Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Krieg gegen Israel 9 Dienstag, 1. August 2006

Es folgen mehrere PR-Kampagnien in der Pallywood-Manier, und alle erfolgreich. Die neueste scheint das „Kana-Massaker“ zu sein. Die falsche Zahl der Opfer (nachweislich 28 Menschen sind durch den Roten Kreuz geborgen, berichtet wird 50-60), die falsche Uhrzeit und die bis jetzt unklare kausale Verkettung (der Raketenbeschuss durch die Hisbollah aus Kana – die Markierung des Hauses, in dem Katjuschas untergebracht werden – die Übernachtung der Flüchtlinge in diesem Haus – das Treffen der israelischen Rakete ins Haus – der Einsturz des Hauses 8 Stunden später nach einer zweiten Explosion) sind eindeutige Beweise für die einseitige und voreilige Darstellung der Tragödie. Und wie immer, die Welt glaubt der Darstellung der Teroristen, ohne abzwarten, ohne sie anzuzweifeln (Link).

Bei der Gegenüberstellung der vorhandenen Fotos, die alle von der Hisbollah zensiert wurden (unabhängige Journalisten wurden nicht zugelassen), fällt auf, dass sie inszeniert worden sind – sowohl die Kinderleichname sind immer dieselben als auch die Retter sind zu sauber (siehe hier, hier und hier). Ein CNN-Korrespondent hat sogar die offizielle Zahl der Opfer in Frage gestellt (Link):

Now villagers in Qana tell them there are only five people that are unaccounted for, not the 25 or 30 they originally thought.

Die Zweifel sind somit zumindest angebracht, sie werden aber nur von Bloggern ausgesprochen (Link). [UPDATE: Ein libanesischer Blog bestätigt die Information über die Inszenierung des Massakers (Link):

Sachant très bien qu’Israël n’aura pas d’état d’âme pour bombarder des cibles civiles, des militants du Hezbollah ont installé une base de lancement de roquettes sur le toit d’un immeuble à Cana et y ont entassé des enfants infirmes dans la ferme intention de voir une réplique de la part de l’aviation israélienne et créer une nouvelle situation, utilisant le massacre de ces innocents pour reprendre l’initiative des négociations.]

In diesem Sinne ist der Ton und der Sinn der Texte in den meisten deutschen Zeitungen und Fernsehberichten sehr fragwürdig (UPDATE: Bis auf die n-tv. Ulrich W.Sahm berichtet richtig – Link). Die „Süddeutsche“ ist wieder federführend. Israel hat eine Pause für die Flugzeugaktionen angelegt, mit dem Vorbehalt auf jeden Raketenbeschuß sofort zu reagieren. Nach der ersten Raketensalve wurde die Katjuscha sofort vernichtet. In der Zeitung steht das sebstverständlich andersrum:

Israel verkündet Feuerpause – und greift an

Online steht es schon wiederum anders (Link):

Hisbollah nimmt Israel weiter unter Beschuss

Ungeachtet der von Israel verkündeten 48-stündigen Feuerpause hat die Hisbollah-Miliz wieder Raketen auf den Norden Israels abgefeuert.

Ein netter Unterschied, nicht wahr?

Noch schöner und selbstredend finde ich die kurze Meldung auf der „Medien“-Seite:

Als Israels Bomben auf das libanesische Dorf Kana fielen, reagierten ARD und ZDF: Sie zeigten Sonntagabend Sondersendungen, die großen Zuspruch fanden. Den ARD-„Brennpunkt“ sahen 5,36 Millionen Menschen, beim „heute-Spezial“ (ZDF) waren es 3.1 Millionen.

Jedes Wort ist hier eine Perle – die Pluralzahl der Bomben, die Bomben anstatt Raketen, das Verb „reagieren“, am schönsten ist allerdings der „große Zuspruch“. Wirklich brillant!

Die Zeitung schafft es dem Krieg im Nahen Osten fast 5 (!) Seiten zu widmen, und dabei alle (!) Materialen für die einseitige Kritik Israels auszusuchen. Zum Beispiel wird Judith Bernstein wieder ausgenutzt, diesmal nicht mehr als „Dolmetscherin„, sondern als Friedenskämpferin vorgestellt, so dass man sie nicht gleich erkennt. Sie redet weiterhin dasselbe dumme Zeug, wie es von den guten Juden erwartet wird und will

