Archiv für die Kategorie ‘Tony Judt’

Antizionismus bei Tony Judt

Samstag, 24. November 2007

Mitchel Cohen über Tony Judt, nach der Auflistung bekannter Formeln des “liberal-kosmopolitischen” (nach den Worten von Christian Hacke) Historikers (Link):

Does all this make Judt an anti-Semite? The answer is simple: no. It does make his grasp of the history of anti-Semitism tendentious. And tendentious history can be put to all sorts of pernicious use.

Cohen schreibt weiter allgemein zum Thema Antizionismus:

motifs of anti-Zionism that are popular these days in parts of the left and parts of the Muslim and Arab worlds:

1) Insinuations: The Zionists are alien implants in the Mideast. They can never fit there. Western imperialism created the Zionist state.

2) Complaints: A Jewish state can never be democratic. Zionism is exclusivist. The very idea of a Jewish state is an anachronism.

3) Remonstrations: The Zionists carp that they are victims but in reality they have enormous power, especially financial. Their power is everywhere, but they make sure not to let it be too visible. They exercise it manipulatively, behind people’s backs, behind the scenes – why, just look at Zionist influence in Washington. Or rather, dominance of Washington. (And look, there are even a few Jews, guilty-hearted perhaps, who admit it).

4) Recriminations: Zionists are responsible for astonishing, endless dastardly deeds. And they cover them up with deceptions. These range from the imperialist aggression of 1967 to Ehud Barak’s claim that he offered a compromise to Palestinians back in 2000 to the Jenin “massacre” during the second Intifidah.

No, anti-Zionism is not in principle anti-Semitism but it is time for thoughtful minds—especially on the left—to be disturbed by how much anti-Semitism and anti-Zionism share, how much the dominant species of anti-Zionism encourages anti-Semitism.

And so:
If you judge a Jewish state by standards that you apply to no one else; if your neck veins bulge when you denounce Zionists but you’ve done no more than cluck “well, yes, very bad about Darfur”;

if there is nothing Hamas can do that you won’t blame ‘in the final analysis’ on Israelis;

if your sneer at the Zionists doesn’t sound a whole lot different from American neoconservative sneers at leftists;

then you should not be surprised if you are criticized, fiercely so, by people who are serious about a just peace between Israelis and Palestinians and who won’t let you get away with a self-exonerating formula—“I am anti-Zionist but not anti-Semitic”—to prevent scrutiny. If you are anti-Zionist and not anti-Semitic, then don’t use the categories, allusions, and smug hiss that are all too familiar to any student of prejudice.

Christian Hacke ist beunruhigt

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Da ist ein Professor für amerikanische Politik, der längst schon festgestellt hat:

Amerika ist zum Problem geworden

Im selben ZDF-Interview sagte Christian Hacke auch klar, warum es dem so ist (Link):

Doch solange vor allem Israel nicht endlich einen Palästinenserstaat zulässt, der diesen Namen verdient, und solange die Regierung Bush nicht entscheidend mehr hierfür tut und Israel auf diesen Kurs drängt, bleibt die Weltlage gefährdeter denn je.

Neulich hat eben dieser Prof noch mehr Klartext gesprochen, nach der Lektüre eines neuen antisemitischen Buches. Es handelt sich um einen Wälzer aus der Feder unermüdlicher Kämpfer gegen die jüdische Weltverschwörung, jener inzwischen tatsächlich weltweit bekannt gewordenen amerikanischen Professoren Mearsheimer und Walt. Von allen bis dato mir zugänglichen Rezensenten hat Hacke das Buch am positivsten bewertet, und das u.a. auch in der “Zeit”. Sein Text war offensichtlich für die Zeitschrift “Internationale Politik” geschrieben, wie auch Ausschweifungen von dem ebenso unermüdlichen Alfred Grosser. Mit einer berauschenden Geschwindigkeit wurde Hackes Lob verlinkt, auf der Seite des Campus-Verlags, der auf seine editorische Tätigkeit endlich stolz sein kann, auf den zahlreichen rechtsradikalen, islamistischen und einfach antisemitischen Seiten. Ich hoffe, sie alle freuen sich aufeinander.

Die weiteren Rezensionen müsste man auch mal unter die Lupe nehmen…

Und nun einige Beispiele der hohen Kunst eines Bonner Profs:

Ist dies Ausdruck von Antisemitismus oder notwendiger Tabubruch?

Sehr geschickt, finde ich. Besser als Möllemann auf jeden Fall. Dieses entweder-oder, dieses “notwendig” - prächtig!

Beide Autoren stellen weder die Legitimität der israelischen Lobby noch Israels Existenzrecht, wohl aber das gängige Klischee von Israel als einem wertvollen und verlässlichen strategischen Partner infrage.

Auch hier - “das gängige Klischee”, die Verneinung der Prädikate “wertvoll” und “verlässlich” - mutig, nicht wahr?

