Archiv für die Kategorie ‘Lesefutter’

Krieg gegen Israel 6

Dienstag, 25. Juli 2006

Ich bewundere Menschen, die jeden Tag dasselbe lesen, sich empören und sich dagegen äußern. All die Unwahrheiten, die ständig wiederholt werden, immer aufs Neue richtigzustellen, im Wissen, dass die wenigsten das zur Kenntnis nehmen, ist eine Sisyphosarbeit.

Ausserdem braucht das viel Zeit, man möchte doch nicht irgendeinen Müll schreiben. Tja.

Also heute nur kurz.

Gudrun Eussner hat an zwei Beispielen vorgeführt, wie das läuft. Ein französischer Abgeordneter und eine Christiansen-Sendung bekommen darin, was sie verdient haben.

Der Blogger Lisa hat einen Artikel von Heribert Prantl in der “Süddeutschen ” vernichtend analysiert. Seine Analyse ist hart.

Derselbe Lisa hat mich auf den Beitrag von Lisa Goldmann aufmerksam gemacht. Darin handelt es sich um eine Fotoserie, auf der israelische Mädchen Raketen “für” Nasrallah bemalen. Darauf möchte ich vorerst nur verweisen. Wenn die Zeit da ist, möchte ich darüber nachdenken. Bei der Analyse stimmt nicht alles, glaube ich.

Ein Zeitungsmensch wagte es, sich hinter den Leserbriefen zu verstecken. Darüber sollte man auch ausführlicher schreiben. Das wird also noch ein Thema demnächst.

Berichte über den Lauf des Krieges sind zugänglich. Ich denke, vorerst gibt es da nichts Neues - im Vergleich zu den ersten Tagen.

Krieg gegen Israel 5

Sonntag, 16. Juli 2006

Erste Analysen der israelischen Kriegsführung sind da. Die meisten sind eher negativ, was auch verständlich ist. Unterschiede in der Einschätzung sind auch deutlich, und doch bewilligen die meisten Analysten die Strategie und die Taktik. Nur die Ausführung und das Tempo lassen bis jetzt Besseres wünschen.

Ich nenne schnell die Autoren der Texte, die aus meiner Sicht lesenswert sind. Abraham Rabinovich in der “The San Diego Union-Tribune” ist eher hoffnungsvoll (Link), Yaakov Katz in der “Jerusalem Post” beschreibt die aktuelle Lage (Link):

About 25 percent of Hizbullah’s capabilities have been hit, a high-ranking IDF officer estimated on Sunday night at the end of the fifth day of Operation Just Reward.

Barry Rubin erklärt die Strategie, auch in der “Jerusalem Post” (Link). Nadav Shragai beklagt politische Fehler in der “Haaretz” (Link), wofür er gleich von Bloggern heftig kritisiert wird (Link), obwohl er in etwa dasselbe sagt wie Michael Freund (Link) oder Shibley Telhami (Link). Der Unterschied besteht darin, dass es für Freund nichts Neues ist, während Shragai offensichtlich erst jetzt zu dieser Gemütswandlung kommt.

Die unausgewogene Darstellung der Ereignisse in den deutschen Medien ist ein Thema für Henryk M. Broder (Link), der die Sache selbst in etwa genauso sieht wie der von mir schon mehrfach zitierte Ulrich W.Sahm (Link). Auf dem globalen Level bespricht das Thema auch David Brooks in der “New York Times” (nachzulesen bei vielen Bloggern, zum Beispiel hier). Noch globaler stellt John Arquilla die Aufgabe für die Weltpolitik der USA in der “San Francisco Chronicle” (Link):

We don’t have the luxury of time in this war, so we must transform both our military strategy and our statecraft to a quicker pulse. We must win before terrorists acquire WMD.

The choice is whether to “stay the course” and endure growing risk of losing a protracted conflict, or to make radical changes now, changes that engender little risk but have an enormous potential to crush terrorism soon.

We should choose to fight a smart, short war and not continue this long, wrong one.

