Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Sahm oder Avenarius Montag, 3. Juli 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 22:15 Uhr
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Fast jeden Tag beklagt sich Tomas Avenarius in der „Süddeutschen“. Seine Parteinahme für die palästinensische Sache ist längst zur Propaganda der antiisraelischen Politik geworden. Die Zeitung druckt seine Artikel bis zu dreimal am Tage und lässt keine Widerrede zu, es werden keine anderen Meinungen angeboten, nicht mal Leserbriefe.

Dagegen zeigt Ulrich W.Sahm den objektiven Stand der Dinge, Probleme auf beiden Seiten des Konfliktes im Nahen Osten. So auch im neuesten Artikel bei n-tv:

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass der einseitige Rückzug aus Gaza ohne Koordination mit den Palästinensern ebenso gescheitert ist wie die einvernehmliche Übergabe von Land und Städten an die Palästinenser im Rahmen der Osloer Verträge. Weder schriftliche Verpflichtungen Arafats, die Osloer Verträge, die Roadmap, feierlich verkündete Waffenstillstände, noch heilige Versprechen von Mahmoud Abbas haben den Terror beenden können. Dennoch soll das Konzept des einseitigen Rückzugs auch auf das Westjordanland übertragen werden, wie schon nördlich von Nablus geschehen. Israel will nicht auf palästinensische Einsicht warten und zieht ohne ihr Einvernehmen seine Grenze. Die Palästinenser werden ohne Israels Zutun ihren Staat gründen können, oder auch nicht. Sollten sie, wie jetzt im Gazastreifen, weiter auf Krieg setzen, dürfen sie mit echter militärischer Antwort rechnen, wie der Zerstörung von Kraftwerken. Im Libanon haben Rückzug und Angriffe auf Kraftwerke bei Beirut dazu geführt, dass entlang der Grenze Ruhe herrscht. Libanon entwaffnete Milizen und bändigt die Hisbollah. Palästinensische Regierungen jedoch waren unfähig oder unwillig, die Milizen auszuschalten. Die Hamas-Regierung schloss sich gar der Erpressung der Entführer an. Im März feierte sie gar einen Terroranschlag in Tel Aviv als „legitime Selbstverteidigung“.

Das Chaos in Gaza ist für die Palästinenser ein bitterer Vorgeschmack dessen, was sie erwartet, wenn sie nicht endlich eine Zivilgesellschaft errichten und die Regierung ihr Gewaltmonopol erkämpft.

Bitter aber wahr. Warum wird dieser Text nicht weiter zitiert? Er wurde am 1.7. online gestellt und noch kein einziges Mal verlinkt.

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One Response to “Sahm oder Avenarius”

  1. Prof. Dr. Uwe Hillebrand Says:

    Süddeutsche Zeitung Nr. 170 : Meinung: Hisbollahs Plan

    Sehr geehrter Herr Avenarius,

    in Ihrem o.a. Artikel schreiben Sie u.a.: „Nach allem, was in Afghanistan, im Irak und den Palästinensergebieten Muslimen angetan wird, …..“ Abgesehen von dem Problem zwischen Israel und den Palästinensern, was sicherlich sehr schwer zu beurteilen ist, muss in den übrigen beiden Fällen explizit gesagt werden: “ .. Muslimen von Muslimen angetan wird, …“ Durch das Weglassen dieses wichtigen Zusatzes bekommt diese Aussage einen völlig anderen Klang. Und Sie wissen, dass gerade Politiker im Weglassen von Fakten oft die einzige Chance sehen, ein Faktum im Rahmen seiner Parteirelevanz öffentlich zu beurteilen. Darüber hinaus kann man sagen, dass auch die Zeitungen und Zeitschriften sich häufig gerade im Weglassen von Einflussgrößen auf eine Sachlage unterscheiden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Prof. Dr. Uwe Hillebrand


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