Hacke ist mit Mearsheimer und Walt einverstanden, wenn diese schreiben:

»Die USA haben ein Terrorismusproblem, weil sie eng mit Israel verbündet sind, und nicht umgekehrt.«

Er legt sogar nach:

Und auch das Bild von Israel als einem schutzlosen David ist für Mearsheimer und Walt eine Chimäre, in Wirklichkeit sei Israel als einzige Nuklearmacht der militärische Goliath im Nahen Osten.

Der Liebling der deutschen Zeitungen Tony Judt darf hier nicht fehlen, aber da Hacke auf diesen offensichtlich neidisch ist, spricht er von ihm als “zum Beispiel vom bekannten liberal-kosmopolitischen Historiker Tony Judt”. “Kosmopolitisch” - das ist ja spitzenmäßig!

Schon im nächsten Satz verplappert sich Hacke noch deutlicher:

die jüdische Lobby kann nicht für alle negativen Entwicklungen verantwortlich gemacht werden.

Da hat der Prof die Juden endlich erwischt! Dazu noch bei “einem innen- und außenpolitischen Phänomen, das beunruhigen muss”. Schwache Leistung bei Juden, großer Erfolg bei Hacke und der “Zeit”!

Man darf nicht unerwähnt lassen, dass Josef Joffe in dieser Zeitung das Buch verrissen hat (Link). Schön und gut. Daraufhin sollen auch Antisemiten ihre Freude haben, so in etwa?

Ein neuer Artikel von Emanuele Ottolenghi

Montag, 15. Oktober 2007

Schon vor mehreren Monaten habe ich Emanuele Ottolenghi meinen Lesern empfohlen (Link), jetzt hat er das selbe Thema (”die guten Juden”) aktualisiert (Link). Ist mit einer Übersetzung zu rechnen?

Alfred Grosser, Rolf Verleger et C° - das ist Gute-Nacht-Lektüre für euch.

Wer ist am Bruderkrieg schuldig?

Donnerstag, 14. Juni 2007

Was das, was sich zwischen der Fatah und der Hamas abspielt, auch immer ist, ein Bürgerkrieg ist es nicht, ein Bruderkrieg noch weniger. Das stört deutsche Medien nicht. Langsam kommen die ersten makabren Sprüche in Gang. Denn auf keinen Fall will man zulassen, dass die Palästinenser eine Verantwortung für die eigene Geschichte übernehmen.

Die ersten zwei Beispiele finden sich bei Claudio Casula (Link) und Ingo Way (Link). Hier kommen noch zwei. Einmal der plauderige Tony Judt (im Interview an “Die Presse”):

Ist es Israels Schuld, dass Fatah und Hamas in Gaza jetzt aufeinander schießen?

Judt: Auch jetzt verhalten sich die Palästinenser als Opfer. Weil sie gegen das starke Israel keine Chance haben, bekämpfen Sie einander.

Judts ”Logik” wird eher in die Geschichte eingehen als seine Folianten. Ich darf in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Judt-Einträge von mir hinweisen (Link).

Und noch “besser” geht es bei der Süddeutschen Zeitung, die heute auf ihrem Israel-Pferdchen gar achtmal reitet! Am deutlichsten zeigt sich die Redaktion bei dem Titel eines Artikels von Thorsten Schmitz (Link):

Der aufgezwungene Bruderkampf 

Der Text des Artikels gibt keine Veranlassung zu diesem hervorragenden Titel. Im Netz steht der Anfang allerdings nicht:

Der Kampf zwischen den palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah wird zunehmend brutaler. Die Autonomiebehörde ist praktisch nicht mehr existent. Die Israelis verschärfen die Lage dadurch, dass sie Grenzübergänge geschlossen haben. Die Versorgung der Bevölkerung ist deshalb kaum noch möglich. Eine Hungersnot steht bevor.

Noch gedankenreicher schreibt Rudolph Chimelli:

Die Amerikaner [...] haben einen wesentlichen Anteil am Entstehen des Konflikts.

Usw. Die Propagandamaschine arbeitet.

Charim und Judt

Sonntag, 10. Juni 2007

Isolde Charim und Tony Judt trafen sich auf den Seiten der Wiener Zeitung “Standard” (Link). Das ist eine Augenweide für viele Leser, die fieberhaft nach Treffern googeln: Verrückterweise sind die beiden Namen in den letzten Wochen ein Renner.

Wie auch immer, wird Judt von Charim interviewt. Das geschieht so verständnisvoll, dass es fast nach einem Opernduett aussieht. Die schönsten Stellen:

Charim: Sie werden in den nächsten Tagen in Wien einen Vortrag halten. Fürchten Sie nicht, dieser könnte „delikat“ verhindert werden, wie in New York, als ihr mittlerweile legendäres Israel-Referat in letzter Minute abgesagt wurde?