Dasselbe auf dem lokalen Level des aktuellen Krieges würde ich auch empfehlen, wenn ich gefragt worden wäre…

Zwei Gedanken

Samstag, 15. Juli 2006

Mich hat eine Nachricht erreicht: Noch ein Forum wurde sauber gemacht. Das heißt, aus dem Respekt vor den Rechtsradikalen haben die Vertreter der sogenannten Mitte deren Gegner verjagt, man wolle doch Israel und die Juden im allgemeinen zivilisiert und ungestört belehren, wo die Moral ist.

Warum nur sind sie, all diese falschen Moralisten und Moralapostel, so kämpferisch und beklagen sich ob ihrer Unterdrückung und der Zensur? Insbesondere wenn sie tagtäglich ihre Tribune haben? Sind ihre Ängste so groß? Ist ihr Unterbewusstsein so mächtig?

In der heutigen “Süddeutschen” macht der Maler Georg Baselitz darauf aufmerksam, wie es mit der Diskussion um die deutsche Identität steht:

Im Ernst, die Diskussionen um deutsche Identität, egal ob damals oder jetzt wieder, finde ich müßig. Weil die Leute damit ihr Unwohlsein immer wieder neu kaschieren und maskieren. Nur in Deutschland gibt es so viele Neugeborenen mit jüdischen Namen. Das ist ein Versuch, sich aus der Geschichte zu stehlen. Ein Rechtvertigungsversuch.

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und fragen, warum dabei überwiegend weibliche hebräische Namen gegeben werden und fast keine männlichen. Stimmt es? Was kann es bedeuten?

Wenn ich schon das Baselitz-Interview, welches Eva Karcher geführt hat, zitiere, dann noch einen heftigen Ausdruck, ohne ihn allerdings zu kommentieren:

Innerhalb des Themas der nationalen Identität gibt es ja noch ein anderes, viel gravierenderes, nämlich das Vater-Sohn-Problem. Das haben alle, wie jedoch in einer verschärften Weise. Weil wir alle unsere Väter verdächtigen. In den wenigsten Familien kommen Mörder vor, bei uns gleich millionenfach. Das ist eigentlich das Hauptproblem. [...]

Krieg gegen Israel 2

Freitag, 14. Juli 2006

Hier liste ich lesenwerte Beiträge auf, sowohl aus Zeitungen als auch aus Blogs:

  • Meryl Yourish nennt israelische Blogger, die aktuell berichten (Link)
  • Sie zeigt an einem Beispiel, wie die AP über den Krieg berichtet (Link)
  • Melanie Phillips nennt den Krieg beim Namen am 13.7 (Link)
  • Melonyce McAfee referiert arabische Blogs am 13.7 (Link)
  • J. Peter Pham und Michael I. Krauss erklären den casus belli beim “TCS Daily” am 13.7 (Link)
  • Charles Krauthammer ist wütend in der “Washington Post” von heute (Link)
  • Michael Oren legt die Strategie Israels dar, auch in der “Washington Post” von heute (Link)
  • Einzelheiten direkt aus Libanon kann man in der “Daily Star” nachlesen (Link)
  • Gedanken eines syrischen Bloggers Ammar (er lebt in den USA) sind auch interessant (Link)

Krieg gegen Israel und seine Darstellung in den Medien 1

Freitag, 14. Juli 2006

Spätestens seit der zweiten Entführung der israelischen Soldaten ist Krieg, und hoffentlich bleibt es bei zwei Fronten. Die Propagandamaschine der terroristischen Organisationen läuft auf Hochtouren. Jede unkritische Weiterleitung ihrer Lügen ist eine Beteiligung an der psychologischen Führung der Kämpfe. Nichts Neues, aber wahr: Viele machen mit.

Ich zähle einige Falschmeldungen weiter unten auf, zuerst aber möchte ich die treffenden Analysen der Lage verlinken, im Glauben, dass es mehr Sinn ergibt.

Die wichtigsten Beiträge sind auf der Homepage der Israelischen Botschaft zu finden. Darunter die Übersetzung eines Artikels aus der Jerusalem Post vom 9.7. von Barry Rubin. Etwas ironisch geschrieben, aber sehr einleuchtend. Zum Beispiel,

- Es gibt kaum moderate Palästinenser im öffentlichen Leben und die wenigen, die es gibt, halten ihren Mund oder geben die militante Mehrheitsmeinung wieder. Mit wenigen Ausnahmen – die an den Fingern abzuzählen sind - kann ein moderater Palästinenser in der Praxis gewöhnlich als jemand definiert werden, der sich in gutem Englisch für den Terror entschuldigt. Das Mantra „Man muss den Moderaten helfen“ kann unter diesen Bedingungen nicht funktionieren. [...]
Palästinenser greifen Israel nicht an, weil Israel sie angreift, sondern weil dies das einzige Programm ist, das sie haben. [...]

