Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Wo sind cartoons zum russischen Putin-gegen-Kinder-Gesetz? Sonntag, 30. Dezember 2012

Ich bitte um Verweise, bis jetzt konnte ich keine Karikaturen zum Thema finden.

Nur ein Paar schöne Arbeiten wie zum Beispiel:

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Der Text dieser Silvesterkarte lautet:

“Es soll alles Schlechte im Neuen Jahr weggehen!”

Oder:

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Zum Thema des widerlichen Gesetzes kann ich das erschütternde Buch von Ruben Gallego “Weiß auf Schwarz” als Lektüre empfehlen (in einer leider unprofessionellen Übersetzung ins Deutsche):

 

Ali Salem: Reise nach Israel Montag, 28. September 2009

Filed under: Deutschland,Israel,Literatur — peet @ 13:30 Uhr
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In einem inhaltsreichen Commentary-Artikel hat Michael J. Totten einen sympatischen egyptischen Schriftsteller Ali Salem erwähnt. Die Erwähnung führt zu einem Interview mit Ali Salem, die ursprünglich im April 2009 in Kuweit erschienen ist und jetzt vom MEMRI ins Englische übersetzt wurde (Link). Lesenswert!
Nach der Lektüre wollte ich Salems Buch von 1994 lesen, das offensichtlich in die Geschichte eingegangen ist. Ich musste soeben feststellen, es gibt keine deutsche Übersetzung des Buchs, nur eine englische liegt vor (“A Drive to Israel”).

Wie kann es sein, dass jeder Dreck sofort übersetzt und herausgegeben und ein wichtiges friedenförderndes Buch vollkommen ignoriert wird? Unfassbar!

 

Perspektiven der Literatur Samstag, 26. September 2009

Filed under: Blogging,Literatur,NZZ — peet @ 17:29 Uhr
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…zeichnet Dubravka Ugrešić im interessanten Interview bei der NZZ (Link). Sie wird als eine kroatische Schriftstellerin vorgestellt und ansonsten zeigt sie sich ziemlich allwissend und von sich überzeugt. Drei Themen behandelt sie aber ganz nach meinem Geschmack, treffsicher und gut formuliert, insofern kann es nur richtig sein. :-)
Essaystik – Erzählstil – Schnelligkeit:

Die Schwierigkeit der essayistischen Form besteht darin, dass viele Essay-Schreiber unbewusst in die Rolle des allwissenden Autors schlüpfen. Ich aber mag diese autoritäre Stimme nicht. Um sie zu vermeiden, gebe ich meinen Büchern oft einen unzuverlässigen oder einen ironischen Erzähler oder, wie in «Lesen verboten», einen «Brummler», der sich über alles beklagt und sich selbst bemitleidet. Es ist mir bewusst, dass eine solche Art des Erzählens naive Leser verwirrt. Besonders jene, die sich wünschen, dass der Autor die Wahrheit und nichts als die Wahrheit schreibt. Aber ich sehe lieber etwas konfuse Leser als solche, die mir zu Füssen liegen. Die Postmoderne endete mit der Massennutzung der Computertechnologie, insbesondere des Internets, aber niemand nahm Notiz von ihrem Sterben. Niemand bemerkte dieses Detail, denn unser Leben ist heute von Schnelligkeit geprägt, und diese ist viel ausgeprägter als unsere Fähigkeit zu verstehen. Unser Zeitgefühl ist durch die immense Geschwindigkeit des heutigen Alltags betäubt. Wir haben die Verbindung zu unserer Vergangenheit verloren, leben nur noch in der Gegenwart, fasziniert und hypnotisiert von den Spielzeugen, die uns die neuen Technologien schufen.

Die Prognose:

Im Zeitalter des Computers verschwindet die Gutenberg-Galaxie nach und nach, denn wir bewegen uns in Richtung einer digitalen Galaxie. Dennoch glaube ich nicht, dass Bücher als solche dem Untergang geweiht sind – Lesen ist für mich etwas Persönliches. Ich bin daher kein Fan der «Festivalisierung» der Literatur. Doch ist es schon so: Literaturtheorie wird zusehends von Literaturmarketing abgelöst, kompetente Buchkritiken werden durch Literaturtipps ersetzt. Die seriöse Buchauswahl ist am Verschwinden, stattdessen ist heute alles eine Geschmacksfrage. Der Markt beeinflusst unsere Wahl, bestimmt unsere Vorlieben und etabliert Werte.
[...] Das Internet hat unsere Art des Denkens und auch unsere Sprache verändert. Es ist das demokratischste Feld der Selbstdarstellung, auch was die Literatur angeht. Die Blogger haben heute wahrscheinlich grösseren Einfluss auf den Buchmarkt als Starkritiker. Wikipedia hat auch in Sachen Literatur demokratische Definitionsmacht erlangt. Die Literatur, wie wir sie kennen, wird nach und nach verschwinden. Auch die Bezeichnung «Autor» wird mit der Zeit aussterben. Die Literatur der Zukunft wird wilden, unstrukturierten und dynamischen Stimmen gehören.