Tony Judt: Nein, denn dies hatte spezifisch amerikanische Gründe. In den USA ist – nicht zuletzt durch die Israel-Lobby – alles, was Israel anlangt, so sensibel und kompliziert, dass es nahezu unmöglich ist, dieses Thema in die öffentliche Arena zu bringen, ohne einen hohen Grad an Unbehagen zu erzeugen.

Die Frage geht von einer unwahren Prämisse aus, die Antwort bedient sich dankbar der Vorlage. Die Wahrheit wurde aber oft genug erzählt (Link).

Charim: Muss sich die Diaspora durch das Verhältnis zu einem Territorium, in dem Fall Israel, definieren?

Judt: Ja, das ist ein interessantes Paradoxon. Amerikanische Juden sprechen nicht Jiddisch, sie sprechen nicht Hebräisch, sie gehen nicht in die Synagoge, sie sind völlig amerikanisch. Ihr Judentum bestimmt sich durch zwei Momente: Durch eine Identität im Raum, das ist die Identifizierung mit Israel, selbst für jene, die niemals dort waren. Und durch eine Identität in der Zeit, eine Identifizierung mit Auschwitz. Jude sein in Amerika bedeutet, Auschwitz erinnern und Israel unterstützen, weil Israel der beste Schutz vor einem neuen Holocaust ist.  

Territorium - was für ein schönes Wort, sehr gute Arbeit. Amerikanische Juden hat Judt auch nicht schlecht beschrieben, mit einer sehr großen Liebe zur Wahrheit, zum Raum und zur Zeit. Zwei Philosophen unter sich. Leere Synagogen in Amerika, LOL. Ein Lied, zum Vergleich (Link).

Judt: [...] wir können nicht so weitermachen, dass Juden, auch wenn sie österreichische, französische, schwedische oder australische Staatsbürger sind, sich in besonderer Weise mit Israel identifizieren. Denn das bedeutet, dass sie auch mit Israel identifiziert werden, wenn Israel Dinge tut, die antiisraelische, antijüdische Gefühle hervorrufen. Auf gewisse Weise produziert die Diaspora den Antisemitismus – durch ihre Weigerung, eine Differenz zwischen sich und den unabhängigen Staat Israel zu machen. Wir müssen eine Wahl gegen solch eine negative Diaspora treffen. Das bedeutet, dass Juden in Amerika, in England oder in Österreich einen Weg finden müssen, Jude zu sein und Österreicher. Die liberale Geschichte der Diaspora muss eine der Integration sein. Da gibt es keinen dritten Weg. 

Herrlich. Die Juden “produzieren” den Antisemitismus. Die sind “negativ”, o weh. Judt weiß aber die Lösung, die einzig wahre, wie immer.

Charim: In Ihrem Buch „Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart”, für das sie den Kreisky-Preis erhalten, schreiben sie, dass die Erinnerung an die Shoah die Humanität des heutigen Europas garantiert. An Israel kritisieren Sie aber genau dieses Erinnern.

Judt: Sie haben völlig Recht. Willkommen in der Komplexität des Lebens. In Frankreich, Österreich oder Polen ist das Erinnern an die Ereignisse des 2. Weltkriegs absolut zentral für die Identität Europas. Und wenn es nicht mehr erinnert werden kann, muss es gelehrt werden. Es ist das Kernstück unserer kollektiven Identität. Aber in Israel ist dieses Erinnern pervertiert. In Israel ist es das wesentliche pädagogische Werkzeug, das Israelis lehrt, sie seien immer Opfer, das Loyalität mit Israel erzeugt – kurz, es ist das, was Israel daran hindert, ein normaler Staat zu werden.

Mit anderen Worten: Sie denken unlogisch, Sie sind doppelzüngig. - Nein, das ist nur komplex. - Aaah, das stimmt.

Und am Ende, wieder “kein normaler Staat” usw.

Zu alledem gibt es noch eine spannende Diskussion zwischen den Lesern unter demselben Link: Sehr viele durchschauen Judt und seine Gastgeberin im Nu und sind ziemlich zielsicher in ihren Kommentaren.

Noch ein Text von Alvin H.Rosenfeld

Mittwoch, 31. Januar 2007

Vor einigen Monaten war ich von der Lektüre eines Artikels von Alvin Rosenfeld angenehm überrascht (Link). Vor einigen Tagen erschien eine kleine Abhandlung von ihm zum selben Thema (”Der Neoantisemitismus”), die nicht weniger wertvoll ist (Link). Sehr empfehlenswert.

Kasparow bei Christiansen ausgeladen

Montag, 11. Dezember 2006

Bei der wie immer spannend substanzlosen Show mit Sabine Christiansen wurde noch ein politisch brisantes Thema zerredet: Russland. Ein realer Kritiker wurde dabei vorsorglich ausgeladen, nämlich Garri Kasparow (Link). Werden wir je erfahren, warum? Denn die vorgegebenen “technischen Gründe” sind wenig glaubwürdig.

