Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Zwei Küsse im Leben eines Wladimir Putin Dienstag, 7. August 2012

Einsortiert unter: Politik,Russland,YouTube — peet @ 13:50 Uhr
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Wladimir Putin folgt in seiner öffentlichen medialen Rolle einem bestimmten inneren Bild von sich. Hier ist er ein Übervater, der seine Männlichkeit ausspielt:

Und hier ein bescheidener Politiker, der seine Männlichkeit auch mit der geballten Faust zu verteidigen weiß:

Der Zar und seine Männlichkeit, eine Bande oder eine Gang oder eine Klique mit ihren Ritualen um ihr Alpha-Tier. Spannend!

 

Ein Videogedicht? Montag, 16. August 2010

Einsortiert unter: Blogging,Film,Kunst,USA,YouTube — peet @ 13:51 Uhr
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Seit einigen Tagen wird ein Videoclip verlinkt, mit Begeisterung weiter empfohlen. Die eine Version ist bei Vimeo zu sehen, die andere, etwas reifere bei Youtube:


Autoren sind Daniel Mercadante und Will Hoffman. Bei den Bewertungen und Beschreibungen wird diese Produktion als Videogedicht (“modernes Gedicht“) gelobt, als “eine Art assoziativer Montage” “im Sinne von Eisenstein” klassifiziert. Oder als “a visual interpretation of stream-of-consciousness“. Noch konkreter wird es im Kommentar von der Hoepp (bei iGNANT):

Wie der Titel schon sagt, geht es um Worte und unterschiedliche Bedeutungen. Es fängt mit “Play” an, geht über “Blow”, “Break”, “Split”, “run”, “fly”, “fall”, “light” zu “space”. Ich finds wunderbar, besonders Fly und Fall.

Die Notwendigkeit, die englische Sprache zum Verständnis des Clips mitzubringen, betont auch Cinematze.
Dazu:
1. Die Poesie lebt nicht nur von Reimen. Diese Art, die Haiku- oder Hokku-Technik in die Videomontage zu verwandeln, erinnert mich viel mehr an die übliche Krankheit der Prosachreibenden – Alliteration. Ich mag das auch, all Wortspiele, Klangspiele, Wortdrehungen, Buchstabenumstellungen usw. In der wahren Poesie sind sie ein Sprachmittel von vielen. In der Prosa werden sie normalerweise vom erfahrenen Lektor wegredigiert. Die Entscheidung darüber, ob ein Text poetisch ist, auch wenn es ohne Reime auskommt, ist manchmal schwer, für sich aber kein Problem. Es kommt auf die Intention des Autors an.
In der Videokunst ist dieser “Words”-Clip ein Ereignis, da Bilder assoziiert werden, die eine optische Ähnlichkeit haben. Faszinierend allemal.

2. Eine Montage in der Art von Eisenstein ist das aber nicht, da gerade die dynamische und parallele Montage fehlt. Eher eine Skizze. Es gibt kaum eine Idee, die mehr als nur eine witzige Assoziation wäre. Die Erhebung zum Höheren am Ende des Clips ist toll, keine Frage. Ein Haiku neben einem Poem wie ein Clip im Vergleich zu einem Film wie Beshinwiese (“Beschin lug”)?
3. Als ich den Titel “Words” gesehen habe, dachte ich zuerst irrtümlicherweise an den berühmten Song von F.R.David. Überhaupt die Notwendigkeit, Worte zwischen den Bildern und deren Verknüpfung einzubringen, dazwischen zu schalten, scheint mir ein Problem zu sein. Ich bin der Meinung, optische Reize sollten für sich sprechen. So zum Beispiel, wie es von einem Youtube-Meister mit einfachen Mitteln gepflegt wird, den man unter dem Nicknamen eggman913 kennt (eigentlich Philip Scott Johnson):

Andere Beispiele dieser Art habe ich schon erwähnt. Trotzdem die Vorstellung, bei der Geburt einer neuen Gattung – Videogedicht – dabei zu sein, ist großartig.

