Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Hamburger versus Verleger Samstag, 9. Dezember 2006

Ich wette, der offene Brief von Arno Hamburger (Link) wird von keiner deutschen Zeitung übernommen. Rolf Verleger wird weiter im Rampenlicht stehen und verkünden, Kritik an Israel sei unerwünscht. Alles nach dem bekannten Muster.

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5 Responses to “Hamburger versus Verleger”

  1. Mathias Donien Says:

    „Das Grundübel ist nicht „die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets“, das Grundübel ist die Haltung eines Teils der arabischen Bevölkerung in Israel und Palästina, besonders aber auch der arabischen Nachbarländer Israels.“

    Die Haltung eines Teils der arabischen Bevölkerung ist nicht das Grundübel. Mittlerweile haben sich die meisten Palästinenser mit der Existenz Israels abgefunden. Israel als die stärkere Konfliktpartei hat mehr Optionen und sollte im eigenen Interesse endlich sinnvolle Schritte tun.

    Das Versäumnis der israelischen Führung, den 1967 eroberten Gebieten weitreichende Autonomie einzuräumen, hat zum 1987er Aufruhr und den darauf folgenden Eskalationen geführt. Solange es keine Autonomie in den eroberten und nicht annektierten (=besetzten) Gebieten gibt, solange wird es keinen Frieden geben können. Das ist eben leider so, ob man das nun gut findet oder nicht.

  2. peetgp Says:

    Das Leben bestraft solche Behauptungen immer wieder:
    „Palestinian PM Ismail Haniya has reiterated that his Hamas-led government will not recognise Israel. […] We will not give up our Jihadist movement until the full liberation of Beit al-Muqqadas [Jerusalem] and Palestinian land,“ Mr Haniya said. […] He said efforts to „liberate usurped Palestinian lands“ would never stop… (Link)
    Außerdem war das das Thema hier?

  3. Mathias Donien Says:

    Hamas ist politische Partei und Terrororganisation (vergleichbar mit Sinn Fein und IRA). Was Vertreter dieser Organisation sagen ist nicht identisch mit dem, was normale Leute (=die Mehrheit) für Ansichten haben. Solche Sprache ist wohl eher auf altertümliches Stammesdenken zurückzuführen. Sowjetische Führer haben auch so geredet, und trotzdem insgeheim mit dem „Klassenfeind“ verhandelt und Verträge geschlossen.

    Die meisten Menschen sind Pragmatiker, das gilt auch für Palästinenser. Das Grundübel ist die fehlende Autonomie. Aber wie es aussieht, ist PM Olmert grundsätzlich zu Verhandlungen über eine Übergabe der Souveränität bereit. Das ist erfreulich. Hoffen wir, dass er sich nicht von den Befürwortern ethnischer Säubererungen aufhalten lässt.

    Ich denke schon, dass das das Thema war. Ich habe aus dem offenen Brief von Hamburger zitiert, der meines Erachtens falsche Aussagen machte.

  4. peetgp Says:

    In einem totalitären Staatswesen bestimmen „normale“ Bürger sehr wenig. Die Hamas an der Spitze einer Autonomie ist das Grundübel, genauso wie Arafat und seine Vorgänger früher. Palästinenser hätten auch 1948 keine Probleme mit dem Staat Israel gehabt, wenn dem nicht ihre „Politiker“ im Wege stehen würden. Wenn der Frieden im Nahen Osten erreicht werden kann, dann nicht durch das einseitige und realitätsferne Moralisieren Verlegers und seiner Freunde.
    Das Thema war hier die gezielte mediale Werbung für die Ansichten und das Auftreten Verlegers und das Ignorieren der Kritik ihm gegenüber.

  5. Mathias Donien Says:

    Wenn die Autonomie auf kleine politische Einheiten übertragen wird, ist Totalitarismus kein Problem mehr. Wer versucht, totalitär zu sein, dem laufen die Leute weg. Und man kann ja wohl kaum einen Landkreis oder Stadtbezirk absperren, so wie man das mit einem ganzen Land machen kann.

    Ich teile die Ansichten Verlegers, aber ich stimme zu, dass die Sprache der Petition sicherlich kontraproduktiv und einseitig ist. Ist aber nur eine Sache der Formulierung.


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