Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Vom „Untergang“ zum „gewöhnlichen Juden“ Freitag, 20. Januar 2006

Filed under: Deutschland,Film,Medien — peet @ 13:39 Uhr
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Eine bissige Kritik hat etwas Positives, insbesondere wenn man deren Meinung teilt:

In seinem letzten Film, der geschichtsrevisionistischen Hitler-Trivialschmonzette »Der Untergang« (O-Ton Bruno »Hitler« Ganz: »Die Spackhetti warr’n kutt!«), hat uns Oliver Hirschbiegel, der Regisseur dieses quälenden, bleischweren Machwerks, das er nun gedreht hat, gezeigt, wie sehr die Nazis und ihr sich mit Sorgenfalten auf der Stirn mühsam einherschleppender, sterbenskranker Führer im Zweiten Weltkrieg gelitten haben und wie sehr sie unser Mitleid verdient haben. In seinem neuen Low-Budget-Film zeigt er uns an der exemplarischen Figur des ­Intellektuellen Emanuel Goldfarb, wie sehr die deutschen Juden leiden unter ihrer angeblichen fixen Idee, nämlich der beständigen zwanghaften Thematisierung des Holocaust, wie stark auch ihr Bedürfnis nach dem ist, was heute ­»unverkrampfter Umgang mit der Geschichte« genannt wird und früher »Geschichtsvergessenheit« hieß, wie sehr auch sie die Walsersche Sehnsucht nach »Normalisierung« teilen und wie fürchterlich sie im Deutschland der Gegenwart unter dem krankhaften Philosemitismus der nicht jüdischen Deutschen und ihrer »ekelhaften Einfühlsamkeit« zu leiden haben. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Geschmacklosigkeiten künftig noch auf uns zukommen werden.

So schreibt Thomas Blum in der Zeitung Jungle World vom 18.01.2006.

Vergessen wir dabei bitte nicht, wie „Der Untergang“ gepriesen wurde, und wetten wir, dass „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ zu einem ebenso preisgekrönten „Erfolg“ gekürt werden wird…

 

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