 

Pallywood allwöchentlich Donnerstag, 8. Juli 2010

Einsortiert unter: Blogging,Israel,Russland,YouTube — peet @ 21:33 Uhr
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Ein russischsprachiger Blogger plasmastik hat minutiös dargestellt, wie propalästinensische/antiisraelische Medienkampagnen gemacht werden. Seine Fotos demonstrieren, wie die blöden Friedensbewegten sich ausnutzen lassen, wie palästinensische Jugendliche Steine auf den israelischen Vorposten werfen, wie israelische Soldaten mit Tränengas die gesamte Inszenierung zurückscheuchen.
Am Ende des Postings wird ein Youtube-Video verlinkt, wo dieselbe Geschichte als Pallywoodfilm präsentiert wird: Keine Steine, keine Provokation. Nur Beschuss mit Gas und fliehende friedliche Europäer, die sich so solidarisch mit dem leidenden palästinensischen Volk zeigen. Sie werden im Dorf Bil’in “Internationale” genannt. Laut der Information des Bloggers werden solche Inszenierungen in Absprache zwischen den palästinensischen Dorfanführeren und der israelischen Linken bzw. Friedensbewegung, wie sie sich gerne titulieren, jeden Freitag veranstaltet.
Ich verlinke hier nur einige wenige Fotos, also sehr verkürzt:

Das Dorf

Touristenbüro

Einführung

Durch das Dorf zu Beginn der Demo

Steinewerfer am anderen Ende der Route

Weglauf vom Tränengas

Pallywood-Fassung

 

“We con the World” bleibt im Netz! Samstag, 12. Juni 2010

YouTube bleibt sich treu und macht bei der antiisraelischen Kampagne mit. Schon mehrere Videos wurden aus fadenscheinigen Gründen gelöscht, weil sie auf Israels Seite waren.

Der satirische Song “We con the world” – eine Parodie, die nach 2 Wochen schon von 3 Millionen Menschen angeklickt wurde, – soll nicht mehr bei YouTube erscheinen. Der Link führt ins Nichts, zum irren Texthinweis über die absurden Vorwürfe einer Rechtsverletzung, obwohl einige Kopien noch erreichbar sind.

Inzwischen sind weitere Kopien auch bei anderen Plattformen zu sehen, zum Beispiel bei Metacafe. Dort kann man auch die restlichen YouTube-Kopien sichten. Genauso bei dailymotion, die weiteren kommen bestimmt schnell nach. Einzelheiten lese man bei Caroline Glick nach, Kopienaustausch wird dort in den Kommentaren angeregt.

Schande über YouTube!

UPDATE: Weitere Kopien:

myvidster, Eyeblast,

 

Christian Stöcker blamiert den Spiegel Sonntag, 6. Juni 2010

Der Artikel von Christian Stöcker (“Propaganda-Satire blamiert Israels Regierung”) von gestern hat viele erreicht, er wird viel verlinkt und getwittert. Er ist aber auch ein Beispiel für antiisraelische Propaganda und wird in diesem Sinne in die Geschichte der deutschen Journalistik eingehen.

Inzwischen weiß die Welt, wer die 9 Toten sind, die Opfer des eigenen Vorhabens auf dem Hauptschiff der “Free Gaza”-Aktion. Bei Stöcker sind die türkischen Islamisten weiterhin bloß “neun Passagiere”. Alle wissen: Die Flotte wurde mit dem Ziel geschickt, die Seeblockade zu brechen, d.h. als eine kriegerische Einmischung auf der Hamas-Seite. Bei Stöcker wird die “Hilfsflotte” “attackiert”. Die veröffentlichten Videos (sowohl von den in Beschlag genommenen Kameras des Schiffes und dessen Besatzung als auch der israelischen Marine) stellen den Ablauf und die Art der Konfrontation dar. Bei Stöcker “sollen” sie die Sicht der israelischen Armeeführung “zeigen”. Auch die Kontrolle über ein weiteres Schiff verlief nur “augenscheinlich friedlich”, nicht einfach friedlich, wie schon mehrere davor. Darüber darf der Leser nichts erfahren.

Die Satire des latma-Studios gefällt Christian Stöcker nicht. Das ist verständlich. Sie zielt auf den Jornalismus, wie er ihn betreibt, und trifft Christian Stöcker offensichtlich direkt. Das ist auch gut so.

Auch bei der Beschreibung der Inszenierung erwähnt er noch einmal Bilder, “die zeigen sollen, wie Israels Soldaten angegriffen wurden.” Nicht zeigen, sondern eben zeigen sollen. Feine Sache.

Weil Christian Stöcker daraus nicht mehr herausholen kann, greift er die Art der Verbreitung und der Finanzierung dieses Clips an. Nun sollte gerade er besser wissen, dass die eigentliche Verbreitung dieses Videos via Internet gelaufen ist und nicht durch die Empfehlung des israelischen Presseamts. Das kann er auch nicht zugeben, er muß eine Connection zwischen dem israelischen Militär und der amerikanischen Finanzwelt herstellen, das tut er.

Die Uno, der Menschenrechtsrat, viele europäischen Politiker stellen sich auf die Seite der Hamas, Christian Stöcker kann sich ganz sicher in dieser Mitte fühlen. Auch er hat mitgemacht.

