Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Krieg gegen Israel 3 Samstag, 15. Juli 2006

Meldungen und Überlegungen zu Ereignissen und Hintergründen sind auch heute lesenwert, nur sind sie schwieriger herauszufinden. Es wird verständlicherweise viel mehr geschrieben, aber nicht alles ist brauchbar.

Ulrich W. Sahm gibt eine klare Antwort auf die Frage nach der proportionalen oder „überproportionalen“ Reaktion Israels (Link).

Über den offenen Bund zwischen der Hamas und der Hisbollah schreibt vk in der NZZ (Link). Unter der Abkürzung steckt Victor Kocher, der bis jetzt also objektiver ist als seine Selbstbeschreibung auf der Impressum-Seite der Zeitung zu denken gibt.
Robert Sattloff entlarvt die Mechanismen dieses Krieges, der von Iran gesteuert wird. Wertvoll ist zum Beispiel seine folgende Beobachtung:

If that happens, then Hamas and its fellow quartet members may achieve what Yasser Arafat was not able to accomplish with two intifadas–to regionalize the Israeli-Palestinian conflict and thereby radically alter the strategic balance. And if Iran is able to exploit this crisis to show that its nuclear program earns it and its allies special treatment on the terrorism front, Tehran will have proven precisely how beneficial the decision to invest in a nuclear program really was. As the Iranian newspaper Kayhan, close to Supreme Leader Ali Khamenei, editorialized last Thursday, „Nuclear Iran is eradicating the nuclear prestige of Israel.“ That’s the sort of rising star to which Syria would like to be hitched.

Mit solcher Klarheit wurde die Atompolitik Irans noch nie ausgedrückt.

Der Kommentator der libanesischen Zeitung „Daily Star“ Rami G. Khouri stellt berechtigte Fragen ganz anderer Art:

The US for its part is strangely marginal. Its chosen policies have lined it up squarely with Israel, it has sanctioned and thus cannot even talk to Iran, Hizbullah and Hamas, and it has pressured and threatened Syria for years without any real success. The world’s sole superpower is peculiarly powerless in the current crisis in the Middle East.

[…] The way to break this cycle is for all actors to negotiate a political solution that responds to their legitimate grievances and demands. Everyone involved seems prepared to do this, except for Israel and the US, who rely on military force, prolonged occupations, and diplomatic sanctions and threats. What will Israel and the US do when there are no more Arab airports, bridges and power stations to destroy? The futility of such policies should be clear by now, and therefore a diplomatic solution should be sought seriously for the first time.

Über die französichen Interessen im Libanon sagt Gudrun Eussner die Wahrheit (Link).

Thomas O’Dwyer bringt einen authentischen Einblick in die Situation in Israel (Link), Steven Plaut auch, aber einen ganz anderen (Link); Michael J. Totten gewährt einen Einblick in die Lage im Libanon (Link1, Link2). Wie immer bei Totten, ist auch die Diskussion höchst anspruchsvoll und informativ.

Einen scharfen Pamphlet kann man bei Tammy Bruce nachlesen (Link). Chirac, Zapatero, Blair und Benedict bekommen da ihr Fett ab.

Von vielen negativen Beispielen nenne ich hier nur eines, ein Interview mit Andreas Paulus, einem Völkerrechtler aus München, bei der Tagesschau. Er lächelt sehr nett und vermeidet direkte Worte. So lange, bis er sich doch nicht mehr halten kann und dann kommts:

Die Konsequenz ist, dass das Verhalten Israels als rechtswidrig gebrandmarkt werden kann – vor internationalen und nationalen Gerichten, vor allem aber der Weltöffentlichkeit. Aber es kann das Land auch politisch in die Isolierung treiben, wenn man ihm begründet vorwerfen kann, völkerrechtliche Maßstäbe außer Acht zu lassen.

Beweise bringt er nämlich nicht, weil er im gesamten Interview nur um den heißen Brei herum redet. Es gibt keine Begründung. Da er dabei keine Widerrede findet, ist er hoffentlich auch glücklich. Die Tagesschau auch. Amen.

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