what brings war. When Chamberlain returned to Great Britain from Munich in 1938, he said, „I have brought peace in our time.“ Back then, too, everyone was racing madly after peace, and Chamberlain brought war. [...] What will bring peace is our readiness for war. The Romans already knew this: If you want peace, prepare for war, not just materially, but also psychologically. You should be psychologically prepared for war, and not go around all the time yelling, „When will peace finally come?“ The other side wants war? Fine, bring it on! Only then will peace come, only when the other side is convinced that we mean it. We’re not doing anything to convince them. On the contrary, we’re doing precisely the opposite, which is why we are the greatest threat to ourselves.

 

Inge Günther mit der Hamas-Poesie Montag, 17. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Frankfurter Rundschau, Israel, Medien, Politik, USA — peet @ 11:49 125050978711Mon, 17 Aug 2009 11:49:47 +0000
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Noch eine unermüdliche Hamas-Propagandistin bei der Frankfurter Rundschau. Trotz Dutzende der kritischen Berichte in der deutschen Blogosphäre. Inge Günther macht ihren Job, wir machen unseren. Zwei Realitäten. Die arme Leserschaft.
Nur einige Stellen, damit alles klar ist (Link):

Die Hamas funktioniert erstens als uneingeschränkte Ordnungsmacht und verfolgt vor allem nationale Ziele.

Geschickt formuliert: „nationale Ziele“. Ein Euphemismus für die „Vernichtung Israels“.

Schon aus Eigeninteresse gibt sie zweitens eine Art Bollwerk gegen den ultraradikalen globalen Dschihad ab. Eine Unterscheidung, die reichen sollte, um mit den palästinensischen Islamisten zu sprechen.

Nein, mit den Terroristen sollte man nicht sprechen, auch wenn eine nette Journalistin ihnen verfallen ist.

Der Hamas selbst scheint mehr denn je daran gelegen, aus der internationalen politischen Isolation auszubrechen. Seit geraumer Zeit kehrt ihre Führung, inklusive Exilchef Khaled Meschal, die pragmatische Seite raus. Sie signalisiert, dass sie sich mit einer Zwei-Staaten-Lösung arrangieren könnte, und richtet den Blick dabei nach Washington aus, weg vom Iran.

Das stimmt nicht, eine glatte Lüge.

Mit der Niederschlagung einer El-Kaida-Zelle hat die Hamas gezeigt, wo sie im Kampf gegen den globalen Terror steht – ein Angebot an Obama.

Sehr erfinderisch, ganz in der Logik der Hamas. Selbst darauf gekommen, Frau Hamas-Botschafterin?

Damit verknüpft ist allerdings auch eine Warnung, wohin es führen könnte, wenn sich der abgeschnürte, kriegszerstörte Gazastreifen weiter radikalisiert. Vielen jungen Militanten dort ist die Hamas längst zu lahm, zu etabliert. Wenn die Welt nicht reagiert, wird sie eines Tages noch die Hamas vermissen.

Stockholm-Syndrom? Aha. Was mich allerdings wundert, und das mit einer gewissen Prise Zinismus, warum die Hamas-Freundin eine ziemlich große Zahl der Toten und Verwundeten nicht extra beklagt? Haben sie etwa keine Menschenrechte? Sind es keine Palästinenser?

Ansonsten alles in Ordnung, Frau Günther? Wann verreisen Sie nach Gaza? Oder ist es in Jerusalem bequemer?

 

Link zu Mankells Intifada Freitag, 7. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Literatur — peet @ 22:20 124968361510Fri, 07 Aug 2009 22:20:15 +0000
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Völkerspezialisten haben den Artikel gelöscht (siehe Kommentare zum Posting Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen).
Der Mankell wurde aber schon viel früher verdeutscht. Das Original in Schwedisch wurde am 2.6.2009 publiziert. Dann bei tlaxcala, schon am 26.6.2009, in der Übersetzung von Einar Schlereth. Davor allerdings schon bei der Seite Hintergrund, und zwar am 11.6.2009. Erstaunliche Geschwindigkeit! Und erst am 30.7.2009 bei der Gesellschaft für bedrohte Völker, allerdings ohne Erwähnung der Quelle und des Namen des Übersetzers. Man muss also nicht bei google cache suchen :-)