Nur wird er nie an die journalistische Größe einer Caroline Glick herankommen, die er abwertend der “konservativen” “Jerusalem Post” ganz korrekt zuordnet. Sie ist eine hervorragende Kolumnistin. Er dagegen “soll” einen Journalisten zeigen.

Er wird sich wohl wundern, dass ein anonymer Autor der anderen Youtube-Satire unbekannt bleiben möchte. Dieser Passus ist bestimmt zu kompliziert für ihn. Ich meinerseits wende mich an die unbekannten Autoren dieses weiteren Clips mit dem Angebot, deren Arbeit gerne mitzufinanzieren. Einfach so, damit Christian Stöcker sich ärgert.

 

Die Reaktion der israelischen und türkischen Intellektuellen Samstag, 5. Juni 2010

In der FAZ wurden zwei gutmenschliche Texte aus Israel wiedergegeben, wie immer die eine Stimme, die man hören, lesen und an das Publikum weiterleiten will, welches genauso denkt im sicheren Glauben, man sei Israels Freund.

Diesmal sind es schon wieder Schriftsteller. David Grossman fantasiert sich aus den islamistischen Schachiden “Zivilisten”, die für ihre “Meinungsäußerungen” “kaltblütig getötet” wurden. Er wünscht sich “Frische, Originalität und Kreativität” von Israel, um den Konflikt zu lösen. Mit solchem Klamauk ausgestattet muss er keine konkreten Vorschläge machen, das ist doch nicht seine Aufgabe, er ist dafür da, die anderen moralisch zu versorgen.

Am anderen Tag ist auch Amos Oz da, der sich für die Fähigkeit seines Landes, sich zu verteidigen, entschuldigt und Buße tut.  Dieser wünscht sich auch Verhandlungen und viel mehr, zum Beispiel, “eine Idee, die attraktiver und akzeptabel ist”, um Palästinenser von der Hamas abzuwenden. Diese Idee müssen die anderen erschaffen, Oz möchte das so sehr. Er glaubt weiterhin im vollen Ernst: “Dieser Konflikt ist letztlich nur durch Verhandlungen mit der Hamas zu lösen, sinnvoller noch mit der Hamas unter Einbeziehung von Abbas’ Fatah.” Er sieht ganz klar: Wenn Israel seiner Logik nicht folgen würde, werde das “zu noch mehr Katastrophen führen.” Die andere Kriegspartei muss nichts tun, sondern Oz und Grossman sprechen lassen. Aber:

Die türkische Regierung, die jetzt endlich die Kurden vergessen lassen kann, kümmert sich besser als alle anderen Weltprediger um die Palästinenser. Und sie weiß auch besser, wie man mit Information umgeht. Bevor die eigene Bevölkerung doch erfährt, wie Islamisten auf direktem Weg zur kriegerischen Einmischung in den schon laufenden Konflikt geschickt werden, soll die Informationssperre das verhindern. In der Türkei wurde gestern der Zugang zu Youtube und Google gesperrt (Link).

So kann man leicht merken, wie unterschiedlich die Reaktionen aussehen. Proteststimmen aus Israel sind sofort in der FAZ. Wo sind Proteststimmen aus der Türkei? Ein Erdogan, ein Volk? Unterstüzen sie alle die Hamas?

 

Eine Satire zum aktuellen Gaza-Zwischenfall Freitag, 4. Juni 2010

Sehr gelungen ist der Beitrag aus Israel, in dem ein berühmtes Song mit einem neuen Text und Einblendungen verfremdet wird. Aktuell!

UPDATE: Da in vielen Blogs diese Satire falsch eingeführt und attributiert wird, soll noch einmal an dieser Stelle ausdrücklich gesagt werden:

Die Satire entstammt einer Gruppe, die der Zeitung “Jerusalem Post” nahe steht und weder mit der Armee noch mit der Regierung etwas zu tun hat (die Namen der Beteiligten und der Autoren werden am Ende des Videos eingeblendet). Sie ist gegen die medialen Lügen der ersten Tage nach dem Zwischenfall gerichtet und ist nur in den Augen deren zynisch, die den Zynismus der gemeinen antisemitischen Lügen nicht merken wollen.

 

Vergessliche Mona Lisa Freitag, 28. August 2009

Einsortiert unter: Kunst,Medien,TV,YouTube — peet @ 8:39 Uhr
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Eine faszinierende Ausstellung in China – lebendig gewordene Gemälde und Skulpturen. Gut und mit gutem Geschmack gemacht:

In den aktuellen Nachrichten wird das Einmalige der Idee betont – noch nie da gewesenes usw.
Mit einem Klick bei youtube lässt sich eine andere Information finden: Dieselbe Ausstellung war schon Anfang 2008 in Seoul (SüdKorea) erfolgreich präsentiert und wurde vor Neuem nach China verkauft (“Wang Hui, who brought the exhibition to China from South Korea, says the show required an investment of more than $7 million”):

Irgendwann wird das Projekt auch nach Europa kommen – sollen wir auch dann von der Einmaligkeit informiert werden?