Sanktionen gegen Israel

Angesichts dieser medialen Leistung bleibt die Anstrengung der Zeitung „Freitag“ ziemlich blaß. Immerhin schickt sie einen angeblichen Holocaust-Spezialisten in den Kampf gegen Israel, nämlich Gerhard Schoenberner, der es besser weiß, was den Juden angetan wurde, und der sie deswegen auch belehren kann, was sie zu tun haben (Link):

Was den Zentralrat angeht – um auf ihn zurückzukommen -, so gilt für ihn dasselbe wie für seine Glaubensbrüder in Frankreich, die sich seinerzeit öffentlich zu Sharon bekannten: Wer sich selbst in dieser Weise mit einem anderen Staat und seiner Politik identifiziert, muss es dann auch hinnehmen, wenn er seinerseits von der angesprochenen Öffentlichkeit mit dieser Politik identifiziert wird.

Dieser große Freund Israels weiß schon seit je (Link):

Der UN-Teilungsplan von 1947, der zweifellos das Selbstbestimmungsrecht der arabischen Einwohner Palästinas missachtete, setzte eine menschliche Tragödie in Gang: eine Welle arabischer Flüchtlinge und Vertriebener war die Folge. Vorgesehen war eine Aufteilung des britischen Mandatsgebiets im Verhältnis 55 : 45 zwischen Juden und Arabern. Im Krieg 1948 arrondierte Israel sein Territorium auf 80 Prozent. Im Sechs-Tage-Krieg 1967, der eine weitere Fluchtwelle auslöste, eroberte Israel auch die noch verbliebenen 20 Prozent.

Mit dieser allzubekannten palästinensischen Geschichtsklitterung kommt der Autor sehr schnell zu der gewünschten Schlussfolgerung,

dass die Israelis auch Täter sind.

Dan Bar-On hat für die Ausarbeitung der komplexen Zusammenhänge der Psyche und der Geschichte Jahrzehnte und viele Bücher gebraucht und redet über die Verquickung Täter-Opfer nicht ohne Berücksichtigung der Zusammenhänge (Link). Der deutsche Journalist macht sich das viel leichter und schneller.

Nebenbei sei es erwähnt, dass das große Werk Schoenberners, sein Fotoband zum Thema Holocaust, welches immer wieder empfohlen wird, in der Wahrheit keinesfalls sicher von der berechtigten Kritik ist (Link):

Um die „dramatische“ Abfolge zu erzielen, ordnet Schoenberner die Aufnahmen entgegen Chronologie der Ereignisse und nimmt zwangsläufig eine Enthistorisierung der Ereignisse vor. Das ist problematisch, doch bisher in der Forschung noch gar nicht zum Thema gemacht worden.

Na, wenn es kein Lob ist? :-)

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3 Responses to “Krieg gegen Israel 9”

  1. Hagalil Says:

    2 Seiten in Israel

    Hier ein blog, der sich mit der Berichterstattung bez. des „Kana-Massakers“ kritisch beschaeftigt.

  2. Michael Scheier Says:

    Das Gefeilsche um Opferzahlen, z.B. in Kana, ist einfach nur eins: WIDERLICH! Noch einmal: ABSOLUT WIDERLICH!
    Es gibt ein internationales Völkerrecht; dieses Völkerrecht verbietet das intentionale Bombardieren von Zivilisten, Vertreibung usw.. Und wenn eine Kriegspartei, die Hisbollah, sich im Sinne des Völkerrechts verbrecherisch verhält, so gibt das der anderen Kriegspartei überhaupt nicht das Recht, sich ebenfalls verbrecherisch zu verhalten. Das Völkerrecht versucht auf der Ebene der Staaten zu etablieren, was wir in unserem Land längst für selbstverständlich halten: die Unterbindung des Faustrechts. Der Staat Israel ist also durch die Verbrechen der Hisbolah nicht von seiner Verpflichtung zur Beachtung völkerrechtlicher Normen entbunden.
    Das Völkerrecht führt auf internationaler Ebene einen zweiten Grundsatz ein, den wir in der westlichen Welt inzwischen für selbstverständlich halten: die Trennung von Exekutive und Judikative. Wenn der Staat Israel als Exekutive behauptet, dass sich die Hisbollah mit ihren schweren Waffen unter den Zivilisten versteckt, so wäre das immer noch zu beweisen. Unabhängige Beweiserhebung aber ist offensichtlich nicht gewünscht , siehe Tötung der 4 UN-Beobachter (weil ja bekanntlich ausser den USA alle Welt gegen Israel ist). Die IDF als Angeklagter soll auch der Richter sein. Na prima. Ihr Superdemokraten!

  3. israelische Produkte

    Bei uns im Moment nur auf Blogs. . .


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