 

Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen Freitag, 7. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Deutschland, Israel, Literatur — peet @ 8:49 124963496708Fri, 07 Aug 2009 08:49:27 +0000
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Wir erleben eine vollkommene Entwertung der Menschenrechte. Das Thema wird von den Terrorverstehern besetzt. Man kann sich kaum mehr zu der menschenrechtlichen Prolematik äußern, weil der Begriff umgepolt ist. Im Lager der Israelkritiker herrscht jetzt bestimmt eine große Freude: Henning Mankell hat Israel delegitimiert. In offener und absoluter Deutlichkeit spricht er dem Staat Israel das Recht auf Existenz ab. Ein widerlicher Text.
Die zweifelhafte Ehre der deutschen Publikation gehört den Menschenrechtlern in Berlin (Link). Schande über euch!

Dank an Daniel Leon Schikora, der in seinem Blogbeitrag auf diese Selbstentlarvung eines Krimiauthors aufmerksam gemacht hat (Link).

 

„Die israelkritische Tochter“ als „Publizistin“ Montag, 3. August 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Israel, Medien, Politik — peet @ 7:29 124928458607Mon, 03 Aug 2009 07:29:46 +0000
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Raimund Weible im Schwäbischen Tagblatt hat etwas Neues erfunden (Link):

Hecht-Galinski ist die israel-kritische Tochter des verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Heinz Galinski und lebt im Kreis Lörrach.

Köstlich. Der restliche Text ist auch voll der Peinlichkeiten. Die israelkritische Tochter ist inzwischen von der Jungen Welt zur Publizistin mit einer Leserbriefpublikation geschlagen. Im pluralis majestatis geht da hart zur Sache (Link):

Man fragt sich allerdings, ob der Zentralrat noch für alle deutschen Juden oder nicht viel mehr für Israel spricht. Haben nicht auch die Vorstandsmitglieder deutsche Pässe? Es wird Zeit, daß sich deutsche Juden gegen diese ständigen und beleidigenden Maßregelungen der deutschen Öffentlichkeit, Medien und Politik zur Wehr setzen. [...] Auf Journalisten und Korrespondenten, die ständig Unwahrheiten und falsche Anschuldigungen verbreiten, können wir sehr gut verzichten. Das gleiche gilt für die Websites und Netzwerke jüdischer und israelischer Interessenvertreter, die Hetze gegen alle Israel kritischen Stimmen verbreiten. Neuerdings sogar professionell und gegen Bezahlung betrieben, initiiert von der israelischen Regierung.

Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Noch ein recht amüsanter Text wurde von derselben Jungen Welt verewigt, nämlich von Wolfgang Richter, im Namen der Menschenrechtskämpfern in der ehemaligen Uniform (Link). Ihm

fällt übrigens keine Menschenrechtsorganisation in Deutschland ein, die einen höheren prozentualen Anteil jüdischer Bürger unter ihren bislang 13 Preisträgern hätte als die GBM. Das kann auch niemanden verwundern, der der GBM die DDR-Herkunft der meisten ihrer Mitglieder vorwirft. In der DDR waren in Regierung wie übrigens auch im Zentralkomitee der SED (nach einer Untersuchung von Mario Kessler) bis 1967 sieben bzw. acht jüdische Bürger vertreten, während in der Bundesrepublik bis dahin nicht ein einziger an der Regierung beteiligt war. Das war wohl nicht nur der Schatten Globkes, sondern Ausdruck offizieller Staatspolitik der Adenauer-Ära und eines unbewältigten Faschismus. Gänzlich haltlos ist der heute in diesem Zusammenhang von David Harris vorgebrachte Vorwurf, die GBM werde durch ehemalige Stasi-Mitglieder geleitet. Das ist ein ähnlicher Vorwurf wie der, auf dessen Wiederholung Anne Will angesichts unserer beabsichtigten Klage dagegen in ihrer Talk-Show seither verzichtete. Was aber soll dieser Vorwurf nun gar noch im Zusammenhang mit Israel, ganz unabhängig von seiner Absurdität, wo doch das MfS bei der Verfolgung der Eichmänner gewißlich an der Seite Israels stand?