Mich interessiert allerdings die Reaktion der Medien. Wird sie genauso oder wenigstens vergleichbar ausfallen, wie neulich in der Tony-Judt-Affäre, als die deutschen Zeitungen ausser sich waren(Link)? Bis jetzt habe ich nur eine entsprechende Meldung, eher klatschreportähnlich, in der “Welt” gefunden (Link) und eine Erwähnung bei der “Süddeutschen”.

Haben wir Tony Judt vergessen?

Freitag, 20. Oktober 2006

Der Lieblingsautor der “Süddeutschen”, wenn es um die moralische Verurteilung des Staates Israel geht, durfte einmal über sein Thema, immerhin das wichtigste Thema weltweit, nicht referieren. Ein polnisches Konsulat in den USA hat ihn ausgeladen, weil sein Referat über den allmächtigen jüdischen Lobby zeitlich zu der Reise des polnischen Präsidenten in Israel nicht passte. Sonst wäre das eigentlich kein Problem. Das will Tony Judt nicht einsehen und beklagt sich, selbstverständlich über den allmächtigen jüdischen Lobby usw.

Darüber hat Leon Wieseltier, sein ehemaliger Freund und Kollege, amüsant geschrieben (Link):

The censorship of Tony Judt is not working. He is one of the least suppressed, repressed, and oppressed intellectuals who ever lived. If there is life on Mars, it knows what he thinks. The fact that a position is unpopular does not mean that it is unknown. Dissidents should have thicker skins.

Der komplette Text von Wieseltier ist in einem Blog zu sehen (Link). Eine empfehlenswerte Lektüre.

Die “Süddeutsche” berichtet

Dienstag, 8. August 2006

In der heutigen Ausgabe gibt es folgende große Schlagzeile:

40 Tote bei Angriff auf Hula

Libanons Premier wirft Israel Staatsterrorismus vor

Online (seit dem 7.8. um 14:20) steht ein ganz anderer Text mit einem ganz anderen Titel (Link):

40 Tote bei Luftangriff,

Premier bricht in Tränen aus

Kein Dementi weit und breit, “ein entsetzliches Blutbad” wird ausgemalt. Der Israel-Korrespondent der Zeitung Thorsten Schmitz schreibt bei der SZ-Online (nicht bei der “Süddeutschen”!) dazu (Link):

Widersprüchliche Angaben gab es zu einem israelischen Angriff auf das südlibanesische Dorf Hula. Dabei seien bis zu 40 Menschen getötet worden, sagte der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora bei der Sitzung der Außenminister der Arabischen Liga in Beirut. Am frühen Abend dementierte der Regierungschef jedoch diese Zahl und verwies auf Polizeiangaben, die von einem Todesopfer sprachen.

“Widersprüchliche Angaben”, aha. Seit dem späten Montag, seit 23 Stunden (07.08., 18.00 Uhr) wissen alle, die Nachrichten lesen können, dass es nur ein Opfer gab, nur nicht die “Süddeutsche”, nur nicht ihr Israel-Korrespondent! Warum?

Weil die Zeitung sehr beschäftigt ist. Man muss Fotos sorgfältig auswerten und darf keine inszenierten “Kana-Massaker”-Fotos dabei auslassen (Link), auf kein Dementi reagieren und munter weiter Lügen verbreiten (Link):

56 Menschen wurden bei dem Luftangriff getötet - darunter 37 Kinder. Foto: dpa

Auf keinen Fall dabei einen Hisbollah-Kämpfer mit einer Waffe zeigen - nur israelische Soldaten, Waffen und ihre Opfer. Von 104 Fotos zeigen höchstens 4 Bilder verängstigte Israelis, mehr nicht.

Noch mehr beschäftigt sich die Zeitungsredaktion mit der Suche nach “guten Juden”, die Prantls Kritik (Link) bestätigen müssen. Und wie durch ein Wunder - so einer wird sogar im Zentralrat gefunden, sein interner Brief wird als pdf-Datei bereitgestellt, mit seinem Foto, seiner mailadresse und Telefonnummer, damit keiner zweifelt (Link). Der Mann redet blödes Zeug und ist genauso verängstigt wie schon zwei Frauen vor ihm, die die Zeitung sorgsam ausgesucht hat, damit Tony Judt nicht alleine da steht (siehe entsprechende Kategorien in diesem Blog). Sogar die solidarische Unterstützung seitens Avnery wird nicht verschwiegen. Unten steht der Link zum Artikel von Prantl!

Wenn man so ein Glück hat und schon drei deutsche Juden gefunden hat, die genauso wie Avnery und Avenarius denken, kann man sich denn überhaupt noch um die Genauigkeit kümmern? 40 oder 1 Opfer - wer will das noch wissen?