 

Lob den Drogen Donnerstag, 23. Oktober 2008

Einsortiert unter: Humor,Musik,YouTube — peet @ 18:13 Uhr
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Bei der folgenden Präsentation kann man schwer sagen, ob es hier um eine Parodie oder eine unfreiwillige und um so mehr faszinierende Verballhornung des Hits von Amy Winehouse geht. Ich konnte keine weiteren Spuren vom netten älteren Herren finden, der so souverän auftritt. Ob es ein Rabbiner ist, und dazu noch leicht betrunken, wie es auf der revver-Seite angedeutet wird, kann ich auch nicht sagen. Wer mehr weiß, möge sich bitte bei mir melden.

Zum Vergleich verlinke ich auch das Original, einmal aus besseren Tagen:

und einmal ziemlich unten, das Publikum ist nicht zu vergessen:

Und zum weiteren Verständnis sei noch auf den Text hingewiesen, zum Erschaudern (Link).

 

Animierte Architektur Montag, 28. Mai 2007

Einsortiert unter: Kunst,YouTube — peet @ 14:56 Uhr
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Die Konkurenz zwischen den Kulturen produziert Weltwunder. Die heutige Generation kennt das meist erst aus dem Spiel “Civilisation”. Nun kann man am Beispiel Dubai-Stadt sehen, wie ein neues Weltwunder entsteht.

Hier eine schnelle Einführung:

Hier mehr über den rotierenden Wolkenkratzer:

Besonders beindruckend finde ich den Tanz in letzen Sekunden der Animation. Einzelheiten, Fotos und weitere Links sind hier gesammelt. Der Architekt von dem Twirling Tower heißt David Fisher. Aus seiner Homepage kann man Details der “dynamischen Architektur” besser verstehen (Link).

Noch ein ambitioniertes Projekt wird in Dubai gebaut -The Pad (Link). Im iPad Tower sind Innenräume dynamisch, im Unterschied zum Twirling Tower. So nennt der Architekt James Law seinen Stil “Cybertecture” (Link):

Wir können dankbar sein, dass wir wenigstens ein Phaeno von Zaha Hadid in Wolfsburg haben:

Ich bewundere diese Mischung aus Arche Noah und Enterprise. :-)

 

Das ewig Weibliche in der Animation Sonntag, 27. Mai 2007

Einsortiert unter: Kunst,YouTube — peet @ 11:34 Uhr
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Ein neuer Künstler bei YouTube mit einem bescheidenen Nicknamen eggman913 arbeitet mit dem Programm Abrosoft FantaMorph 3. Seine zwei Animationen sind bewundernswert, denn sie bewundern das ewig Weibliche gebührend:


Mit der ähnlichen Methode schafft er eine Hommage an Picasso:

Aus seinem anderen Video über eine Reise durch die exotischen Gebiete der USA kann man eine natürliche Gabe sehen, die von der Montage im Geiste Eisensteins zeugt:

Zum Vergleich würde ich ein vergleichbares kunstvolles Projekt eines jungen Mannes ziehen, der sich jeden Tag sechs Jahre lang fotographierte und daraus eine Animation bastelte:

Ein anderer – sogar 8 Jahre lang:

Das sind zwei Methoden mit der Zeit umzugehen. Bei eggman913 geht es um die Ewigkeit, bei Noah und Jonathan – um die Vergänglichkeit.

 

Ein Lied aus Israel als Politikum Samstag, 3. März 2007

Der israelische Beitrag zur Eurovision 2007 wurde als zu politisch eingestuft und abgelehnt. Damit jeder Leser seine eigene Meinung bilden kann, verlinke ich die Videoaufnahme:

 

Ein klarer Kommentar ist bei “Spirit of Entebbe” zu lesen (Link). Der vollständige Text und die Hintergründe sind bei der Zeitung “The Independent” nachzuschauen (Link).

 

Genug Klesmer, gebt uns Matisyahu Sonntag, 1. Oktober 2006

Einsortiert unter: Musik,YouTube — peet @ 17:31 Uhr
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Passend zu den jüdischen Festlichkeiten verlinke ich ein wunderbares Musikvideo mit einem hassidischen Reggaesänger Matisyahu:

 

 
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