Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

„Sie sind quasi mein zu beobachtender Blog“ Montag, 8. Mai 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 6:51 Uhr
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Eine nette Studentin hat diese Nacht versucht, auf dem Wege eines Kommentars mich zu erreichen. Der Text lautet:

hallo- ich interessiere mich seit einiger zeit für ihren blog. durch ein seminar sind wir auf diese seite gestoßen- jeder sollte sich einen blog aussuchen und ihn beobachten. sie sind quasi mein zu beobachtender blog. da jeder teilnehmer einen artikel über seinen blog schreiben soll, brauche ich natürlich nähere infos. Vielleicht könnten Sie/ Du mir etwas aus der „about me“ rubrik schreiben- das wäre toll- ich habe nämlich nichts dieser art gefunden.
danke, nähere infos zu dem seminar: http://web20-hro.de
liebe grüße

Tja, was macht man in einem solchen Fall?

Zuerst recherchieren. Die Homepage des Seminars begutachten. Sprachliche Kommunikation und Kommunikationsstörungen. Aha. Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung. Hmm. So weit so gut.

Der Weblog der Studentin. Viele „nähere Infos“. :-)

Ok. Also:

Liebe firlefanz, wenn du mit deinem Artikel fertig bist, würde ich ihn gerne kommentieren (auf deinen Wunsch hin, gerne auch nur intern). Dein Seminar ist eine Beobachtung der Beobachtung und eine gute Schule der Kommunikation. Zu der Kommunikation im Internet gehört aus meiner Sicht die Beherrschung von verschiedenen Sprachen. Ich meine dabei viel mehr Sprachebenen, d.h. wie man miteinander redet. Die Interpunktion und die Satzkonstruktion bedeuten hier sehr viel, Emoticons und Smileys kommen noch dazu. Man möchte den Menschen hören, seinen Ton deuten. Ein Journalist, ein Lehrer müssen das mindestens wollen, noch besser – können.

Und noch – unbedingt eine Recherchekunst. Je mehr man über das Subjekt bzw. das Objekt der Kommunikation weiß, desto sicherer ist die Aussage. Andersrum: Wenn man zu wenig und/oder überwiegend falsche Infos hat, kommt es zu Kommunikationsstörungen. Eigentlich ganz einfach oder? :-)

Der Sinn der Kommunikation per Blog ist nicht anders als im realen Leben, nämlich der Dialog. Ist ein Text erst dann aussagekräftig, wenn dahinten ein „About me“ steht? Worin besteht die Beobachtung – im Zuschauen oder im Mitmachen? Was wird hier beobachtet – ein Subjekt oder ein Medium? Ist es dasselbe? Themenbezogen, Ich-bezogen oder Du-bezogen? Wer bestimmt die Regeln der Kommunikation?

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