Archiv für die Kategorie ‘Oettinger’

Erste Oettinger-Witze

Donnerstag, 19. April 2007

Harald Schmidt hat gestern gemerkt:

“Entschuldigt gefehlt hat der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger. Er bereitete die Geburtstagsrede für den 20. April vor…”

Noch einen hat das Leben geschrieben:

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Ist das keine gute Verarbeitung der Geschichte?

Oettingers Stationen

Montag, 16. April 2007

Oettinger am 11.4: 

Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes.

Am 13.4: 

Meine Rede war öffentlich, ernst gemeint und die bleibt so stehen.

Am 14.4. vormittag:

Ich glaube, dass Hans Filbinger ein Gegner der Diktatur war.

Am 14.4 nachmittag:

Es gehört in unserem Kulturkreis zu den üblichen und angemessenen Gepflogenheiten einer Traueransprache, Verdienste und das Lebenswerk des Verstorbenen positiv zu würdigen und ihm die schwierigen Phasen seines Lebens - ohne sie zu verschweigen - nicht nachzutragen.

Am 15.4 für die Bild-Zeitung:

Mit meiner Trauerrede wollte ich das Lebenswerk von Hans Filbinger würdigen. Aber es war nie meine Absicht, die Verfolgten und die Opfer zu verletzen. Sollte das geschehen sein, tut es mir leid. Und dafür entschuldige ich mich auch. Betroffen macht mich, wie mir unterstellt wird, ich hätte Hans Filbinger zum Widerstandskämpfer erklärt. Er war es nicht und ich habe das nie behauptet. Die Öffentlichkeit hat meine Rede anders wahrgenommen, als ich sie vor den versammelten Trauernden gemeint habe. Dies bedaure ich und würde heute eine andere Formulierung wählen. [...] Hans Filbinger hat sich wie Millionen anderer dem NS-Regime angepasst. Daran besteht kein Zweifel. Aber so, wie ich ihn später kennengelernt habe, war er ein zutiefst christlicher und konservativer Mensch mit einer belegbaren inneren Distanz zum NS-Regime.

UPDATE:

Am 16.4:

Ich halte meine Formulierung nicht aufrecht und distanziere mich davon. 

Spannend. So ein Mehrteiler!

Bei ARD über die CDU ausgeplaudert

Samstag, 14. April 2007

Der Fall Oettinger geht weiter. Inzwischen haben Reuters, CNN und UPI darüber berichtet, na ja, eigentlich erst als Merkel sich eingemischt hat. Den Namen Oettinger erwähnen sie nicht, der ist eine zu kleine Figur für sie. Der Höhepunkt ist noch nicht überschritten, würde ich sagen. Oettinger selbst erklärt, er habe nur das Gute für die Nächsten des Verstorbenen sagen wollen. Das sei doch alles nur ein Missverständnis. Aber klar. Wolfgang Schäuble wird das bestätigen.

Von weiteren Meldungen zum Thema hat mich deswegen ein Blogeintrag bei der ARD-Tagesschau-Redaktion neugierig gemacht (Link):

Meine Herren, das hat man wirklich selten, dass eine Kanzlerin (wenn auch in der Eigenschaft als Parteivorsitzende) einem MP über den Mund fährt. Wir klären sofort, ob es weitere Reaktionen aus der CDU gibt. Gibt es nicht. Keine Christdemokrat möchte sich öffentlich zur Filbinger-Rede Oettingers äußern. [...]

Die Kanzlerin möchte wohl gerade in der Zeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine internationale Diskussion über die umstrittenen Äußerungen vermeiden und geht deshalb früh in die Offensive.

Also wird Wolfgang Schäuble doch nichts bestätigen? Wie schade.

Oettinger, Filbinger, Gillessen etc.

Samstag, 14. April 2007

Mindestens zwei Leser fordern mich auf, Texte zu verlinken bzw. verlinken zu lassen, die Filbinger genauso weißwaschen wie es Oettinger in seiner Rede getan hat. Tja, nun ist mein Blog keine neurechte Plattform.

Warum soll man sich auf Gillessen und seinesgleichen beziehen, wenn es um Filbinger geht? Nur weil die Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung sein Plädoyer 2003 publiziert hat? Ich sehe keine Veranlassung, einfach so dem Polemiker zu glauben, der als erfahrener Revisionist die Kampagne gegen die Wehrmachtsausstellung einleitete und 1996 in der FAZ (also unter Joachim Fest) für die saubere Wehrmacht schwadronieren durfte und nach seiner Pensionierung jahrelang gerne bei der “Jungen Freiheit” schreibt (ohne dass es die FAZ stören würde, bei der er sich auch zeigt). Kein Zufall - 1988 durfte er in der FAZ die Mähr verbreiten, dass

die deutsche Wehrmacht hier an traditionellen Maximen gemäßigter Kriegführung bis zuletzt festhielt [...]

Das sind Unbelehrbare! Dazu wurde schon alles mehrfach gesagt, zum Beispiel hier. In einem Kommentar zum “Fall Oettinger” (Link) habe ich meine persönliche Einschätzung geäußert, Leser dürfen ihre Meinungen aussprechen. Bitte nicht mit JF-Müll, sondern mit eigenen Gedanken.

@ Boche

Ich sehe keine “charakterlose Kampagne” gegen Oettinger, sondern - ganz im Gegenteil - eine politische Auseinandersetzung. Oettinger hat sich positioniert und wird für seine Ansichten als Politiker scharf kritisiert. Für meine Begriffe, wie gesagt, zu milde. Das sage ich auch nach der Kritik seitens Merkel.

Fall Oettinger

Freitag, 13. April 2007

Die Wette steht. Nämlich wird Günther Oettinger im Amt bleiben oder geht? Jenninger ist für viel weniger gegangen, nämlich für die falsche Intonation bei dem Vortrag einer harmlosen Rede. Und hier ist eine Trauerrede, die eines hohen Amtträgers unwürdig ist. Zwei Tage nach dem Ereignis bedauern Medien seine Worte, für meine Begriffe, viel zu milde. Ich wette, Oettinger wird bleiben und der Ruf Deutschlands trägt Schaden davon. Andere Meinungen?