Archiv für die Kategorie ‘Positives Echo’

TOP 50 und kein bisschen leise

Montag, 3. Dezember 2007

Kollegen von dem Blog “Medienlese” haben mir die Ehre erwiesen, meinen Blog in die Medienblogcharts aufzunehmen (Link). In dem wunderschönen Monat November durfte “Sendungsbewusstsein” also die Liste der 50 meistverlinkten deutschsprachigen Blogs auf dem Gebiet abschliessen. Toll!

Ich bedanke mich bei meinen aktiven Lesern und nutze die Gelegenheit, um sie zu mehr Kommentaren und Anregungen zu animieren.

Allen Interessenten empfehle ich übrigens diese Charts zu studieren und wenigstens einmal durchzublättern.

So wird es gehen

Samstag, 12. August 2006

Vor einigen Wochen wurde es ungemütlich in Bremen: Nicht weniger als vier antiisraelische Demos mit antisemitischen Parolen fanden statt (Link). Die Politik hat nicht geschwiegen. Es wurde eine Presseerklärung der höchsten Gremien der Landesregierung verbreitet (Link), die auch in der Zeitung “Weser Kurier” referiert wurde (Link). Über das Gespräch des Bürgermeisters Böhrnsen mit den aufgebrachten Menschen in der Jüdischen Gemeinde Bremen hat gar “Die Welt” berichtet (Link). Daraufhin druckte der “Weser Kurier” mehrere Leserbriefe, darunter auch offen antisemitische, nach dem Prinzip, vox populi vox mundi. Auch die ARD weiß bescheiden auf die Wünsche ihrer aktiven Zuschauer zu reagieren, denen die einseitige Berichterstattung der Nachrichtensendungen immer noch nicht einseitig genug ist. Heute bringt derselbe “Weser Kurier” jedoch einen beeindruckenden Leserbrief, der beweist, dass nicht nur einige Blogger auf der richtigen Linie liegen. Bravo! Mehr davon!

Weit gefehlt!

Nicht in meinen schlimmsten Träumen konnte ich mir vorstellen, dass wieder antijüdische Parolen und Hetze in unserer Stadt möglich sein könnten. Weit gefehlt, leider! Es ist nicht hinzunehmen, dass jüdische Mitbürger bespuckt, körperlich und verbal auf dreckigste Weise attackiert werden. Weshalb greift die Polizei nicht ein, Herr Innensenator? Genauso habe ich das als siebenjähriges Mädchen in der Reichskristallnacht in Bremen-Gröpelingen erlebt, die Polizei stand und guckte. Dieses schreckliche Erlebnis verfolgt mich bis zum heutigen Tag, das sitzt wie eingemauert in meinem Kopf. Ich fordere den Senat, die Bürgerschaft, die Parteien auf, “sofort” Konsequenzen aus diesem Geschehen zu ziehen und die Leute, die hier ihre antijüdischen Parolen heraus- schreien, dorthin zu schicken, wo sie hergekommen sind. Aber bitte nicht nur Worthülsen in den Zeitungen verbreiten, sondern schnellstens handeln. Eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt verpflichtet doppelt. Ich will meine
Stadt auch weiterhin lieben und achten können.

ERIKA EBEL, BREMEN (Link)

Tagesschau weiß alles über Kassam-Raketen

Mittwoch, 5. Juli 2006

7.7.2006 Update.
In einem Interview durfte der palästinensische Historiker und Archäologe Nazmi Jubeh behaupten, es gebe keine Opfer auf der israelischen Seite:

Das sind ja keine Raketen, der Begriff ist übertrieben. Sie haben auf palästinensischer Seite mehr Schäden angerichtet, als auf israelischer Seite. Über 70 Prozent der so genannten Kassam-Raketen sind auf palästinensischer Seite niedergegangen und haben dort Häuser zerstört. [...] Natürlich ist das ein Problem. Die Angriffe mit diesen lächerlichen Spielzeug-Raketen müssen gestoppt werden. Aber: Es gibt in den palästinensischen Gebieten keine wirkliche Autorität. [...] Die Raketen sind deshalb auch eine Botschaft an andere palästinensische Gruppen. Übrigens ist ja auch bislang kein Israeli dadurch ums Leben gekommen. Bis jetzt sind rund 800 Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Der Historiker kennt sich offensichtlich gar nicht aus. Die Verharmlosung der Kassam-Raketen, die Zahl der Beschüsse, die Zahl der Opfer auf der israelischen Seite - alles ist hier falsch.

Um es richtigzustellen, muss man nicht lange recherchieren. Das englischsprachige Wikipedia hat eine brauchbare Antwort auf alle diese Fragen:

At least 13 people have been killed as a result of Qassam rocket fire at Israeli targets. [...] The total number of Qassam rockets launched exceeded 1000 by June 9, 2006.