Man wirft Felicia Langer gewissermaßen jüdischen Antisemitismus vor. Auch das ist grotesk, ist ihr gesamtes Denken und Handeln doch von tiefer Liebe zu allen Menschen erfüllt. (…)

Es bleibt uns der mahnende Satz Felicia Langers: »Wer in Deutschland aus Furcht vor einem Beifall von der falschen Seite zu Israels verbrecherischer Politik gegenüber den Palästinensern schweigt, ist schon wieder ein bißchen Mittäter.«

Unzählige Kostbarkeiten, so gut wie in jedem Satz. Tja, so geht das weiter.

 

Broder versus Langer: Der Freitag weiss sich zu positionieren Sonntag, 26. Juli 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Blogging, Broder, Deutschland, Freitag, Israel, Medien, Politik — peet @ 11:37 124860827211Sun, 26 Jul 2009 11:37:52 +0000
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Da Broder inhaltlich meist im Recht ist, kann man ihn nur aus der Sicht einer Klassendame mit Anstands- und Benimmvorwürfen angreifen.
Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer durch den grünen Bürgermeister Tübingens wird in die deutsche Geschichte eingehen als neue Stufe in der politischen und gesellschaftlichen Kampagne gegen Israel. Orwell lässt grüßen.
Broder versucht eine Gegenkampagne zu starten, das wird ihm selbstverständlich sofort vorgeworfen. Wie immer, Aktion und Reaktion werden ausgetauscht.
Nun mischt sich auch noch die Wochenzeitung „Freitag“ ein, das wollen wir hier festhalten: Vor einigen Tagen bot sich wie gerufen die Gelegenheit an, Broder die eine Unanständigkeit vorzuwerfen. Im Netzwerk Achse des Guten wurde ein Kollege Broders, der Journalist Posener, vor die Tür gestellt, aufgrund einer Denunziation. „Der Freitag“ hat daraus eine Story gemacht (Link), gemäß dem härteren Boulevard nach Jakob Augstein. Eine Schlammschlacht, in welcher Broder ganz gewiß nicht gut dasteht. Der Freitag wähnt sich dabei, sehr gut dazustehen.
Gestern abend hat der „Historiker, Germanist und Amerikanist“ Leif Eriksson bei dem Freitag gebloggt (Link) und dabei einen Beitrag Broders aus derselben Achse einfach so komplett hineinkopiert und das ohne Verlinkung (auch gewiß ganz anständig). Dafür mit Empörungs- und Anstandsformeln, wie es sich gehört. Nur diesmal geht das in die Hose, weil diesmal geht es um Inhalte. Darin sagt der Oberbürgermeister Boris Palmer:

Sie tragen dazu bei, dass es in Israel keine kritische Debatte über die Politik des eigenen Staates geben darf.

Darum geht es, und das macht der Freitag mit. Das ist immer wieder dieselbe irre Überzeugung, man solle von Deutschland her Israel belehren und erziehen. Diese Erzieher wissen zwar nichts über die innere Situation in Israel, nichts über das Ausmaß der Debatten dort. Sie haben keine Ahnung davon, wie rückständig im Vergleich dazu die Kritikfähigkeit der deutschen Politik und Gesellschaft insgesamt ist, sie ereifern sich trotzdem oder gerade deswegen.
Boris Palmer ist für die Kritik unerreichbar, weil er sich im Mainstream der antiisraelischen Krankheit bewegt. Der Freitag macht daraus Boulevard, wie schon viele, die an der Provokationskunst Broders schmarotzen, ohne zu merken, wie sie nur sich selbst entlarven. So, wie Eriksson in seinen vier (!) Beiträgen Giordano und die jüdische Community behandelt, ist keine feine Art. Er ist nicht allein. Auch die Redaktion macht da gerne mit und greift Giordano an, in bester Bild-Manier (Link). Versteht Augstein der Jüngere das unter härterem Boulevard? Klar:

jetzt könnt ihr euch schön weiter über Giordano Bruno streiten und ihn verbrennen oder es bleiben lassen.
(In Wahrheit seid ihr, liebe Redaktion und liebe Community, in der Frage doch eh aller einer Meinung …)

Bon chance!
UPDATE: Nach dem vorläufigen Ende der Langer-Kampagne (Ralph Giordano hat seine Ankündigung zurückgezogen – er behält seine beiden Verdienstkreuze) lohnt es sich, Giordanos Text von 1991 (Link) noch einmal zu lesen. Literarisch etwas blaß, aber immerhin argumentativ und klar.

