Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Antiisraelische Einseitigkeit in den Nachrichtensendungen Sonntag, 6. August 2006

ARD und ZDF können auf sich stolz sein – ihre propagandistische Ausrichtung wurde bestätigt. Die Analyse der Sendungen „Heute“, „Heute Journal“, „Tagesthemen“ und „Tagesschau“ zeigt ein bedrückendes Resultat:

Wenn Gewaltaktionen gezeigt werden, ist überwiegend die Israelische Armee zu sehen, während Hisbolla-Kämpfer kaum vorkommen. Wenn Opfer gezeigt werden, dann überwiegend die Opfer im Libanon – Bilder von Israelischen Opfern tauchen kaum auf. Heute, Heute-Journal wie auch Tagesschau und Tagesthemen vermitteln ihrem Publikum Israel als Täter. Die Rolle der UN und insbesondere ihre Verantwortung für die Gewährleistung des Friedens im Libanon und Israel seit 1978 wird weitgehend außer acht gelassen.

Die kurze Zusammenfassung ist als pdf-Datei hier zu bekommen. Der Leiter der Studie ist Frank Brettschneider.

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7 Responses to “Antiisraelische Einseitigkeit in den Nachrichtensendungen”

  1. Gut, dass dies hier auch aufgegriffen wird! Bei den Privaten wäre dieses Mißverhältnis wohl noch krasser. Und den Zuschauern ist es laut Bams noch viel zu pro-israelisch!

  2. peetgp Says:

    Ich würde gerne ihre hauseigene Statistik studieren und wissen, was in den Briefen und mails steht, deren Autoren diese Nachrichten viel zu pro-israelisch sind!

  3. Dass israelische Opfer selten oder nicht in den Medien gezeigt werden, hat in erster Linie damit zu tun, dass Israel aus Pietätsgründen Bilder von Getöteten nicht zeigt.

    Islamische Terroristen protzen gerne mit Leichenbildern – besonders mit denen, die gefälscht sind. Dschenin – Gaza – Qana usw….

    Wer keine Achtung vor der Würde Lebender hat, zeigt auch keine Achtung gegenüber der Würde Getöteter.

    Grüße
    Bernd
    HonestReporting BackSpin

  4. […] —————————————————————————— Gefunden bei Sendungsbewusstsein […]

  5. Boche Says:

    Ich verweise dann auch noch auf die wohl bestehenden Zweifel an der Seriösität der Quelle „Media Tenor“.

  6. peetgp Says:

    Ich habe die Wikipedia-Links de visu geprüft – es handelt sich darin um den Streit von 2002, der mit dieser Studie nichts zu tun hat. Brettschneider hat eine saubere Weste und ist in der wissenschaftlichen Szene anerkannt (siehe z.B. Link). Ausserdem stimmt die Schlußfolgerung der Studie mit meinen eigenen Beobachtungen vollkommen überein – mir genügt das.

  7. bazinho Says:

    Brettschneider ist nicht Leiter der Studie, sondern hat einen Gastkommentar abgegeben. Die Studie stammt von Jochen Gaugele von der Politikredaktion Bild am Sonntag, sowie Roland Schatz und Dr. Christian Kolmer vom Media Tenor.

    Zu den persönlichen Eindrücken kann ich nichts sagen, da ich Sommer wenig fernsehe. Gestern Abend fand ich die Tagesschau allerdings recht ausgwogen.

    Ich hab aber erhebliche Zweifel an der Objektivität der Studie. Und das bei einer „Studie“ zum Thema Objektivität. Die ersten Zweifel kamen mir beim Deckblatt. Da wird auf die Zusammenarbeit mit der Bild hingewiesen. Ein Medium, dass sich offen zur subjektiven Darstellung pro Israel bekennt. Wobei man dem Springer Verlag zu gute halten muss, dass seine Richtlinie jedem Interessierten offen steht, wenn ich auch daran Zweifel, dass der Großteil der Bild-Leser davon weiß. Es drängt sich also der Verdacht auf, dass mit dieser „Studie“ die Position des Springer-Verlags untermauert werden soll.

    Die Zweifel mehrten sich bei der Selbstdarstellung des „Instituts“. Denn man kann nicht ein bisschen wissenschaftlich und gleichzeitig journalistisch sein. Entweder man arbeitet wissenschaftlich oder aber nicht. Und letzteres scheint mir zumindest auf diese „Studie“ zu zu treffen. Hier wird lediglich ein quasi wissenschaftlicher Deckmantel über ein subjektives PR-Papier geworfen. Damit will ich nichts über die tatsächliche oder vermeintliche Objektivität von ARD und ZDF sagen, nur diese „Studie“ halte ich für eine schlechte Grundlage zur Beurteilung.

    So wird beispielsweise lamentiert, dass seit die sozialdemokratische Regierung in Israel abgewählt wurde, die Berichterstattung über die gewalttätigen Konflikte sprunghaft zugenommen habe. So als wenn es ARD und ZDF auf die Regierungsparteien in Israel ankäme. Die „Studie“ verschweigt jedoch, dass nicht nur die Berichterstattung über, sondern schlichtweg die Gewalttaten an sich nach dem Regierungswechsel sprunghaft angestiegen sind und zwar beiderseitig. Die aktuelle Intifada ist nämlich just zu diesem Zeitpunkt losgetreten worden. Von daher ist eine verstärkte Berichterstattung über Gewalttaten wenig verwunderlich. Dies erklärt denke ich auch, warum weniger Berichte über andere Themen aus Israel gesendet werden. Denn das Thema Palästina-Konflikt steht nun einmal in Bezug auf Israel ganz oben auf der Agenda. Auch an zahlreichen anderen Stellen finden sich Ungenauigkeiten oder werden alternative Erklärungen für die Beobachteten Phänomene schlicht ausgeklammert.


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