Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Ein neues Buch von Michael J. Totten Samstag, 21. Juli 2012

Filed under: Lesefutter — peet @ 16:53 Uhr
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Michael J. Totten gehört zu den besonders lesenswerten Journalisten, er hat eigenen Blick auf die Dinge, einen besonderen Ton und er berichtet vor Ort. Von ihm soll bald ein neues Buch erscheinen, mit dem Titel “Where the West ends“.

Ein düsteres Fragment daraus über die Reise nach Georgien wurde bei der “National Review online” gestellt.

Einige Leser empören sich, dass es nicht touristisch verlockend aussieht!

 

Mark Steyn: Gedanken beim Anblick eines jüdischen Friedhofs Sonntag, 20. Juni 2010

“The lesson of a jewish cemetery” – ein hervorragender Artikel von Mark Steyn, sehr lesenswert.
Zum Vergleich: Seit der Publizierung am 17.6.2010 sind mehr als 4500 Verlinkungen in English sichtbar, nur 1 (eins!) in Deutsch – bei der Achse des Guten.

 

Der Umgang mit dem Goldstone-Report Donnerstag, 24. September 2009

Die Auswirkung des Goldstone-Reports wird noch viele Wellen schlagen. Der Leiter und die Institution selbst besitzen eine Autorität, was sehr viele Leser geblendet hat. Verständlich. Umso wichtiger ist es, sich nicht nur mit der Wirkung der kurzen Medienberichte darüber zu beschäftigen, sondern auch die (noch wenigen) seriösen inhaltlichen Kritiken zu verlinken.
Mich haben besonders die folgenden Beiträge überzeugt:
von Jonathan Tobin
von Max Boot
von NGO-Monitor
von Richard Landes, der eine weitere Untersuchung angekündigt hat
von Jonathan Dahoah-Halevi

Das sind ernstzunehmende Beiträge. Für das Erste soll das auch ausreichen.

Nach deren Lektüre erscheinen gut gemeinte Aufrufe, sich mit dem Goldstone-Report sich doch bitte ausführlich auseinanderzusetzen, zumindest fraglich. Ich meine kochende Emotionen bei mondoprinte und erhobene moralische Zeigefinger bei Hartmut Finkeldey. Nach den inzwischen vielen, wahrlich unzähligen Versuchen, Israel zu verdammen, muss man sich nicht jeden Report antun. Das können wir getrost den Fachleuten überlassen. Links zu deren Beiträgen sind, siehe oben, schon da. Weitere sind willkommen.

 

Alpha-Blogger im eigenen Medium Sonntag, 16. August 2009

Filed under: Blogging,In eigener Sache,Lesefutter — peet @ 18:49 Uhr
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Einige Tage lang habe ich die Listen bei rivva studiert. Verlinkte, vertwitterte Artikel angelesen, hier und da kommentiert und mich dabei ertappt, dies zu wichtig genommen zu haben. Wieder der Versuchung Widerstand geleistet, mich bei Twitter anzumelden.
Und dann wollte ich einer Idee nachlaufen, die nicht gleich klar war. Rivva, technorati, deutsche Blogcharts und andere wertende Suchmaschinen können nur Leser(=Klick)- und Linkzahl berechnen, nicht Inhalte. Was hilft es mir, wenn ich dem Pfad folge, den ich letzten Endes gar nicht gehen will?
Bei google, icerocket und anderen Tag-orientierten Suchmaschinen kann ich nur jeweils ein Thema verfolgen, und das bedeutet immer wieder Zeitaufwand und richtige Arbeit. Auch hier sind Perlen sehr-sehr selten. Auch wenn diese ihrerseits die Belohnung sind. Meist findet sich eine mir verwandte oder mich weiterbringende Meinung, Äußerung erst in einem weit versteckten Kommentar eines Users, der gar keinen Blog führt und nur einmalig da ist. Die vox populi ist zur Genüge präsent. Alpha-Blogger dienen in diesem Sinne als Katalysatoren, Medien, selten als Think-Thanks.
Das Gesagte ist bestimmt auch nicht neu. Ich probiere doch jetzt etwas weiter zu gehen. Selbst führe ich keinen Blogroll – für mich wäre es zu umständlich, einen solchen zu pflegen. Ein Blogaggregat, wie ich es mir wünsche, gibt es nicht. Man ist gezwungen, ständig durch die Blogrolls der anderen durchzuklicken, in der Hoffnung, Personen und Aussagen zu finden, die einen begleiten können. Was soll mit der Atomisierung des Netzes, wenn schon das reale Leben längst so weit ist?