Richard Cohen auf den Spuren von Tony Judt

Sonntag, 6. August 2006

Das Existenzrecht Israels wird weiter und immer wieder in Frage gestellt. In den Kriegstagen häufiger. Kein Wunder, denn Quatscher haben Angst, dass sie als Juden erkannt werden. “Gute Juden” (Link) wie Tony Judt sind ein Vorbild für Edith Bernstein (hier und hier) und wie sie alle heißen (Link). Jetzt hat auch Richard Cohen Israel zu einem “Fehler” heruntergestempelt. Sein Text in der “Washington Post” vom 18.7.2006 ist eine pure Provokation, grundsätzlich falsch und emotionalisierend, wie üblich, dafür aber mit dem Hinweis auf Tony Judt. Das trifft sich gut. Die beiden wollen nichts mit Israel zu tun haben, in der Hoffnung, dass böse Antisemiten ihnen das gutschreiben würden.
Ich wundere mich, dass keine deutsche Zeitung den Text nachgedruckt hat. Vielleicht schafft die “Süddeutsche” das noch nachzuholen?

Ich begnüge mich mit der Liste der Links, die zu den kritischen Kommentaren führen:

Nur ein deutscher Blogger hat den Text rezipiert, dafür aber richtig (Link):

Bleibt nur noch die Frage, wie man die Bewohner/innen Israels jetzt davon überzeugen kann, vielleicht doch lieber ins Meer zu springen…

Eine ernsthafte Antwort hat “Israel Matzav” gegeben, mit einem ausführlichen historischen Exkurs (Link). Seine Ausführung wird von einem Michael aus MI fortgesetzt (Link):

Cohen’s article reflects a total ignorance of Jewish history. [...] Cohen adopts the Arab narrative of the last century of history lock, stock and barrel, without even considering that it might be false.

Angriffslustiger ist Sharon Cobb (Link). Sie weist auf die Parallele zwischen Cohen, Judt und Ahmadinedschad (Link) hin. Noch härteren Ton nimmt der Blog “Crusader War College” (Link):

Mr. Cohen’s problem is not that history is the most formidable enemy of Israel, but that history is the most formidable enemy of Mr. Cohen’s argument.

Recall that Israel was created out of the former territories of the Ottoman Empire, which fell at the end of World War I, and which were part of the British Mandate that was being dissolved at the end of World War II. Other Arab countries were created out of that territory as well, including Jordan. This was done by a vote of the members of the United Nations. Although all the Arab Countries objected, they were outvoted.

Mr. Cohen’s assholery springs from the use of the phrase “for which no one is culpable”, in order to divert attention from the fact that, if the United Nations had not created Israel, there would be no Israel. Thus, it is NOT TRUE that “no one was culpable”: The United Nations is responsible for creating Israel, and thus the United Nations made the “mistake” of creating Israel.

Obviously, it was not considered a mistake at the time, and I personally believe it is not a mistake at all: The creation of Israel, in the aftermath of the Holocost, was a big factor in providing the United Nations with the moral authority and legitimacy to adjust national boundaries. It was belief in that moral authority that led many Jews to immigrate to Israel. And a majority of the Israelis there were born there. The current mess that is the United Nations is still coasting on that moral authority, tattered and shredded as it is by inaction while being led by a man under whose watch thousands of lives were lost in a massive genocide. [...]
Personally, I get the impression that Mr. Cohen’s advice to “hunker down” would not even have been made if the recipient (the one making the “mistake”) was the United Nations, not Israel. In fact, with the United Nations implicated, I rather doubt that the words “made a mistake” would not have appeared at all in ANY article that Mr. Cohen would have written in place of this one.

Of course, if I was writing it, AND believed that I would have said “The United Nations should SHUT THE FUCK UP and let Israel fight for its rightful place.”

Am schärfsten ist, wie gewohnt, Meril Yourish (Link): Richard Cohen sei

a perfect example of a self-hating, anti-Semitic Jew. To write a column like this, which justifies Arab anti-Semitism and ignores the history of the Land of Israel, and the people of Israel, is beyond reprehensible. [...] Israel is not the mistake. Your column is.

Einen giftigen langen Artikel von Hugh Fitzgerald kann man bei “Dhimmi Watch” finden (Link):

Cohen can’t understand any of this. Five years after the attack of 9/11/2001, he hasn’t yet, it seems, cracked a book about Islam. Of course, many people in the government and in the press haven’t.

That does not excuse him. That indicts them.

Bezeichnend, dass Cohen in seiner nächsten Kolumne auf die Kritik gar nicht eingeht, sondern weiter quatscht (Link), was ihm auch nichts nützt (Link):

Cohen’s latest column does its small part to perpetuate cliches which contribute to lack of honest discourse on the conflict.