 

Wohin mit dem „Freitag“? Samstag, 25. Juli 2009

Gespeichert unter: Deutschland, Freitag, Israel, Medien, Politik, Russland, TAZ, Vanity Fair — peet @ 12:55 124852650012Sat, 25 Jul 2009 12:55:00 +0000
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Neulich kam es in diesem Blog zu einem offenen und durchaus interessanten Austausch über die Hintergründe in der schönen neuen Medienwelt, speziell am Beispiel der Zeitung „Freitag“. Jetzt hab ich ein programmartiges Interview mit dem neuen Chef der Redaktion gefunden, der seine Arbeit als Investition versteht (Link). Sein Name ist Jakob Augstein, und er erzählt in dem Interview erstaunlich wenig über seinen Vater. Ich würde sagen, zu wenig Boulevard.

Sein Programm ist allerdings ein linksliberales Boulevard. Mit keinem Wort wird im Interview die TAZ erwähnt, seltsam. Dafür spricht er sehr viel über die „Bild“, und das mit Bewunderung. Weiter folgen Fragmente aus diesem Interview:

Die Leute haben relativ schnell begriffen, worum es hier geht, nämlich in Kontakt mit der Redaktion zu treten und sich über relevante gesellschaftspolitische Themen auseinanderzusetzen. Wir haben in dieser Community praktisch keinen Bedarf an ordnenden Maßnahmen. Es gibt keinen Stress, es gibt kaum Äußerungen, die rechtlich oder moralisch nicht gehen, wir müssen nichts herausfiltern – was ich verblüffend finde. Das zeigt auch, dass das Netz inzwischen ein zivilisierter Ort ist, wo Leute ganz normal zusammenkommen und anständig miteinander reden. Natürlich fetzen die sich manchmal oder wir fetzen uns mit denen. Das finde ich dann aber auch gut, weil ich Streit mag und diesen geradezu suche. [...]

Ich wette hier mit jedem: Das wird sich ändern, sobald die Neue Rechte sowie Vertreter aller extremen Positionen diese Community für sich entdecken. Der beschriebene Zustand spiegelt eine geringe Bedeutung der Seite im Netz.

Wir versuchen natürlich schon ein linksliberales Medium zu machen und in der politischen Berichterstattung andere Akzente zu setzen, andere Haltungen zu vertreten als das in den Zeitungen sonst möglich wäre. Viele Sachen, die wir über Außenpolitik, über Russland, über die Bewertung der israelischen Politik oder über die Ursachen der Krise schreiben, wären wahrscheinlich in anderen relevanten Zeitungen nicht druckbar, weil es im redaktionspolitischen Kontext nicht durchkäme. [...]

Ich befürchte, dass es hier um eine Selbsttäuschung geht. Die gemeinten Positionen entsprechen vollkommen dem Mainstream. Die Unterstützung der „gelenkten“ Demokratie in Russland und Israel-Bashing sind nun mal Mainstream.

Wo ist denn der relevante publizistische Bereich am linken Rand? Der ist komplett leer, da gibt es nichts mehr. Wir haben dort nur noch irrelevante Zeitungen wie das „Neue Deutschland“ oder die „Junge Welt“, mit denen wir uns aber nicht vergleichen, weil sie anders funktionieren und ideologisch sind. Wir sind keine Ideologen. [...]

Jungle World und Konkret werden nicht genannt, hmm, warum nur?