Die Fragestellung ist also, was steht auf den Blogrolls der Alphas?
Von oben nach unten: Sascha Lobo, aktuell ganz oben, Platz drei. Auf der Seite selbst finde ich nichts für mich. Von den 28 personenbezogenen Blogs auf dem Blogroll kenne ich die wenigsten, die (fast) alle aufeinander verlinken. Nach dem Durchklicken stelle ich fest – alles stimmt. Nicht meine Nische. Keiner von denen wird auch meinen Blog lesen, klar. Die meisten von ihnen interessieren sich sowieso nur für sich, berichten von sich, sehen das Medium Blogging als öffentliches Tagebuch. Das führt mich, der ich sie persönlich nicht kenne, kaum weiter. Das meiste, was sie schreiben, interessiert mich ziemlich wenig, auch weil die persönliche Note darin viel zu stark ist. Oder zu gering. Viel Privates – Menschen, die dem Blogrollbetreiber nahe stehen. Sein Recht, klar. Darüber hinaus einige Entdeckungen – ein anspruchsvoller Blog von Bov Bjerg, ein Sammelsurium an Fundstücke von Peter Glaser. In einem der anderen Blogs – ein gutes Posting über Twitter. Noch weiter wurde ein Fragment aus dem Blog von Dave Winer übersetzt:

People come back to places that send them away. Places like Google, Yahoo, Craigslist, Youtube, even Twitter. These are the mainstays.

Peter Glaser gibt es so weiter (Link):

Die Menschen kommen immer wieder zu Sites zurück, die sie wegschicken. Sites wie Google, Yahoo, Craigslist, YouTube, auch Twitter. Das sind die Hauptumsatzbringer.

Es geht um Wegbereitung, Wegerschließung. “Tragende Säule” wäre hier besser als “Hauptumsatzbringer”. Noch näher wäre etwas in der Art wie Hauptvermittlung oder Plätze, wo man sich am meisten aufhält. Den Gedanken wollen wir aber aufnehmen. Places sind übrigens auch nicht Sites. Na gut…

So funktioniert die Suche nach dem Brauchbaren. Ich folgte den Spuren der Alphas, bekam am Ende der Kette einen wundervollen Gedanken über die Rolle des Netzes, wobei Sascha Lobo nicht einmal davon weiß. Dazwischen, bei dieser Schnitzeljagd liegen 4 Glieder – und viel Recherchezeit. Wie bekannt, die populärsten Seiten weltweit sind die Sammlungen von skurillen Links wie z.B. Boing Boing. Aktuell eine Fotostory über eine “lebenslustigeEvelyn. Ich stoppe hier die weitere Recherche bei Rivva und deutschen Blogcharts. Es genügt vorerst.
Wir lernen daraus: einerseits gibt es weiterführende Verweise, die den Besucher auf einen Weg bringen. Sie sind auch ein Magnet, wieder zu uns zu kommen. Andererseits selbstreferenziell sind sie meist, ob der Eitelkeit geschuldet oder dem Medium selbst. Dritterseits enden sie irgendwann bei einem Content, welches ein Gefühl festhält und reproduziert. Um diesem Gefühl nachzukommen, brauchen wir Zeit und Bereitschaft darauf einzugehen. Geistiges Futter brauchen wir im Netz. Dann gehen wir allerdings auf die Jagd nach den nächsten Verweisen. Wenn wir das ständig tun, wer wird eigentliche Inhalte produzieren? Und wenn wir uns weiter im Kreise drehen und dafür Alphablogger beschuldigen, ist das denn richtig?

Soll ich vielleicht doch einen Blogroll herstellen?

 

Krauthammer schon wieder Freitag, 19. Juni 2009

Charles Krauthammer ist eine schillerne Persönlichkeit unter den Journalisten, er ist ein Meinungsmacher, eine wahre Thinkmachine. Ich verfolge immer  gerne seine Kolumne bei der Washington Post.

