Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Eine Brücke in Jerusalem als Politikum Sonntag, 11. Februar 2007

Filed under: Allgemein — peet @ 15:44 Uhr
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Auch wenn ich davon ausgehe, dass die meisten Leser mündig sind und sich in dieser Sache selbständig informiert haben, fasse ich doch lieber kurz zusammen, was dazu gehört.

Eine Touristenattraktion an der Tempelmauer in Jerusalem ist reparaturbedürftig geworden. Entsprechende Ministerien und Behörden haben die Umbaumaßnahmen geplant und untereinander abgesprochen. Die Arbeit wurde aufgenommen. Nun ist der Verteidigungsminister Peretz beleidigt, er wurde zu wenig informiert, meint er. Anstatt die Information, die er braucht, direkt anzufragen, schreibt er einen Offenen Brief. Die Presse ist glücklich, schließlich ist das ein Beweis dafür, dass der Verteidigungsminister mit dem Premier-Minister des Landes gar nicht kommuniziert. Noch mehr haben sich militante Muslimbrüder gefreut und schnell daraus ihre eigene Suppe gekocht. Die Brücke, die hinter der Mauer repariert wird, wurde kurzer Hand zu einer heiligen muslimischen Stätte umdefiniert, die Hetze ging los. An sich nichts Neues, nur berichten darüber so viele Medien und dies so einstimmig falsch, dass es schon wieder übel wird.

In Bremen war besonders eine Unterschrift zum Foto in der Zeitung „Weser Kurier“ am 9.2.2007 interessant. Auf dem Foto der dpa sieht man einen Passanten, der an den Bauarbeiten vorbei geht. Die Zeitung empört sich:

Ungeliebte Bagger: Araber protestieren gegen Bauarbeiten nahe Klagemauer und Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Der orthodoxe Jude, der die Bauzäune passiert, scheint davon unbeeindruckt zu sein.

Ich stelle fest: Die Bauarbeiten laufen nahe der Klagemauer, aber nicht in der Nähe der Moschee. Der orthodoxe Jude kann  die Proteste nicht sehen – sie laufen nämlich ganz woanders, denn die Polizei arbeitet und lässt die Randalierer nicht in die Nähe der Bauarbeiten. Die Zeitung wirft also dem orthodoxen Juden vor, dass er der dpa über den Weg lief. Hat die Zeitung so wenig Phantasie? Zum selben Foto würde auch so eine Unterschrift passen: „Der orthodoxe Jude wendet sich von dem Anblick der Bauarbeiten ab aus Solidarität mit den Protesten seitens der UNESCO und Moslembrüder“. Oder: „Der orthodoxe Jude bereitet sich auf die Belagerung der Moschee vor“. Oder: „Ein als orthodoxer Jude verkleideter deutscher Friedenskämpfer besichtigt heimlich Bauarbeiten“. Weitere Varianten kann jeder nach diesem Rezept erfinden. Sie werden alle passen oder auch nicht – je nach der Einstellung.

Genauso wie neulich nach dem Selbstmordattentat in Eliat haben deutsche Zeitungen brav das Foto und den Namen des Mörders auf die erste Seite platziert und ihn zu den Opfern gezählt. Die Namen der israelischen Opfer wurden verschwiegen.

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One Response to “Eine Brücke in Jerusalem als Politikum”

  1. heplev Says:

    Stoff für’s Hirn

    Auf dem Blog Sendungsbewusstsein gibt es einen herrlichen Kommentar zum Umgang der Medien mit der Propaganda-Hetze der Palästinenser zu den Arbeiten vor dem Tempelberg. Man sieht, wie sie das, was die Lügner aus Nahost verbreiten, noch einmal „verbessern“.


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