Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Tagesschau macht mit – Beirut sei Dresden Mittwoch, 26. Juli 2006

In dem Beitrag eines reisenden Journalisten, der von Amman aus Süd-Beiruts Ruinen in der netten Begleitung der Hisbollah-Reiseführer besichtigt hat, wird die Lage folgendermaßen zusammengefasst:

Als die Gefahr vorüber ist – die israelischen Kampfflugzeuge bombardieren statt Haret Hreik wieder in der Nähe des Flughafens – ist auch der Rundgang zu Ende. Bevor wir die schützende Durchfahrt verlassen, werfen wir einen letzten Blick auf die hintere Seite des Hauses, wo sich eine Gasse anschließt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Bilder aus Dresden kaum anderes geboten.

Der Autor Björn Blaschke sagt damit Folgendes: Hisbollah-Milizen und ihre libanesischen Geiseln seien den leidenden Deutschen des letzten Kriegsjahres des Nazireiches gleichzusetzen. Gelitten haben sie an demselben Feind. Der Feind heißt …usw.

Es spielt dabei keine Rolle, ob der Korrespondent darüber nachgedacht hat, was er schreibt oder nicht. Es sind authentische Gedanken. Ich glaube ihm, dass er darauf gekommen ist. Das sind fast Reflexe, wie in der berühmten Geschichte über einen Musiker, der bei seiner ersten und letzten Reise nach Israel seine Rechnung an der Hotelbar mit Hitler unterschrieben und sich für witzig gehalten hat.

Und die beiden waren nüchtern. Der witzige Kontrabassist wie der einfühlsame Journalist. Wie seltsam.

 

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