- Das Zwischenziel lautet, vorgetäuschte Siege für sich zu beanspruchen. Diese sind in der Realität jedoch nichts anderes als teure Niederlagen. Wenn nach 40jährigem bewaffnetem Kampf der große Triumph der Bewegung darin besteht, dass einmal im Jahr ein israelischer Vorposten zerstört und ein israelischer Soldat entführt wird, dann zeigt dies eine bemerkenswerte Schwäche auf dem Kampffeld. Indem man Israel durch Raketenangriffe Schaden zufügt, dient man keinen palästinensischen Strategiezielen. Das einzige Ziel, das erreicht wird, besteht darin, dass sich die Menschen in Anbetracht dieses Schadens gut fühlen (obwohl sie selbst viel mehr Schaden dadurch erleiden).

Märtyrer zu feiern bedeutet schlichtweg, mit den eigenen Opfern zu prahlen. [...]

- Infrastruktur ist nicht nur unwichtig, sie stört den umfassenden Kampf. Denn wenn sich Palästinenser mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, Erziehungs- oder Gesundheitssystemen oder einer erfolgreichen Wirtschaft beschäftigen, macht sie das zufriedener bezüglich ihres Schicksals und weniger willig, für die Sache zu kämpfen und zu sterben. [...]

- Benutze das Leiden deines Volkes, um internationale Unterstützung zu erhalten. Die palästinensischen Führer schrecken nicht vor Zerstörung oder dem Leiden des Volkes zurück. Nachdem gesagt worden war, die Hamas habe die Minen verlegt, die palästinensische Zivilisten letzten Monat getötet haben, meinte eine amerikanische Zeitung, dass die Hamas dem eigenen Volk so etwas doch niemals antun würde.

Im Gegenteil: Es gibt ein langes Muster der Opferung palästinensischen Lebens und Wohlstandes für Propagandazwecke. Kinder werden von offiziellen palästinensischen Medien ermutigt, Terroristen und somit „Märtyrer“ zu werden.

- Lüge ohne Ende, belüge nicht nur alle anderen sondern auch dich selbst. Porträtiere Israel immer als falsch und Amerika immer als feindlich. Die Unfähigkeit der Palästinenser, über diese Propaganda hinauszugehen, und die pausenlose Dämonisierung haben – außer in seltenen Zeiten während des Oslo-Prozesses- sichergestellt, dass die Palästinenser nicht erfolgreich im Umgang mit diesen Ländern sind.

So lautet eine Verlierer-Strategie: Zerstöre deine Infrastruktur; mache internationale und sogar arabische Unterstützung durch Extremismus zunichte – niemand ist mehr überrascht, dass nicht einmal arabische Staaten etwas tun, um den Palästinensern aus ihrem Durcheinander herauszuhelfen; werfe Chancen für das Erreichen von Zwischenzielen (einen Staat zu bekommen) weg, um keine Kompromisse bezüglich der Chance auf einen totalen Sieg einzugehen; wiederhole alte Fehler; freue dich über Niederlagen, die Märtyrer hervorrufen; verhöhne die einzige Supermacht der Welt; preise die Anarchie; büße jede Chance ein, die Sympathien der anderen Seite zu erlangen.

Eine solche Selbstmordstrategie kann –wie die Selbstmordanschläge auch - dem Feind Verluste zufügen, ihn jedoch nicht besiegen. In der Tat garantiert das Opfern so vieler möglicher Vorteile, dass die Kluft ständig breiter wird, und zwar zum Vorteil der anderen Seite.

Da jedes Zeichen von Widerstand gegen diesen katastrophalen Zugang an die politische Materie fehlt, scheint es, dass es noch einige Jahrzehnte mehr voller glorreicher Niederlagen und Märtyrertum geben wird. Vielleicht werden es sogar so viele sein, dass selbst diejenigen im Westen, die weiterhin etwas anderes erwarten, verstehen werden, was hier vor sich geht.