Wir machen hier ja keine Ideologie sondern Journalismus, das unterscheidet uns vom alten Freitag und von den Zeitungen, die jenseits dieser Grenze liegen. Ich kann mit Springer völlig entspannt umgehen, auch mit irgendwelchen Industrieunternehmen, wenn sie bei uns Anzeigen schalten würden. Ich kämpfe nicht gegen Springer, wir kämpfen auch nicht gegen die Atomindustrie. Das ist nicht unser Job, wir sind Journalisten. [...]
ich bin ein großer Freund von Boulevard. Ich finde das wichtig und richtig und ich bedaure, dass es in Deutschland keine linke Boulevardzeitung gibt. [...]
Ich finde härteren Boulevard, so wie er in England praktiziert wird, besser. Dazu stehe ich. [...]

Wie war es mit „Vanity Fair“ in Deutschland? Wie läuft es mit „Cicero“? Und noch einmal sei hier auch die TAZ erwähnt, auch deren Annäherung an die „Bild“, die schon einer Verschmelzung nahe kommt. Die Boulevardisierung ist die Losung. Sehr linksliberal, he-he.

 

Da kann man nichts gegen machen Donnerstag, 23. Juli 2009

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Israel, Medien, Politik — peet @ 12:41 124835286812Thu, 23 Jul 2009 12:41:08 +0000
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Eine verblüffende Feststellung nach der bekannten polizeilichen Aktion während der Mob-Demo in Duisburg. Wie in der Zeitschrift „Konkret“ jetzt berichtet wird (Link):

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Mitglieder des Innenausschusses des Düsseldorfer Landtags aufgefordert, sich für die vorschnelle Vorverurteilung der Polizei im Duisburger Flaggenstreit zu entschuldigen. „Die Behauptung, das Abhängen von zwei israelischen Fahnen am Rande einer Demonstration Anfang des Jahres in Duisburg sei rechtswidrig gewesen, ist durch ein Rechtsgutachten widerlegt, das heute im Innenausschuß diskutiert wird“, erklärte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. „Ich erwarte, daß sich die Innenpolitiker des Landtags, die nach der Demonstration von einem ›rechtswidrigen Polizeieinsatz‹ und einem ›schwarzen Tag für die Demokratie‹ gesprochen haben, bei den vor Ort eingesetzten Polizeibeamten entschuldigen.“ Bereits unmittelbar nach der Duisburger Demonstration im Januar hatte Richter darauf hingewiesen, daß das Abhängen der israelischen Flagge zwar wegen des besonderen Verhältnisses Deutschlands zu Israel politisch problematisch sei, daß aber das Verhalten der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten rechtlich einwandfrei gewesen ist. Ein Vorgehen der Polizei gegen sogenannte Nichtstörer kann bei Demonstrationen eine Alternative sein, wenn die Polizei sonst eine Eskalation der Gewalt nicht verhindern kann, erklärte Richter bereits im Januar. Das Verhalten der Polizei sei deshalb richtig gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch das Gutachten, das der Bielefelder Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Vahle im Auftrag des Innenministeriums erstellt hat. Dort heißt es: „Das Eindringen in die beiden Wohnungen und die Sicherstellung der beiden israelischen Fahnen waren rechtmäßig.“ Vahle sieht ausdrücklich auch die Voraussetzungen des polizeilichen Notstands erfüllt. „Die Polizei durfte wegen Alternativlosigkeit gegen die Nichtstörer einschreiten“, stellt Vahle fest.

Wie schön lässt sich so das eigene Versagen entschuldigen!

 

Obama in Cairo, Obama in Ghana Mittwoch, 15. Juli 2009

Gespeichert unter: Israel, Medien, Politik, USA — peet @ 19:06 124768477707Wed, 15 Jul 2009 19:06:17 +0000
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Anne Bayefsky verglich Texte, die USA-Präsident an verschiedenen Orten vorgetragen hat (Link). Gute Arbeit. Es wird sehr deutlich, dass seine Berater und Redeschreiber etwas vergessen – nämlich, dass seine Reden gelesen werden, und nicht nur einmal. Die Doppelzüngigkeit ist offensichtlich – Obama redet jeweils das, was seine Zuhörer angeblich hören wollen. Hat er eine eigene Meinung? Eine eigene Politik? Oder nur zwei Teleprompter?

