Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen Freitag, 7. August 2009

Wir erleben eine vollkommene Entwertung der Menschenrechte. Das Thema wird von den Terrorverstehern besetzt. Man kann sich kaum mehr zu der menschenrechtlichen Prolematik äußern, weil der Begriff umgepolt ist. Im Lager der Israelkritiker herrscht jetzt bestimmt eine große Freude: Henning Mankell hat Israel delegitimiert. In offener und absoluter Deutlichkeit spricht er dem Staat Israel das Recht auf Existenz ab. Ein widerlicher Text.
Die zweifelhafte Ehre der deutschen Publikation gehört den Menschenrechtlern in Berlin (Link). Schande über euch!

Dank an Daniel Leon Schikora, der in seinem Blogbeitrag auf diese Selbstentlarvung eines Krimiauthors aufmerksam gemacht hat (Link).

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9 Responses to “Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen”

  1. […] (via/via) Tags: Antisemitismus, Existenzrecht, Gesellschaft für bedrohte Völker, GfbV, GfbV Berlin, Henning Mankell National […]

  2. Tobi Says:

    Danke für den Hinweis.

    Vor gut zwei Jahren habe ich noch mit Freunden und der Gesellschaft für bedrohte Völker eine Demo zu Darfur organisiert. Und damals hatte ich schon wegen der GfbV Bauchschmerzen.

    Jetzt weiß ich, warum. In Zukunft werde ich einen riesen Bogen um diese Organisation machen, die selbst so fanatischen Israelhassern (ja, wer Israel das Existenzrecht abspricht ist ein Israelhasser) eine Plattform bietet.

    Grüße,
    Tobi

  3. Ich hatte vor einiger Zeit einen offenen Brief Henning Mankells in diesem Blog veröffentlicht. Leider habe ich in der Schnelle nicht kritisch genug gegengelesen. Ich habe an dieser Stelle einen Fehler gemacht und Mankells Ausführungen zu Israel nicht näher bedacht in ihrer Tragweite. Ein nahezu unverzeilicher Fehler. Dank geht an Sie: Ihre vollkommen berechtigte Kritik hat mich dazu bewogen, den Post zu löschen. An dieser Stelle sei nur klar: die GfbV teilt Mankells Ansichten zu Israel NICHT. Ich habe mir erlaubt, die Rückmeldungen zu diesem Post zusammenzufassen und seinem deutschen Verleger zu schicken. Ich habe den Fehler gemacht, ein Pamphlet zu veröffentlichen, ohne es als solches kritisch zu hinterfragen.

    Denn nicht nur die Palästinenser sind nach der Staatsgründung Israels 1948 Flüchtlinge geworden. Israel selbst wurde von Flüchtlingen, Überlebenden des Holocausts gegründet. Die geflüchteten jüdischen Minderheiten der arabischen Welt wurden dort aufgenommen. Israel bleibt verletzbar, umgeben von 20 autoritär regierten und meist hochgerüsteten arabischen Staaten mit rund 300 Millionen Einwohnern. Im arabischen Raum wurden Minderheiten wie die assyro-chaldäischen Christen, Yeziden und Kurden im Nordirak, Schwarzafrikaner im Südsudan, den Nuba-Bergen und Darfur Opfer von Genozid. Andere ethnische und religiöse Minoritäten müssen sich gegen Diskriminierung, Unterdrückung oder Verfolgung wehren.

    Frieden im „Heiligen Land“, in Israel und Palästina, der Rückzug der israelischen Armee aus allen seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten, die gegenseitige Anerkennung sind nur durch eine entschiedene offensive Friedenspolitik des Westens, der USA und Europas möglich. Deshalb sind militärische Sicherheitsgarantien der NATO, der USA und der UN unverzichtbar. Dazu gehört aber auch die Entmilitarisierung eines zukünftigen Staates Palästina. es muss genügen, dass 20 arabische fast ausnahmslos autoritär regierte Staaten über Militär verfügen. Deutschland ist besonders verpflichtet, die Zerstörung Israels zu verhindern. Jede deutsche Regierung muss sich für die Aufnahme Israels in die Europäische Union einsetzen, sofern eine israelische Regierung dieses eines Tages wünscht. Ein Rückzug aus den seit 1967 besetzten Gebieten könnte tatsächlich einen Frieden ermöglichen – VORAUSGESETZT, die Palästinenenser akzeptieren die Existenz Israels – da Sie dankenswerter Weise Hendryk Broder zitieren, möchte ich an dieser Stelle nur auf seine Ausführungen zur Räumung des Gaza-Streifens 2005 erwähnen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,369947,00.html.

    Aber ich habe leider jemanden die Plattform gegeben, der über diese berechtigte Kritik hinausschiesst und hetzt. Da habe ich Lehrgeld zahlen müssen. Ich kann nur hoffen, dass von Mankell aus meine und Ihre Rückmeldung gewürdigt wird und auch er seine Ausführungen selbstkritisch hinterfragt. Ich bin Ihnen jedenfalls dankbar, dass Sie so gut und klar die Probleme dargestellt haben, dass ich bei dem, was ich von fremden Federn veröffentliche, in Zukunft kritischer hinterfrage. Wenn eine Rückmeldung von Mankell kommen sollte, lasse ich Sie es gerne wissen.

    Mit freundlichen Grüßen, Joachim Fulda

  4. heplev Says:

    Der Link führt nur noch zu einer Fehlermeldung („Datei nicht gefunden“).

