Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Bischöfe-Touristen vor der Süddeutschen Donnerstag, 8. März 2007

Filed under: Allgemein — peet @ 14:21 Uhr
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Kein Tag ohne zwei oder mehr Beiträge über Juden oder Israel. So sieht ihre Mission die Süddeutsche Zeitung. Die letzten Publikationen sind besonders erfolgreich und werden uns eine Weile beschäftigen.

Zuerst hat Matthias Drobinski die Touristen begleitet – eine Gruppe von Bischöfe war froh, nicht alleine reisen zu müssen, und er war glücklich, eine der skandalträchtigsten Geschichten letzter Monate in die Welt setzen zu dürfen. So sind fast alle zufrieden. Nach seinem ersten Artikel (Link) konnte man schon ahnen, wie es weiter geht, und wir sind nicht enttäuscht worden: Im zweiten (Link) und im dritten (Link) Artikel haben alle ihr Fett abbekommen – Bischöfe, Israel, Zentralrat der Juden. Die Vorlage war da. Die Provokation wirkte sehr schnell. Der israelische Botschafter sowie der Zentralrat der Juden, mehrere andere politische Akteure haben reagiert, was wiederum die nächste Vorlage für die schon eindeutig antisemitischen Wortmeldungen lieferte, mit Moralkeule-Vorwürfen usw. Besonders effektvoll ist der Kommentar einer katholischen Netzseite (Link). Noch antisemitischer geht es kaum. Woraufhin einige kluge Leute die Hintergründe der Geschichte angesprochen haben. Darunter empfehlenswert sind der Beitrag von Ulrich W. Sahn bei n-tv (Link) sowie ein Meinungsartikel von Alan Posener in der „Welt“ (Link). Zum Beispiel, Posener schreibt:

Wo also bleibt der Aufschrei unter Deutschlands Katholiken? Wo bleiben die klaren Worte der Evangelischen Kirche? Wie lange muss man auf die Distanzierung der Parteien warten, die sich christlich nennen? Und wie soll man das schallende Schweigen der anderen Parteien deuten? Wann endlich stellt die Regierung mit aller Deutlichkeit fest, dass diese Bischöfe mit ihrem boshaften Vergleich dem Ansehen Deutschlands in der Welt Schaden zugefügt haben? 

Für meine Begriffe wurde dabei noch nicht der gesamte Potenzial erschöpft. Mal schauen. Drobinski selbst lehnt sich ganz zufrieden zurück und belehrt alle Akteure von hoher Kanzel (Link) aus, mit Hilfe von immer denselben allzubekannten „guten Juden“.

Die Süddeutsche legte inzwischen nach, mit einer Buchkritik, besser gesagt, Werbung für einen der antizionistischen Autoren aus Israel. Heiko Flottau stellt das Buch von Ilan Pappe vor (Link). Wie immer einseitig, wie immer ohne Erwähnung der Kritik, Widerlegungen und der eigentlichen Geschichtedarstellung. Israel mit seinen „Geburtsmakeln“ wird verurteilt, die Süddeutsche weiß alles besser. Ein giftiger Kommentar dazu ist bei „Spirit of Entebbe“ (Link) nachzulesen.

Es sieht langsam nach einer Verschärfung der Lage aus oder?

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One Response to “Bischöfe-Touristen vor der Süddeutschen”

  1. Zoe Delay Says:

    Kreuz.net ist ja nicht zum ersten Mal schlecht aufgefallen. Antisemitisch, homophob. gräslich. Einfach nicht lesen


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