Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

So wird es gehen Samstag, 12. August 2006

Filed under: Allgemein — peet @ 11:13 Uhr
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Vor einigen Wochen wurde es ungemütlich in Bremen: Nicht weniger als vier antiisraelische Demos mit antisemitischen Parolen fanden statt (Link). Die Politik hat nicht geschwiegen. Es wurde eine Presseerklärung der höchsten Gremien der Landesregierung verbreitet (Link), die auch in der Zeitung „Weser Kurier“ referiert wurde (Link). Über das Gespräch des Bürgermeisters Böhrnsen mit den aufgebrachten Menschen in der Jüdischen Gemeinde Bremen hat gar „Die Welt“ berichtet (Link). Daraufhin druckte der „Weser Kurier“ mehrere Leserbriefe, darunter auch offen antisemitische, nach dem Prinzip, vox populi vox mundi. Auch die ARD weiß bescheiden auf die Wünsche ihrer aktiven Zuschauer zu reagieren, denen die einseitige Berichterstattung der Nachrichtensendungen immer noch nicht einseitig genug ist. Heute bringt derselbe „Weser Kurier“ jedoch einen beeindruckenden Leserbrief, der beweist, dass nicht nur einige Blogger auf der richtigen Linie liegen. Bravo! Mehr davon!

Weit gefehlt!

Nicht in meinen schlimmsten Träumen konnte ich mir vorstellen, dass wieder antijüdische Parolen und Hetze in unserer Stadt möglich sein könnten. Weit gefehlt, leider! Es ist nicht hinzunehmen, dass jüdische Mitbürger bespuckt, körperlich und verbal auf dreckigste Weise attackiert werden. Weshalb greift die Polizei nicht ein, Herr Innensenator? Genauso habe ich das als siebenjähriges Mädchen in der Reichskristallnacht in Bremen-Gröpelingen erlebt, die Polizei stand und guckte. Dieses schreckliche Erlebnis verfolgt mich bis zum heutigen Tag, das sitzt wie eingemauert in meinem Kopf. Ich fordere den Senat, die Bürgerschaft, die Parteien auf, „sofort“ Konsequenzen aus diesem Geschehen zu ziehen und die Leute, die hier ihre antijüdischen Parolen heraus- schreien, dorthin zu schicken, wo sie hergekommen sind. Aber bitte nicht nur Worthülsen in den Zeitungen verbreiten, sondern schnellstens handeln. Eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt verpflichtet doppelt. Ich will meine
Stadt auch weiterhin lieben und achten können.

ERIKA EBEL, BREMEN (Link)

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2 Responses to “So wird es gehen”

  1. Karoline D. Says:

    lieber peet, lies doch bitte mal meinen alphabetischen wochenrueckblick, L wie Lichtblick. dort zitiere ich drei sehr kluge pro-israelische leserbriefe in der niedrrheinischen NRZ, die sowieso eher pro-israel ist. anders als die mutterzeitung, die im ruhrgebiet uebermachtige waz, die vor allem in kommentaren, stimmungmachenden ueberschriften und gruselfotos gerne gegen israel hetzt. mit der nrz leistet sich die waz-gruppe ein redaktionell eigenstaendiges, anspruchsvolleres blatt, immerhin. die artikel beider blaetter sind allerdings unverschluesselt nicht online einsehbar.
    bitte, mach weiter, ich werde langsam suechtig nach deinen klugen postings *smile*. du leistest gigantisches in sachen aufklaerung, das habe ich soeben auch beim spreeblick gepostet. e.t. wird sich jetzt mal in den norwegischen neonazi-sumpf begeben. ich habe einen freund in schweden, vielleicht kann er mir besseres an infos liefern, als bisher gelesen (du weisst schon, Jostein Gaarder, der volksverhetzer). liebe gruesse. e.t.

  2. corebert Says:

    dem lob schließe ich mich mal an, deshalb ist bei rock-n-riot.de auch ein link auf diese tolle seite :)


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