Später kommt noch ein starker Artikel von Vincent Fiore hinzu (Link):

Upon reading Cohen’s op-ed, the discerning reader must now ask oneself just what it is he means. Does Cohen mean…?

  • Hamas, Hezbollah, and other terrorist factions decide to go legit and sell the Middle East’s version of Amway products. Or might Cohen mean…
  • There is no chance for peace–ever–between Israel and the entire Middle East, including Hezbollah and Hamas, and in that case…
  • “Something else,” means that there are no more Jews to slaughter in Israel because there is no more Israel. That leaves plenty of free time for Hezbollah and Hamas to plan their next Jihad-extraordinaire-like coming to America to kill Americans wholesale?

That may be good news for Cohen, who will undoubtedly tell the American people through the magic of opinion journalism to “hunker down” and wait for terrorism to “move on.”

What Richard Cohen means in this penned flatulence that masquerades as serious commentary is that Israel should — ahem — bend over, grab the ankles, and just take it.

And according to Cohen, why not? I mean, what’s a few million Jews in Israel among one and a half billion Arabs and Muslims? If Cohen’s advice were to ever be taken seriously, the obvious answer regarding Israel is extinction.

And regarding Israel’s sovereignty? According to Richard Cohen, Israel should not even exist.

Stupid Jewish state! How selfish is Israel to exercise the concept of self-defense, or even more perverse to some — beltway op-ed writers particularly — the very thought of self-preservation.

Das alles macht aber nichts aus, denn schon am 7.8.2006 (der Text steht online schon seit dem 5.8) bringt die “New York Magazine” die nächste Frucht der Bemühungen von Tony Judt. Ein Kurt Andersen ist bereit, über denselben “Fehler” weiter zu reden:

The Israelis, far better than us, are able to admit and discuss such ugly realities. Indeed, it was Ariel Sharon’s clear-sightedness about the existentially inconvenient truth facing his country that led him to forge a new party and security strategy: Israel could either continue to occupy Gaza and the West Bank (with or without removing the Palestinians) and thus cease to be a democracy, or it could withdraw to its established borders. Would that the Palestinians (and the Lebanese, and us) had a head of state prepared to make and enforce the equivalent tough national choices.

How long and how ferocious should the incursion by our ally into Lebanon and Gaza be? The deaths of how many innocents and the destruction of how many Lebanese homes and businesses and bridges and roads should we condone? “It’s the Middle East,” the Israeli foreign minister Tzipi Livni said last week. “It’s always choosing between bad options. And that’s true for the international community, too, and not just for us.” Exactly right: Such is the nature of inconvenient truths.

Was mich besonders überrascht, ist die zeitliche und inhaltliche Übereinstimmung zwischen Judt, Cohen und Konsorten einerseits und dem liebenswürdigen Ratschlag von Sloterdijk (Link) andererseits. Die Idee ist dieselbe, sie hängt in der Luft. Ich glaube nicht, dass Sloterdijk Cohen gelesen hat. Die Artikel von Judt aber auf jeden Fall. Wozu haben wir die “Süddeutsche” sonst?

Eine gute Antwort auf die antiisraelischen Fehler/Schaden-Theorien bei Amerikaner gibt es bei Sigmund Freud:

Amerika ist ein Fehler, ein gigantischer Fehler, aber ein Fehler.

Nach dem Motto: selber dumm. Wie soll man dies übertragen, um auch Sloterdijk zufriedenzustellen?

Krieg gegen Israel 10

Freitag, 4. August 2006

Die Zahl der Publikationen zum Thema wächst, es wird zunehmend schwieriger, etwas Lesenswertes zu finden. Im Grunde genommen, bleibt die Mehrheit der Publikationen der Losung treu: “Israel droht mit der Selbstverteidigung”. Einige wertvolle Ausnahmen dienen als willkommenes Feigenblatt, um vor den Vorwürfen der Einseitigkeit zu bewahren.

Von den vielen Publikationen nenne ich drei:

Die eine fand ich in der “Frankfurter Rundschau” vom 1.7.2006. Knut Ipsen, ehemaliger Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Mitglied des Ständigen Schiedsgerichtshofes in Den Haag, zeigt die Grenzen des aktuellen Völkerrechts. Er verurteilt die Hisbollah und findet keine Worte der Unterstützung für die Selbstverteidigung Israels:

Wer Israels Völkerrechtsverstöße gegen den Libanon feststellt, muss allerdings auch zugleich festhalten, dass der Libanon mit der Hisbollah eine Organisation beherbergt, die sich ausdrücklich außerhalb des Völkerrechts stellt. Die Forderung nach Vernichtung eines anderen Staates mitsamt seiner Bevölkerung, Geiselnahmen mit Erpressung, flächenwirkende Raketenüberfälle auf zivile Wohnstätten: Dies alles sind Aktionen, die, würde ein Staat sie vornehmen, zu schwersten Völkerrechtsverletzungen zählen würden.