Seine neueste Kolumne ist Obama gewidmet (Link):

For all of his philosophy, the philosopher-king protests too much. Obama undoubtedly thinks he is demonstrating historical magnanimity with all these moral equivalencies and self-flagellating apologetics. On the contrary. He’s showing cheap condescension, an unseemly hunger for applause and a willingness to distort history for political effect.

Distorting history is not truth-telling but the telling of soft lies. Creating false equivalencies is not moral leadership but moral abdication. And hovering above it all, above country and history, is a sign not of transcendence but of a disturbing ambivalence toward one’s own country.

Vor einigen Tagen hat die “Jerusalem Post” ihn interviewt, und den Text möchte ich auch empfehlen (Link):

[...] you defined Jewish music broadly as based on a sensibility rather than DNA. The lineup included the non-Jewish Dmitry Shostakovich’s so-called “Jewish finale,” itself one of the only pieces that featured recognizably Jewish melodies. What, then, did you mean by a Jewish sensibility?

It’s music that’s either consciously or unconsciously drawn from the folk, the klezmer, the liturgical, the shtetl. Shostakovich, interestingly, absorbed that through his fellow musicians without having experienced it firsthand.

In music it would be drawn from the music of the folk. In literature it’s an interesting question, what’s a Jewish novel? Again, it has to do with whether there’s an attachment to or a feeling of or a concern with the Jewish experience and Jewish destiny, though that’s to put it very broadly and bluntly and crudely.

We’re not going to do Felix Mendelssohn. He was genetically Jewish, but he was so consciously Christian, and he tried to be European. That’s fine – he’s one of the great composers and he’s in the European canon – but he’s not particularly of interest to us simply because he happened to be genetically Jewish.

[...] In Europe I think it is that the era of Holocaust guilt is over. It was a generational phenomenon. Now that it’s over, Europe is reverting to its natural anti-Semitism – not with the virulence obviously that we saw in the early 20th century, but the norm for the 19 centuries before that – Jews as alien, Jews as troublesome, Jews as not quite trustworthy. And it’s writ large for Israel. The Jewish people have lost Europe. Israel’s lost Europe. The one place it hasn’t been lost is America, where there are tens of millions of Americans who are strongly Zionist and many other who are sympathetic. One of the things I try to do is make the case, which I find a very easy case to make, to oppose the fashionable anti-Israeli trend.

[...] How do you see the ultimate resolution?

Everyone knows what the resolution will be. It will be along the lines of the Clinton-Barak proposal in 2000 at Camp David. And I can give you the terms of the agreement on the back of an envelope right now. It will be 5 percent of the West Bank, which will involve some of the larger Israeli settlements, which Israel will take. Israel will give Palestinians equivalent territory out of Israel proper. There will be a Palestinian state, a Jewish state, and Jerusalem will be divided along the lines Ehud Barak offered, and that’s what it’s going to look like. [...]

 

Eine Weihnachtsgeschichte Dienstag, 9. Dezember 2008

Filed under: Lesefutter,Medien,USA — peet @ 14:08 Uhr
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Pünktlich geliefert, allerdings nicht in der deutschsprachigen Medienwelt: Ein dreijähriger Bub ging mit zwei 12-Wochen alten Welpen in den dichten Wald und wurde erst nach 21 Stunden wieder gefunden. In der Nacht wurde es minus 8 Grad. Die drei Kameraden schliefen in einer engen Umarmung und dank der Wärme der Welpen hat Jaylynn Thorpe die Kälte gut überstanden. Kaum zu glauben. Eine schöne Geschichte. Nachzulesen z.B. bei WDJB7 oder bei New York Daily News etc.

 

Eldad Beck: Die deutschen Medien gehören vors Gericht Donnerstag, 18. September 2008

Während der kleine Antisemitismusstreit 2008 in Deutschland ganz gemütlich geführt wird, sagt Eldad Beck in der israelischen Zeitung “Yediot Achronot” direkt und geradeaus, was er dazu denkt. Die deutsche Botschaft in Tel-Aviv war so nett, seinen Artikel am 17.9. 2008 zu referieren:

Ein Kölner Gericht musste vor kurzem über eine ziemlich schwierige Frage entscheiden: Hat ein Jude das Recht, einen anderen Juden als Antisemiten zu bezeichnen?