In denselben Nachrichten der Botschaft wird eine Information erwähnt, die das noch einmal bekräftigt:

Die Hamas-Regierung hat in den vergangenen Tagen Hunderte Palästinenser aus dem Gazastreifen daran gehindert, zur ärztlichen Behandlung nach Israel auszureisen. Das teilten hochrangige Stellen in der Einheit zur Koordination der Regierungsaktivitäten in den palästinensischen Autonomiegebieten mit.

In der Einheit erklärte man, das Ziel der Hamas sei, den Eindruck zu vermitteln, als gäbe es im Gazastreifen eine humanitäre Krise, um dann Israel die Schuld in die Schuhe schieben zu können. Die Stellen teilten am Samstagabend mit, dass die Hamas in den vergangenen zwei Wochen etwa 460 kranken Palästinensern die Ausreise nach Israel verweigerte. Anstelle von etwa 300 Kranken, die gewöhnlich jede Woche aus dem Gazastreifen nach Israel ausreisen, um dort behandelt zu werden, gestattet die Hamas nur rund 70 Personen pro Woche, israelische Krankenhäuser aufzusuchen.

Vor etwa einer Woche genehmigte die Regierung den Vorschlag von Verteidigungsminister Amir Peretz, eine humanitäre Soforthilfe von 50 Mio. Shekel an die Palästinenser zu überweisen, um die Situation der Zivilbevölkerung zu erleichtern. Nach Angaben der Stellen, weigert sich die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) aber bis heute, das Geld anzunehmen.

Diese Meldung stammt vom 9.7. Ich habe sie nirgenwdo mehr wiedergefunden, sie wird schlichtweg ignoriert.

Eine empfehlenswerte nüchterne Analyse der aktuellen Lage habe ich bei der NZZ gefunden, von einem vk unterzeichnet. Ansonsten gibt es nur typische Lügen bei Telepolis, diesmal von einem Peter Bürger, wo schon wieder ein Märchen erzählt wird: “Millionen [sic!] Palästinenser mussten aus dem Gebiet des heutigen Israels flüchten”. Spielbergs Film “München” wird für die jüdische Bibel gehalten etc. Thorsten Schmitz empört sich heute im Magazin der “Süddeutschen” über Schwierigkeiten der Juden, die aus Äphiopien nach Israel kamen und von ihm über ihre Probleme ausgefragt wurden. Skurrilerweise widmet die SZ am selben Tag vergleichbaren Schwierigkeiten der Einwanderer in Deutschland zwei volle Seiten. Immerhin fast wie in Israel.

Zwei Empfehlungen

Donnerstag, 6. Juli 2006

Ungewöhnlich sind die folgenden zwei Texte, jeder auf seine Art.

Matthew Gutman beschreibt in der “USA Today” die Lage der palästinensischen Medien unter der Hamas.

There are 20 Palestinian radio stations, 19 newspapers and 33 TV stations, according to the Palestinian Ministry of Information.

Muhammad Dahody, director-general of Palestine TV, says his phone began ringing after Hamas spokesman Sami Abu Zuhri accused the station of fomenting civil war in an interview May 22 with the Qatar-based Arabic satellite network Al-Jazeera.

Dahody says he received 20 calls a day from Hamas militants threatening to dismember him if he didn’t change the station’s allegedly biased reporting. [...] Four of Arabeed’s 32 staff members quit after receiving threats by phone or e-mail, he says. As many as 70 death threats a day filled Arabeed’s own voice mail.

Der andere Text entstammt dem Blog “Augean Stables”, sein Autor RL schreibt über die Feigheit der Minister und Abgeordneten der Hamas, die sich ohne Widerstand verhaften ließen, obwohl sie ihr Volk zum Märtyrium aufrufen:

All these brave leaders who (like Edward Saïd) are ready to fight to the last Palestinian, but not a trace of personal courage. As a friend commented to me: didn’t you notice their suits? As soon as they took over the government, they started wearing suits. [...] from the perspective of a warrior concerned with honor, playing the victim is the most craven of options, and when the Palestinians adopted (or were forced by their Arab brethren to adopt) the role of victim, they went into a form of honor-shame pathology.