Der Schriftsteller und sein Publikum:

Nach dem Hinschied Gottes, wie Nietzsche ihn verkündete, hat das religiöse Denken alle Sphären unseres Lebens und insbesondere die zeitgenössische Massenkultur durchdrungen. Berühmtheiten unserer Zeit wurden in den Himmel gehoben und leben mit Gott, ob er nun tot ist oder nicht. Heute sind Prominente unsere Heiligen. Konfessionelle Produkte, Memoiren oder Autobiografien sind nicht zufällig die derzeit beliebteste Art von Literatur. Will ein Autor erfolgreich sein, muss er Demütigung, Armut und Sünde erlebt haben. Er hat unter einer Krankheit gelitten, war drogen- oder alkoholsüchtig oder kann über ein Nahtod-Erlebnis Auskunft geben. Die Prüfung ist bestanden, und die Harmonie hält Einzug in sein Leben. Paulo Coelho wurde dank seiner religiös aufgeladenen «Tuttifrutti-Prosa» zu einem weltweiten Guru. Die Schuld-Sühne-Formel zieht immer, und manche Schriftsteller unterwerfen sich diesem Muster – bewusst oder unbewusst. Dies ist die alte religiöse Geschichte von Suche, Schmerz und Reinigung. Die Bewunderung der Öffentlichkeit ist der letzte Schritt in diesem Freispruch. Jeder Mensch lechzt nach der Wahrheit und möchte diese anderen erzählen. Unsere Kultur ist ein seltsamer Mix aus religiösen, narzisstischen und exhibitionistischen Elementen. Das führt dazu, dass wir in einer Umgebung leben, wo alle sprechen, aber niemand zuhört, wo alle schreiben, aber niemand liest. Jeder möchte gesehen werden, weswegen immer weniger da sind, die schauen.

 

Link zu Mankells Intifada Freitag, 7. August 2009

Völkerspezialisten haben den Artikel gelöscht (siehe Kommentare zum Posting Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen).
Der Mankell wurde aber schon viel früher verdeutscht. Das Original in Schwedisch wurde am 2.6.2009 publiziert. Dann bei tlaxcala, schon am 26.6.2009, in der Übersetzung von Einar Schlereth. Davor allerdings schon bei der Seite Hintergrund, und zwar am 11.6.2009. Erstaunliche Geschwindigkeit! Und erst am 30.7.2009 bei der Gesellschaft für bedrohte Völker, allerdings ohne Erwähnung der Quelle und des Namen des Übersetzers. Man muss also nicht bei google cache suchen :-)

 

Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen

Wir erleben eine vollkommene Entwertung der Menschenrechte. Das Thema wird von den Terrorverstehern besetzt. Man kann sich kaum mehr zu der menschenrechtlichen Prolematik äußern, weil der Begriff umgepolt ist. Im Lager der Israelkritiker herrscht jetzt bestimmt eine große Freude: Henning Mankell hat Israel delegitimiert. In offener und absoluter Deutlichkeit spricht er dem Staat Israel das Recht auf Existenz ab. Ein widerlicher Text.
Die zweifelhafte Ehre der deutschen Publikation gehört den Menschenrechtlern in Berlin (Link). Schande über euch!

Dank an Daniel Leon Schikora, der in seinem Blogbeitrag auf diese Selbstentlarvung eines Krimiauthors aufmerksam gemacht hat (Link).

 

Billige Zeitungskritik Samstag, 29. November 2008

In der NZZ von heute schreibt ein Michael Schmitt (Literaturredaktor bei 3sat-Kulturzeit) über Ray Bradbury (Link):

«Fahrenheit 451» ist vermutlich das problematischste, weil «zu gut gemeinte» dieser drei frühen Bücher.

Ein deutlicheres Bild für das ideal gedachte «Gespräch mit Büchern» kann es kaum geben – es ist zudem eine Liebeserklärung Bradburys an all die Bibliotheken, in denen er sich als Autodidakt die eigene Bildung angeeignet hat –, aber es ist auch, von heute aus gesehen, nicht weit weg von einer mittlerweile billig zu habenden Bildungsnostalgie.

Jetzt wissen wir, wie es dazu kommt, dass die “Kulturzeit” zu vernachlässigen ist.

 

Sozialismen, Kommunismen… Mittwoch, 26. November 2008

Wie immer, auf Umwegen findet man etwas bis dato Unbekanntes. Mit einem Interview stellt “Die Welt” den ach-wie-linken Schriftsteller Ditmar Dath vor (Link). Es wird geplaudert. Unter anderem:

Für mich, den linken Westler, war die DDR vor allem die Garantie dafür, dass meine Regierung sich ihren eigenen Linken gegenüber nicht allzu schlecht benimmt: Man schlägt die Gattin nicht vor den Augen der feministischen Nachbarin. Was jener Staat für Nachteile hatte, steht überall zu lesen; die Vorteile aber stehen nur bei den größten deutschen Schriftstellern mehrerer letzter Jahrzehnte, Peter Hacks und Ronald M. Schernikau.

Von Hacks habe ich früher einiges gelesen, von Schernikau habe ich erst jetzt also erfahren und mich im Internet informiert. Alle drei – Dath, Hacks, Schernikau – sind Literaten, die von der Zeitschrift “Konkret” promotet werden.
Unterm Strich und in Kürze: Schon wieder ein ästhetischer Blick auf die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft. Die Realität wird ausgeblendet oder neu gedichtet. Dazu der Pathos eines Weltverstehers und -verbesserers.

Dann muss man wohl wiederholen:

Es gab nie einen Sozialismus.
Es gibt keinen Sozialismus.
Es wird nie einen geben. Genauso mit einem Kommunismus.

Die Utopien – wie auch Antiutopien – sind dazu da, zum Nachdenken und vielleicht sogar zum Handeln zu animieren. In der Pubertät und Adoleszenz mehr als später. Nur dass es nicht weh tut. Ich meine, selbst nicht und den anderen erst recht nicht. Diese Mantras sollten sich einige vielleicht öfter wiederholen.

 

 
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