To the Arab and Muslim world he could have said: „Since the day of Israel’s birth Arab and Muslim countries have made conflict with Israel a part of life, warring over land and manipulating whole communities into fighting in the name of Islam to render the area Judenrein.“

Instead, he turned on the only democracy in the Middle East and said the presence of Jews on Arab-claimed territory–settlements–is an affront to be „stopped.“ It didn’t matter that agreements require ultimate ownership of this territory to be determined by negotiation or that apartheid Palestine is hardly . [...]

Obama’s double-standard is not a victimless crime. The disparity between the scolding he gave in Ghana and the love-in he held in Cairo illuminates an incoherent and dangerous agenda.

 

Krauthammer schon wieder Freitag, 19. Juni 2009

Gespeichert unter: Israel, Krauthammer, Lesefutter, Medien, Musik, Politik, USA — peet @ 9:52 124540513909Fri, 19 Jun 2009 09:52:19 +0000
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Charles Krauthammer ist eine schillerne Persönlichkeit unter den Journalisten, er ist ein Meinungsmacher, eine wahre Thinkmachine. Ich verfolge immer  gerne seine Kolumne bei der Washington Post.

Seine neueste Kolumne ist Obama gewidmet (Link):

For all of his philosophy, the philosopher-king protests too much. Obama undoubtedly thinks he is demonstrating historical magnanimity with all these moral equivalencies and self-flagellating apologetics. On the contrary. He’s showing cheap condescension, an unseemly hunger for applause and a willingness to distort history for political effect.

Distorting history is not truth-telling but the telling of soft lies. Creating false equivalencies is not moral leadership but moral abdication. And hovering above it all, above country and history, is a sign not of transcendence but of a disturbing ambivalence toward one’s own country.

Vor einigen Tagen hat die „Jerusalem Post“ ihn interviewt, und den Text möchte ich auch empfehlen (Link):

[...] you defined Jewish music broadly as based on a sensibility rather than DNA. The lineup included the non-Jewish Dmitry Shostakovich’s so-called „Jewish finale,“ itself one of the only pieces that featured recognizably Jewish melodies. What, then, did you mean by a Jewish sensibility?

It’s music that’s either consciously or unconsciously drawn from the folk, the klezmer, the liturgical, the shtetl. Shostakovich, interestingly, absorbed that through his fellow musicians without having experienced it firsthand.

In music it would be drawn from the music of the folk. In literature it’s an interesting question, what’s a Jewish novel? Again, it has to do with whether there’s an attachment to or a feeling of or a concern with the Jewish experience and Jewish destiny, though that’s to put it very broadly and bluntly and crudely.

We’re not going to do Felix Mendelssohn. He was genetically Jewish, but he was so consciously Christian, and he tried to be European. That’s fine – he’s one of the great composers and he’s in the European canon – but he’s not particularly of interest to us simply because he happened to be genetically Jewish.

[...] In Europe I think it is that the era of Holocaust guilt is over. It was a generational phenomenon. Now that it’s over, Europe is reverting to its natural anti-Semitism – not with the virulence obviously that we saw in the early 20th century, but the norm for the 19 centuries before that – Jews as alien, Jews as troublesome, Jews as not quite trustworthy. And it’s writ large for Israel. The Jewish people have lost Europe. Israel’s lost Europe. The one place it hasn’t been lost is America, where there are tens of millions of Americans who are strongly Zionist and many other who are sympathetic. One of the things I try to do is make the case, which I find a very easy case to make, to oppose the fashionable anti-Israeli trend.

[...] How do you see the ultimate resolution?

Everyone knows what the resolution will be. It will be along the lines of the Clinton-Barak proposal in 2000 at Camp David. And I can give you the terms of the agreement on the back of an envelope right now. It will be 5 percent of the West Bank, which will involve some of the larger Israeli settlements, which Israel will take. Israel will give Palestinians equivalent territory out of Israel proper. There will be a Palestinian state, a Jewish state, and Jerusalem will be divided along the lines Ehud Barak offered, and that’s what it’s going to look like. [...]