Die Hisbollah als nichtstaatliche Organisation führt gegen Israel einen asymmetrischen Krieg, für den das zwischen Staaten geltende Völkerrecht nicht geschaffen worden ist und das hier auch nur über den Umweg zur Anwendung gelangt, der in der Konfrontation zwischen Israel und dem Libanon, dem Herbergsstaat der Hisbollah besteht.

Die Reihenfolge der Besprechung sagt eigentlich schon alles - zuerst wird Israel belehrt, wie man Kriege führt. Dann erst, am Ende des Artikels wird “allerdings” auch die Hisbollah erwähnt.

Ein netter Artikel stammt von Bret Stephens in der “Wall Street Journal” von heute. Daraus zitiere ich mehr, da diese Zeitung schon am nächsten Tage normalerweise nicht erreichbar ist:

An Honest Man
How do you spot an anti-Semite? Ask about Israel.
So Mel Gibson, arrested in Malibu, Calif., for drunk driving, tells a police officer that “the Jews are responsible for all the wars in the world.” Pity the actor for not substituting the word “Israelis” for “Jews.” The latter apparently confirms his long-suspected anti-Semitism. The former would have made him a darling of right-thinking progressives the world over, especially at this moment of Middle East stress.

How do you spot an anti-Semite? An old joke tells the story of an elderly traveler at the Vienna train station asking passersby whether they hate Jews. After a score of indignant “No’s,” one fellow finally admits that, why yes, he does hate them. “Thank goodness for an honest man!” exclaims the traveler. “Would you mind looking after my bags while I run to the men’s room?”

Real-life efforts to identify anti-Semites tend to be more complicated. When French synagogues were torched at the height of the intifada three years ago, Tony Judt, a Jewish scholar at New York University, described them not as incidences of anti-Semitism but as “misdirected efforts, often by young Muslims, to get back at Israel.” Last Friday, a Muslim-American named Naveed Afzal Haq forced his way into the offices of the Jewish Federation of Greater Seattle, shot five people and killed one. “These are Jews, and I’m tired of . . . our people getting pushed around by the situation in the Middle East,” Mr. Haq reportedly told a 911 operator. Perhaps this, too, was just another misdirected effort to combat Middle East injustice.

Then there is the tricky matter of criticism of Israel and whether those who dislike the Jewish state dislike Jews as well. “Anyone who criticizes Israel’s actions or argues that pro-Israel groups have significant influence over U.S. Middle Eastern policy . . . stands a good chance of being labelled an anti-Semite,” write Stephen Walt of Harvard and John Mearsheimer of the University of Chicago in a recent controversial paper. The professors allege that the so-called Israel Lobby manipulates the media, infiltrates the academy, blackmails politicians and gets the U.S. to finance or fight immoral wars on Israel’s behalf–familiar anti-Semitic tropes, at least when directed explicitly at Jews. But Messrs. Walt and Mearsheimer insist that their criticism is only of the Lobby, not of Jews per se, and suggest that their harshest critics are latter-day Joe McCarthys.

Barring some Gibson-like indiscretion on their part, it may be impossible conclusively to prove them wrong. But a study in the current issue of the Journal of Conflict Resolution (http://jcr.sagepub.com) by Yale University scholars Edward Kaplan and Charles Small offers solid statistical evidence that the harsher one’s views of Israel, the likelier one is to be an anti-Semite.

Messrs. Kaplan and Small employ data from a 2004 survey of European attitudes toward Jews and toward Israel commissioned by the Anti-Defamation League. Five thousand people in 10 European countries were asked to agree or disagree with 11 statements about Jews: for instance, that “Jews are more willing than others to use shady business practices” or that “Jews don’t care what happens to anyone but their own kind.” (Agreeing with more than five of the questions qualified one as an anti-Semite, according to the ADL.) The respondents were also asked to agree or disagree with four questions related to the Israeli-Palestinian conflict, such as whether Israel’s treatment of Palestinians was similar to South Africa’s treatment of blacks during apartheid.

The results were remarkable. Among those who held the most negative views of Israel, some 60% also believed that Jews engaged in shady financial practices, and more than 70% thought that Jews had too much business power. Whatever the respondents’ religion, nationality, sex or income level, the more intense their dislike of Israel, the likelier they were to be anti-Semitic. Altogether, 56% of those harboring strong anti-Israel feelings were also anti-Semitic. (For the record, the survey found that Spain was the most anti-Semitic country in Europe, with 22% of respondents qualifying as anti-Semites, while Denmark and the Netherlands, at 8%, were the least.)

This does not mean, of course, that even the most strident opponents of Israel are necessarily anti-Semites. But in a telephone interview, Mr. Kaplan explained the significance of his findings this way: “Say you’re at one of those anti-Israel rallies. Say you ask them whether they are anti-Semitic. Say all of them say no. Statistically speaking, more than half of them are lying.”