Das sind Details der Rakete, das sind Zahlen der abgeschossenen Raketen für 2004 (309) und 2005 (377). Und zu den Opfern zählen, wie gesagt, mindestens 13 Menschen. Angesichts der heutigen Nachrichten über den Abschuss der Kassam-Rakete auf Aschkelon ist die Desinformation im Interview kein kleiner Fehler der Redaktion, sondern eine Mitwirkung bei der palästinenischen Propaganda.

Ich habe das Thema weitergeleitet. Erfreulicherweise ist alles sehr gut gegangen. Wie ich soeben erfahren durfte, hat die Redaktion vernünftig und positiv reagiert:

Bamberg

Montag, 3. Juli 2006

Das historische Zentrum der Stadt ist sehr klein und voller Touristen. Für das Auge wird hier viel Kirchliches geboten, vielleicht sogar zu viel. Bürger haben offensichtlich sonst keine Probleme und wenn sie sich beschweren, dann sieht das so aus:

Für die kulturinteressierten Besucher gibt es auch ein volles Programm. Die E.T.A.Hoffmann-Wohnung zum Beispiel.

Sie ist jeden Tag, außer Montag, für 2 (zwei!) Stunden geöffnet:

Die Bamberger Symphoniker behalten immer noch ihren einmaligen warmen Ton und spielen ausgezeichent, der Konzertsaal ist dabei nicht voll.

Viel voller ist es, wie gesagt, in der Stadtmitte. Kein Wunder. Ist das nicht schön?

Und dies?

Das Alte Rathaus ist gleichzeitig Mitte und Achse der Stadt:

Moment mal, auf der Rückseite gibt es eine Tafel, was steht da gemeißelt?

Ups. Was haben getreue deutsche Soldaten in Europa und Afrika verloren, was haben sie da gesucht? Für die Heimat? Wofür ist die Stadt Bamberg ihnen so unauslöschlich dankbar? Und deren Opfer, weiß die Stadt Bamberg um sie?

Blog des Tages

Montag, 26. Juni 2006

Soeben habe ich erfahren, dass der Blogportal Bloxbox meinen Blog zum Blog des Tages ernannt hat. So sieht es dann aus:
Das Team schreibt über seinen Katalog:

Der Blox-Katalog umfasst Weblogs, die inhaltlich interessant, optisch schön oder laufend aktuell sind.

Na, dann danke schön! :-)

“Sie sind quasi mein zu beobachtender Blog”

Montag, 8. Mai 2006

Eine nette Studentin hat diese Nacht versucht, auf dem Wege eines Kommentars mich zu erreichen. Der Text lautet:

hallo- ich interessiere mich seit einiger zeit für ihren blog. durch ein seminar sind wir auf diese seite gestoßen- jeder sollte sich einen blog aussuchen und ihn beobachten. sie sind quasi mein zu beobachtender blog. da jeder teilnehmer einen artikel über seinen blog schreiben soll, brauche ich natürlich nähere infos. Vielleicht könnten Sie/ Du mir etwas aus der “about me” rubrik schreiben- das wäre toll- ich habe nämlich nichts dieser art gefunden.
danke, nähere infos zu dem seminar: http://web20-hro.de
liebe grüße

Tja, was macht man in einem solchen Fall?

Zuerst recherchieren. Die Homepage des Seminars begutachten. Sprachliche Kommunikation und Kommunikationsstörungen. Aha. Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung. Hmm. So weit so gut.

Der Weblog der Studentin. Viele “nähere Infos”. :-)

Ok. Also:

Liebe firlefanz, wenn du mit deinem Artikel fertig bist, würde ich ihn gerne kommentieren (auf deinen Wunsch hin, gerne auch nur intern). Dein Seminar ist eine Beobachtung der Beobachtung und eine gute Schule der Kommunikation. Zu der Kommunikation im Internet gehört aus meiner Sicht die Beherrschung von verschiedenen Sprachen. Ich meine dabei viel mehr Sprachebenen, d.h. wie man miteinander redet. Die Interpunktion und die Satzkonstruktion bedeuten hier sehr viel, Emoticons und Smileys kommen noch dazu. Man möchte den Menschen hören, seinen Ton deuten. Ein Journalist, ein Lehrer müssen das mindestens wollen, noch besser - können.

Und noch - unbedingt eine Recherchekunst. Je mehr man über das Subjekt bzw. das Objekt der Kommunikation weiß, desto sicherer ist die Aussage. Andersrum: Wenn man zu wenig und/oder überwiegend falsche Infos hat, kommt es zu Kommunikationsstörungen. Eigentlich ganz einfach oder? :-)

Der Sinn der Kommunikation per Blog ist nicht anders als im realen Leben, nämlich der Dialog. Ist ein Text erst dann aussagekräftig, wenn dahinten ein “About me” steht? Worin besteht die Beobachtung - im Zuschauen oder im Mitmachen? Was wird hier beobachtet - ein Subjekt oder ein Medium? Ist es dasselbe? Themenbezogen, Ich-bezogen oder Du-bezogen? Wer bestimmt die Regeln der Kommunikation?