Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

„Die Zeit“ passt auf die Antisemiten auf Montag, 5. Januar 2009

Kommentarzonen der großen Internetportale sind eine Plage für Moderatoren. „Die Zeit“ weiß das bestimmt auch. Zu dem kleinen Artikel über die bekanntlich standhafte Äußerung der Bundeskanzlerin Merkel zu den Kriegshandlungen im Nahen Osten vom 29.12.2008 haben sich bis dato 97 Kommentare gesammelt (Link). Für „Die Zeit“ ist das ziemlich viel.

Ich habe sie leichter Hand ausgezählt. Gegen Israel sind darin etwa 53 Aussagen, pro Israel etwa 19. Viele „Israelkritiker“ beziehen sich auf die Tagesschau- und heute-journal-Berichte (Link) oder Udo Steinbach-Interviews (Link). Gelöscht wurde 1 Kommentar, der Rest besteht aus der Polemik in der Art „selber das und jenes…“ Auffallend ist die behutsame Einmischung der Moderation – mittendrin in vielen Texten sind Auslassungen sichtbar, begleitet von den Erziehungssprüchen wie

bitte vermeiden Sie Aussagen, die als antisemitisch aufgefasst werden können/ Redaktion; svb

Das ist ja wunderbar. Schade nur, dass das nicht geholfen hat. Schade nämlich, dass der eigentliche antisemitische Aufruf des anerkannten Cains, eine Volkshetze der übelsten Art,  gegen Israel und gegen die klaren Worte Merkels Stimmen zu sammeln, in keinster Form korrigiert oder gar zensiert wird:

cain bei der Zeit am 4.1.2009

Dagegen können Moderatoren ja nichts unternehmen. Warum? Weil sie das nicht verstehen. „Die Zeit“ kann man zu dem hohen Bildungsniveau der Moderatoren gratulieren. Die widerliche Aktion läuft seit mehreren Tagen auf Hochtouren. In vielen Blogs wurde darauf aufmerksam gemacht, am deutlichsten war Claudio Casula (Link), Henryk Broder hat daraus eine Zitatensammlung angefertigt (Link). Die weisen Aktivisten freuen sich nur umsomehr der gewollten Publicity und wälzen sich gerne im eigenen Dreck. „Die Zeit“ ist also auch dabei. Schön-schön. So wird an der vox populi gekocht…

Nebenbei als parallele Geschichte: Libyens Väterchens geliebter Sohn hat Tschechien mit dem Bruch der diplomatischen Beziehungen gedroht (Link). Er

forderte Tschechien auf, sich für die Bezeichnung der israelischen Bodenoperation als „defensive“ Aktion zu entschuldigen.

Der kleine große Führer droht Tschechien, der Cain droht der deutschen Bundeskanzlerin. Einige machen mit – sie alle wissen, was sie tun.

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