All of which puts the brouhaha over the now-penitent Mr. Gibson in a different light. Once they run him out of Hollywood, they might just fix him up with a job at a train station. At least he’s an honest man.

Kann dieser Artikel in einer deutschen Zeitung übersetzt werden? Wetten werden aufgenommen.

Dafür kann man ganz sicher sein, dass der Artikel von Jürgen Elsässer in der “Jungen Welt” vom 2.7.2006 irgendwann zu den Klassikern der antisemitischen Literatur gezählt wird. Der Satz wie

Im Libanon kämpfen Islamisten, Nationalisten und Linke Schulter an Schulter gegen die Aggressoren.

verspricht ein großer Renner zu werden. Dieser Text ist so dreckig, dass ich gar nicht empfehle, sich an ihm schmutzig zu machen. Noch offener zeigen sich ihn unterstützende Leser, die jubeln:

Die Nachkommen der jüdischen Opfer haben kein Recht, im Namen dieser Opfer wieder faschistischen Völkermord zu betreiben.

Eine ausführliche und fundierte Kritik dazu hat Sascha Klein im Blog “Telegehirn” geschrieben - es genügt, diese Kritik zu lesen.

Mearsheimer und Walt: Hintergründe

Samstag, 13. Mai 2006

Nachdem wir einigermaßen klar sehen, wie Tony Judt zu seinem antizionistischen Manifest kommt, zu welchem er immer wieder nachlegt (Israel sei ein “political anachronism”), ist ein Blick in die Richtung der beiden Autoren des ersten Protokolls, Mearsheimer und Walt, aufschlussreich. In einem Interview erzählt John Mearsheimer, wie er den Weg zu seinen Ideen gefunden hat.

Mearsheimer was hawkish about Israel until the 1990s, when he began to read Israel’s “New Historians,” a group of Israeli scholars and journalists (among them Benny Morris, Avi Shlaim and Tom Segev) who showed that Israel’s founders had been at times ruthless toward Palestinians. Mearsheimer’s former student Michael Desch, a professor at Texas A&M, recalls the epiphany: “For a lot of us, who didn’t know a lot about the Israel/Palestine conflict beyond the conventional wisdom and Leon Uris’s Exodus, we saw a cold war ally; and the moral issue and the common democracy reinforced a strong pro-Israel bent.” Then Desch rode to a conference with two left-wing Jewish academics familiar with the New Historians. “My initial reaction was the same as John’s: This is crazy. [They argued that] the Israelis weren’t the victims of the ‘48 war to destroy the country. Ben-Gurion had real doubts about partition. Jordan and Israel talked about dividing up the West Bank together. All those things were heretical. They seemed to be coming from way, way out in left field. Then we started reading [them], and it completely changed the way we looked at these things.” Mearsheimer says he had been blinded by Uris’s novel. “The New Historians’ work was a great revelation to me. Not only do they provide an abundance of evidence to back up their stories about how Israel was really created, but their stories make perfect sense. There is no way that waves of European Jews moving into a land filled with Palestinians are going to create a Jewish state without breaking a lot of Palestinian heads…. It’s just not possible.”

Es ist inzwischen bekannt, dass Benny Morris (Link) und Tom Segev (Link) den Essay der beiden Profs sehr negativ bewertet haben. Ihre Arbeiten dürfen trotzdem dafür verantwortlich gemacht werden, dass dieser Essay entstanden ist. Bezeichnend, dass Professoren naiv zugeben: Ihre Kenntnisse auf dem Gebiet entstammen einem Film und einer selektiven Lektüre, ohne jegliche Überprüfung der vorhandenen Literatur, bzw. Kritik. Sie zitieren Morris und - wie auch Judt - ignorieren Karsh, obwohl Morris selbst längst zugegeben hat, dass seine eigenen Arbeiten im Lichte der Kritik von Karsh nicht der Wahrheit entsprechen (”My treatment of transfer thinking before 1948 was, indeed, superficial.” - Link)

So ist die neulich zusammengestellte Kette zu erweitern: Es waren zuerst doch die israelischen Revisionisten, deren Bücher immer noch den bestimmenden Einfluss, u.a. auch auf die unbelesenen Professoren so weit ausüben, dass daraus die unwürdige Polemik entsteht, die sogar die Revisionisten daraufhin als unwissenschaftlich und antisemitisch bezeichnen. Über den völlig unwissenschaftlichen Umgang mit den historischen Fakten in dem Essay schreibt z.B. Robert Fine sehr klar - Link:

All we might learn is how an excess of enthusiasm for the anti-Israeli cause can pave the road from radical criticism to dangerous conspiratorial nonsense.

So schliesst sich der Kreis. Ob Morris und Segev sich dessen bewußt sind?