Und so gelangte diese absurde Frage ausgerechnet vor ein deutsches Gericht: Evelyn Hecht-Galinski ist die Tochter von Heinz Galinski, einem Holocaustüberlebenden, der nach dem 2. Weltkrieg die unmögliche Aufgabe auf sich genommen hatte, die jüdische Gemeinde in Deutschland wieder zu beleben. 43 Jahre lang stand er der jüdischen Gemeinde von Berlin vor, und er fungierte auch als erster Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

In Israel war Galinski nicht unbedingt beliebt. Der Gedanke, dass im Land der deutschen Mörder wieder jüdisches Leben entsteht, erschien vielen fremd und sogar pervers. Galinski nahm den Israelis ihren Standpunkt nicht übel, er glaubte jedoch daran, dass Juden auch nach dem Holocaust in der Diaspora leben können, sogar in Deutschland.

Seine Tochter Evelyn führt seit Jahren einen bitteren Krieg gegen Israel. Bei öffentlichen Auftritten und in unzähligen Interviews behauptet sie: „Israel will alles, nur keinen Frieden”, „Die israelische Gesellschaft ist autistisch”, „Die Holocaustopfer werden von Israel zu politischen Zwecken missbraucht” und auch „Die jüdische Gemeinde wurde zum Sprachrohr der israelischen Propaganda”.
Wegen dieser Einstellung zu Israel wurde Hecht-Galinski zum Star in den deutschen Medien. Immerhin spricht sie ja aus, was viele Deutsche denken, sich jedoch nicht sagen trauen: Israel ist schrecklich, fürchterlich und hat eigentlich überhaupt kein moralisches Existenzrecht. Wenn die Tochter des ehemaligen Präsidenten der jüdischen Gemeinde so etwas sagt, dann erhalten diese Äußerungen einen
„Koscherstempel”.

Die übertriebene Aufmerksamkeit, die Hecht-Galinski in Deutschland erhält, begann Henryk Broder, einem jüdisch-deutschen Schriftsteller, der ihre Meinung nicht teilt, auf die Nerven zu gehen. Nach einem weiteren Interview, das sie einem der staatlichen Rundfunksender Deutschlands gab, schickte Broder ein Protestschreiben an die Leitung des Senders, in der er Hecht-Galinski anti-israelische und antisemitische Haltungen vorwarf. Der Brief wurde an sie weitergeleitet, und sie reichte sofort eine
Verleumdungsklage gegen Broder ein.

Die juristische Auseinandersetzung zwischen den beiden wurde zu einem heißen Thema in der deutschen Presse, die haufenweise Kommentare veröffentlichte, die zum Großteil Hecht-Galinski in Schutz nahmen. Das Gericht legte fest, dass Broder das Recht habe, Hecht-Galinski als Antisemitin zu bezeichnen, wenn er diese Aussage beweisen könne. Beide Seiten werteten dieses Urteil als Sieg.
Hecht-Galinski hat natürlich das Recht, ihre Meinungen frei zu äußern. Das Problem liegt darin, wie die deutschen Medien, sowohl die privaten als auch die staatlichen, von ihr und ihresgleichen Gebrauch machen. Seit Jahren stellen die deutschen Medien den Auffassungen radikaler Linker, jüdischer und deutscher, eine sehr breite Bühne zur Verfügung, damit diese Israel schlecht machen können. Einige von ihnen machen daraus in Deutschland eine Karriere und auch ein Vermögen.
Man bezeichnet sie als „die andere jüdische Stimme”, die Stimme der Vernunft und der Logik, des Verzichts und der Zurückhaltung, der Versöhnung und des Friedens.

Andere Stimmen, in Israel und in der jüdischen Gemeinde, können in Deutschland ihre Haltung nur selten zum Ausdruck bringen. Sie gelten von vornherein als rechts, kämpferisch und faschistisch, und, bitteschön, kommt den Deutschen bloß nicht mit Tatsachen.

Das ist das traditionelle antisemitische Konzept: Der „gute” Jude tut, was man von ihm erwartet. Der „schlechte” Jude besteht auf seinem Standpunkt und ist streitsüchtig. Wer vor Gericht gestellt werden sollte, das sind die deutschen Medien.

Quelle: Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

 

 
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