Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Süddeutsche Philosophie Dienstag, 7. August 2012

Richard David Precht ist kein Philosoph, sondern ein plaudernder Populist in der Art eines Roger Willemsen. Er beschuldigt die anderen

die weltfremden Träumer und Phantasten

zu sein. Er wünscht sich

ein Europa nicht der Staatsmänner und Staatsfrauen, der Diplomaten und Repräsentanten, der Banken und des Handels, sondern ein Europa der Bürger.

Linke Bazille oder was? Was sagt die Vierte Internationale dazu? Große Zustimmung von der Seite der Stammleserschaft der Süddeutschen ist ihm sicher. Und dieses Gerede von

unsere westeuropäischen Demokratien [...]

Die FAZ wie die Süddeutsche, alles verseucht mit sozialistischem Mist der poststalinistischen Ära.

 

Rabbi Zusha Donnerstag, 6. April 2006

Filed under: Geschichte,Lesefutter,Philosophie — peet @ 20:33 Uhr
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Ein Blogger (Rishon Rishon) hat mich auf den entzückenden chassidischen Zaddik Zusha aufmerksam gemacht. Geschichten über ihn erinnern stark an Gedichte eines Angelus Silesius oder an die (ebenfalls mündlich überlieferten) Geschichten über Anton Bruckner. Dieser naive und vollkommene Glaube hat einerseits etwas von Stoa und aber andererseits von der Kunst glücklich zu sein. Aus verschiedenen Quellen will ich hier einige Geschichten über den Rabbi Zusha übersetzen. Sein Name soll eigentlich Sussja ausgesprochen werden. Er lebte 1718 bis 1800, war Zaddik in der kleinen Stadt Annopol (damals Galizien, heute Polen). Seine Biographie liest sich wie ein Märchen. Hier aber nun einige Geschichten:

Wenn Reb Sussja beim Studieren der Thora, des Talmudes oder anderer Schriften nicht weiter kam, beklagte er sich: “O du, der Unaussprechliche! Sussja will deine Lehre erkennen, kann es aber nicht. Hilf ihm doch dabei!” In der darauffolgenden Nacht erschien ihm stets dann der Autor der entsprechenden Stelle und erklärte ihm den Sinn des Geschriebenen.
*
Zwei Brüder, Elimelech und Sussja, waren auf einer langen Reise und mussten einmal auf einem Gasthof in einem kleinen Städtle übernachten. Sie hatten kein Geld in der Tasche und mussten nun zusehen, wie da gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Betrunkene Gäste fanden nichts Besseres, als zwei Unbekannte zu bespotten und dann auch zu beschimpfen. Sie machten sich ausgerechnet an Sussja heran und zwangen ihn zu tanzen und springen und anschliessend verprügelten ihn, bevor sie ihn in Ruhe liessen. Eine Stunde später dennoch wollten sie ihn schon wieder sich vornehmen, so dass es auch diesmal gedauert hatte, bevor er zurück in die Ecke zu seinem Bruder durfte. “Warum musst du immer alles abkriegen, immer nur du? – flüsterte Elimelech zu ihm. – Das ist Gottes Wille, – schwach stöhnte Sussja.” “Weißt du, was wir machen müssen? Lass uns Plätze tauschen. Sie sind so volltrunken, dass sie es nicht merken werden. So werden sie beim nächsten Mal mich verprügeln, und du kannst dich ein wenig erholen.” Elimelech hat sich getäuscht. Als die Säufer wieder zu ihnen kamen, sagten sie zueinander: “Schaut mal her, die sind doch zu zweit. Und wir ehren nur einen von denen. Das ist ungerecht. Diesmal soll sein Freundchen etwas abbekommen…” Später sagte Sussja zu seinem Bruder: “Hast du verstanden? Von uns hängt nichts ab: Wir sind machtlos. Es steht alles aufgeschrieben.”
*
Zwei [andere, auch chassidischen Rabbiner] Brüder kamen aus Frankfurt zu seinem [Sussjas] Lehrer und fragten ihn, warum es im Talmud stehe, man solle den Gott nicht nur für das Gute lobpreisen, sondern auch für das Schlechte. Wie ist es nun möglich? Der Lehrer [Maggid von Mezeritsch] schickte sie zu Sussja. Die Brüder fanden ihn in größtem Elend, arm und krank. Auch seine Familie litt offensichtlich unter Armut und Krankheiten. Brüder waren unentschlossen, ob sie herein dürften, wurden aber von Sussja herzlich begrüßt. So stellten sie ihre Frage, warum es im Talmud denn stehe, man solle den Gott nicht nur für das Gute preisen, sondern auch für das Schlechte. Sussja wunderte sich über seinen Lehrer, dass der die beiden Männer zu ihm geschickt hat und bat um die Zeit zum Nachdenken. Anschliessend entschuldigte er sich bei den Brüdern, er könne ihre Frage leider nicht beantworten, da er in seinem Leben noch nie Schlechtes erlebt habe.
*
Kurz von seinem Tod sagte Reb Sussja: “Wenn ich vor dem Himmelsgericht stehe, wird keiner mich fragen: «Sussja, warum warst du kein Abraham, Jakob oder Mose?» Man wird mich anschauen und fragen: «Na, Sussja, warum warst du kein Sussja?»”

Wie schade, dass das Buch über den Rabbi Sussja aus dem Hebräischen nicht übersetzt wurde.

 

 
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