Vorbildlich

Freitag, 30. Juni 2006

Die Idee von diesem Posting möchte ich ausdrücklich unterstützen. Das Bild spricht Bände, in der Tat. Ähnlich aufklärend ist auch ein anderes Bild im selben Blog. Bilder sagen manchmal mehr als Worte!

Efraim Inbar bei ARD

Mittwoch, 28. Juni 2006

Auf der Internetseite der Tagesschau kann man heute ein inhaltsreiches und authentisches Interview mit einem anerkannten Politologen aus Israel zu aktuellen Themen lesen. Das will ich mal loben. Einfach formuliert, für schlichte Gemüter soll es auch verdaulich sein. :-)
Gut gemacht, Christian Radler!

Die anderen Aufsätze Inbars kann man auf seiner Homepage verlinkt finden.

Ulrich W. Sahm zeigt die Rolle der Presseagenturen

Montag, 26. Juni 2006

Die neu gestaltete Homepage von Ulrich W. Sahm ist noch nicht ganz fertig. Ich stelle fest, dass er dabei einen Vortrag, den er 2003 im Bundestag gehalten hat, neu gestellt hat. Sehr empfehlenswert.

Kurz gesagt, er berichtet über die subtile Propaganda durch die Pressagenturen wie ap, dpa, afp, Reuters, insbesondere ihre deutschsprachigen Redaktionen. Nämlich, wie sie die Meldungen über die Ereignisse im israelisch-palästinensischen Konflikt verfälschen.

Sein neuester Beitrag bei n-tv korrespondiert übrigens mit meinem Text von vorgestern.

David Teich - lesenswerter Blog

Donnerstag, 22. Juni 2006

Ein amerikanischer Jude wandert nach Israel aus und schreibt ein Tagebuch im Netz. Über sich selbst, über seine Katzen und seine Einsamkeit, über seine Sicht der politischen Ereignisse etc. Eine authentische sympathische Quelle, um das Lebensgefühl in Israel aufzuspüren, finde ich. Einige Beispiele seiner scharfsinnigen Beobachtungen:

There’s a new play about Rachel Corrie. She’s the defender of terrorists who lay down in front of a large bulldozer and was surprised she couldn’t be seen, right untill the end (reminding me of the guy who, years ago, at the Concord Naval Weapons facility, lay down in front of a train and then sued because he lost an arm…). The play was co-written and directed with the help of “journalists” from the Guardian.

Of course, there’s no play about the deaths of the Rachels who died in suicide bombings. As listed in the JPost: “Rachel Levy (17, blown up in a grocery store); Rachel Levi (19, shot while waiting for the bus); Rachel Gavish (killed with her husband, son and father while at home celebrating a Pessah meal); Rachel Charhi (blown up while sitting in a Tel Aviv cafe, leaving three young children); Rachel Shabo (murdered with her three sons aged 16, 13 and five, while at home).” Then there’s Rachel Thayer (16, blown up in a pizza parlor). She fits today’s subject because she was a British citizen, yet her mother says they NOT ONE British journalist ever interviewed her about her daughter’s death. (Eintragung vom 25-April-2005)

To help you better understand Israel, today’s lesson is a typical example of marketing skills. I was at the grocery store and needed more beer. The six pack was 31.49. Singles were 4.99. Now, the concept of six and twelve packs (the later unknown here, since it’s not a beer drinking country) is to make it easy to grab plenty of one brand. Just like with bundles of anything else, you should get a quantity discount. That concept, however, seems to be a foreign one. (06-March-2005)

I walked over to check out dvds. There was nothing that really excited me, but I decided to get shwarma for dinner, as long as I was there. I’m tired of the pasta that I’ve been eating and, though I still have more sauce, wanted a break. Usually the guy has me pay when I’m done eating. However, after I sat down with the food and beer, he asked me to pay. I got up, paid and then returned to my table. No food. I saw the wrapper on the ground. Then I remembered the mutt I’d seen wandering around. I managed to put 2 and 2 together.

The guy laughed and gave me another shwarma. We both wondered how the dog liked the extra hot sauce I had him add. I hoped it had punished the dog, but not too much. The dog finished eating before I did, and he reappeared as I finished. Sadly, he didn’t seem any worse for the wear. Next time I watch my food a bit more closely. (17-February-2005)

Yesterday, when I was a vidiot, I was lying on the couch. Ghost was asleep on my chest and Star was asleep curled up under my arm. It was a cute scene. What was funny was good old Ghost’s fears. It was close to dinner time and I hadn’t eaten in a while. Suddenly my stomach let out a pretty big growl. Ghost jumped up with fear on her face, looking around to see who was attacking. Of course, my laughing didn’t help the cat’s self esteem, but it was hilarious. (31-January-2005)

Und von den neuesten Eintragungen:

Yesterday Israel blew up a couple of terrorists. Sadly, there were some civilian casualties, including a young girl. The Palestinians immediately cried “massacre!” Fatah (Al Aqsa Martyr’s Brigade is Fatah) said it would declare war on Sderot. Considering that an average of two missiles a day have been fired at Sderot in the last year, what’s to declare? They spend a year specifically aiming rockets at civilians and claim that’s holy, but civilians killed while killing terrorists is somehow a massacre? Right…

A few days earlier, two Palestinians tried to kidnap two Jewish girls, and there was no condemnation from the Palestinians. One girl ran awy. The second, age 14, beat off her two attackers though she was hurt. It seems that when they’re not blowing themselves up or firing from hiding, Palestinians can’t even deal with a teenage Israeli. Sad sack scum! [...] Meanwhile, today an American Jewish immigrant was arrested for trying to smuggle weapons into the country. He will be tried and probably convicted. Why? Because it’s charged that he wanted to use them to shoot Arabs. Yes, he’s arrested for only planning terror. When was a Palestinian arrested by Palestinians for performing terror acts? Oh, right, never. Rather, they’ve announced a formal war against “collaborators”, who will be accused, shot and killed without arrest or trial for the crime of wanting peace and an end to terrorism. (June 21st, 2006)

Back home, people are getting silly about the daily Kassam rockets. They’re a serious business, but there’s always room for lunacy. Today, the entire town of Sderot “went on strike” in protest. Exactly who that affected other than themselves, nobody’s really sure. Meanwhile, in preparation for the strike, Nobel Prize Laureate Shimon Peres said “Kassams, shmasams!” He also pointed out that the Northern Galilee town of Kiryat Shmona dealt with rockets from Lebanon and Syria for much longer and that the crying and whining, rather than the dealing with it, helps the enemy. I agree that what’s going on is not good, but Israel is reacting. We shouldn’t risk many soldiers’ lives with what Sderot demands, massive action, since injuries have been minor. In addition, I know children are scared, but it’s only made worse by their parents’ whining.

Much of what he said was correct, but he picked a really annoying way of saying it. That’s PR in Israel. (June 20th, 2006)

Jeden Tag…

Dienstag, 20. Juni 2006

In der “Times” wird der Erfinder von AK47 vorgestellt: Kalaschnikow ist 86 und will vorschreiben, wer seine Erfindung nutzen darf, nämlich nur die Guten.

In dem Kommentar zum Artikel stellt die Zeitung fest:

1,300 people killed each day worldwide by small arms

Das bedeutet in der Umrechnung:

jede Stunde sterben auf diese Weise 54 Menschen
jede Minute wird einer erschossen.

Klaus Maria Brandauer über das heutige Theater und sich

Freitag, 16. Juni 2006

Ein bemerkenswertes Interview mit Brandauer in der heutigen “Welt”. Nicht weil der Schauspieler besonders gut wäre, sondern weil der Interviewer Roger Köppel ihn lebensnah, das soll heißen - naturgetreu, präsentiert. Ich mag diese Art. Einige Beispiele:

Welt: Man hat den Eindruck, es gebe eine Art Gottesdienst, einen heiligen Pakt zwischen Theatermachern und einer Kritik, die auch noch den größten Unsinn zur Kunst erklärt.

Brandauer: Halt. Ein Gottesdienst ist das nicht, eher ein mafioses System. Man betreibt Theater als ideologische Zwangsbeglückung, leider oft am Publikum vorbei. Der Grund ist einfach: Wenn Sie ein großartiges Stück mit zehn schauspielerischen Begabungen inszenieren, kommen Sie als Regisseur nicht vor. Das ist für manche kränkend. Viele Schauspieler leiden zwar unter dem sogenannten Regietheater, aber sie würden sich nicht trauen, gegen den Trend anzureden. Man will ja arbeiten.

Welt: Inwiefern hat der Siegeszug des Effekt- und Regietheaters zu einer Verwahrlosung der handwerklichen Standards geführt?

Brandauer: Die Verwahrlosung könnte langsam einsetzen. Bis jetzt war die Ausbildung hervorragend, aber inzwischen höre ich, daß Schauspieler für die perfekte Beherrschung des Handwerks kritisiert werden. Man holt Fernsehstars ins Theater, um die Säle zu füllen, die schauspielerischen Standards gehen weiter nach unten. Nicht jeder Serienheld ist für eine klassische Rolle geeignet. [...]

Welt: Sie haben mal gesagt, das Theater müsse einen Bildungsauftrag wahrnehmen.

Brandauer: Na gut, die Leute sollten ja schon einiges wissen, wenn Sie zu uns kommen. Wir können den Bildungsauftrag nicht nachholen, aber wir sind die Leidtragenden eines grassierenden Mangels an Bildung. Leute lernen keine Gedichte mehr, sie lesen keine Romane, sie haben keine Vergleichsmöglichkeiten mehr. Hätten sie die, würden sie vielleicht so manches, was heute auf deutschen Bühnen stattfindet, rundweg ablehnen.

Welt: Ihr Ansatz wird von der Kritik als “konservativ” bezeichnet. Kränkt Sie das?

Brandauer: Für mich ist Theater in erster Linie Sprechtanz. Auf dem höchsten Niveau der Virtuosität Gedanken zu jonglieren, die allerdings auch die Ruhe bekommen, den Menschen zu erreichen, und zwar alle Anwesenden. Im Zentrum steht der Virtuose, ein großer Atem, ein großer Zuschnitt, große Textbehandlung, alles ausgerichtet auf den Inhalt. Das ist das, was ich mit Vergnügen gelernt habe. Das interessiert sogar in der Stille, bei der bloßen Lesung, es muß gar kein Event werden. Event kann sein, was sich aus dem Text ergibt. Wenn man das als konservativ bezeichnet, dann kränkt es mich nicht. [...]

Welt: Viele Schauspieler haben panische Angst vor dem Liebesentzug durch das Publikum und flüchten sich in Drogen.

Brandauer: Die Arbeit war mir nie eine Belastung. So, wie ich heute dastehe, habe ich mir das auch in den kühnsten Träumen nie vorstellen können. Der Journalist würde vielleicht lieber hören, wie ich leidend ums Burgtheater wandere aus Angst vor dem Scheitern in der “Nathan”-Inszenierung morgen abend, aber so ist es nun mal nicht. Nein, ich hab’ mich gern, ich hab’ mich sehr, sehr gern. [...]

Ich hatte halt oft das Gefühl, nur mit Leuten zusammenarbeiten zu wollen, die mehr wissen als ich. Ich bin jederzeit in der Lage, mich gut unterzuordnen. Ich bin ein ausgezeichnetes Ensemblemitglied.

Welt: Das glaubt Ihnen niemand.

Brandauer: Es ist aber wahr.

Welt: Haben Sie je herausgefunden, was das Geheimnis Ihrer Bühnenpräsenz ist?

Brandauer: Nein. Mittlerweile glaube ich daran, daß ich so etwas ausstrahle, weil man es mir immer wieder gesagt hat. Und so etwas glaubt man ja gern. Ich möchte kein verkannter Mensch sein. [...]

Welt: Gingen Sie zum Theater, um der Realität zu entkommen?

Brandauer: Nein, im Gegenteil. Ich wollte auffallen und sah da eine Möglichkeit. Flucht war es bestimmt nicht. Ich wollte ans Licht. [...]

Ich bin viel herumgeflogen, habe Mengen gelesen, saß im Zug, während meine Kollegen mit den Mädels herumgemacht haben. Spielte Hamlet in Wien, als ich gleichzeitig “Out of Africa” in Kenia drehte mit Löwen aus einem Zirkus in Los Angeles. Ich habe ein herrliches Leben.