  5. gfbvberlin Says:

    Wenn Henning Mankell einen offenen Brief über seine Erfahrungen bei einem palästinensischen Literaturfestival schreibt, ist das sein persönlicher Eindruck. Er hat nichts mit der Position der GfbV zu Israel und Palästina zu tun. Dass der Brief auf dem GfbV-Berlin Blog landete, ist ein schwerer Fehler eines ehrenamtlichen Mitarbeiters, der sich dafür entschuldigt hat. Dies hat nichts mit der Arbeit der GfbV insgesamt zu tun. Die Stellung der GfbV zu Israel-Palästina wurde zum Beispiel im Dezember 2008 in einer Presseerklärung formuliert. Hier zitiere ich den Schluss des Textes, der volle Text sowie etliche weitere Texte zum Thema sind auf der Internetseite http://www.gfbv.de zu finden:
    „Doch die Spirale der Gewalt muss endlich durchbrochen werden. Nicht nur die Palästinenser sind nach der Staatsgründung Israels 1948 Flüchtlinge geworden. Israel selbst wurde von Flüchtlingen, Überlebenden des Holocausts gegründet. Die geflüchteten jüdischen Minderheiten der arabischen Welt wurden dort aufgenommen.

    Israel bleibt verletzbar, umgeben von 20 autoritär regierten und meist hochgerüsteten arabischen Staaten mit rund 300 Millionen Einwohnern. Im arabischen Raum wurden Minderheiten wie die assyro-chaldäischen Christen, Yeziden und Kurden im Nordirak, Schwarzafrikaner im Südsudan,
    den Nuba-Bergen und Darfur Opfer von Genozid. Andere ethnische und religiöse Minoritäten müssen sich gegen Diskriminierung, Unterdrückung oder Verfolgung wehren.

    Frieden im „Heiligen Land“, in Israel und Palästina, der Rückzug der israelischen Truppen (aus den seit 1967 besetzten Gebieten), die gegenseitige Anerkennung sind nur durch eine entschiedene offensive Friedenspolitik des Westens, der USA und Europas möglich. Deshalb sind militärische Sicherheitsgarantien der NATO, der USA und der UN unverzichtbar. Dazu gehört aber auch die Entmilitarisierung eines zukünftigen Staates Palästina. Deutschland ist besonders verpflichtet, die Zerstörung Israels zu verhindern. Jede deutsche Regierung muss sich für die Aufnahme Israels in die Europäische Union einsetzen, sofern eine israelische Regierung dieses eines Tages wünscht.“
    Sarah Reinke

  6. peet Says:

    @ heplev
    Der Text des gelöschten Artikels ist im Google cache noch eine Weile zu finden(Link)
    Ich persönlich biete solchen Texten keinen Unterschlupf an.
    @ Joachim Fulda
    Sie haben, soweit ich das verstehen durfte, jedem Blogger, der sich mit Ihrem Posting beschäftigt hat, denselben Dank für die Kritik geschrieben, auch wenn alle Kritiken unterschiedlich sind. Hmm. Sie würden sagen, schon wieder unzufrieden. Ja, ich bin noch mehr mit der Löschung unzufrieden. Der Text im Web geht nicht verloren, glauben Sie mir. Wer sich dafür interessiert, wird das finden. Besser wäre es, Ihre Entschuldigung als Begleittext im Update zu posten, das wäre vernünftiger und netzgerechter.
    @ Sarah Reinke
    Ich glaube Ihnen, wenn Ihre Kollegen Neudeck, Watzal und Avnery das unterschreiben, was Sie hier geschrieben haben. Einen „ehrenamtlichen Mitarbeiter“ dafür zu rügen, was er getan hat, ist in meinen Augen schlechter Stil. Sie arbeiten als Referentin im Bereich Osteuropa und Nahost bei den Menschenrechtlern seit 2000, Sie kennen sich aus. Und Sie vermeiden es, diesen dreckigen Mankell-Text in seinem Kontext einzuordnen. Das ist mir zu sauber. Warum verstecken Sie sich hinter einer Presseerklärung? Warum diese institutionelle Sprache? Warum gleich dieses Distanzierungsspiel? Warum dachte Ihr ehrenamtlicher Mitarbeiter zuerst, den Mankell bei Ihnen richtig platziert zu haben? Warum durfte er so denken? Ist er denn so allein damit? Sie sind hier in einem privaten Blog, sagen Sie doch Ihre Meinung.

  7. […] Israel, Literatur Völkerspezialisten haben den Artikel gelöscht (siehe Kommentare zum Posting Henning Mankell im Lager der Israelhasser angekommen). Der Mankell wurde aber schon viel früher verdeutscht. Zuerst bei tlaxcala, schom am 2.6.2009, in […]

  8. Joachim Fulda Says:

    @peet:

    Ich nehme die Kritik gerne auf, ich habe letztlich den Beitrag geschrieben und mir in der Hetze des Alltags nicht die Zeit genommen, den Mankell-Text kritisch gegenzulesen, bevor ich ihn veröffentlichte. Deswegen ist die Kritik Sarah Reinkes berechtigt. Hätte ich den Text gründlichter gegengelesen, hätte ich ihn auch nicht veröffentlicht, zumindest nicht im lobenden Ton, sondern kritisch und differenziert. Ich stehe deswegen nicht inhaltlich zu Mankell, habe ihn auch schon an anderer Stelle im Blog kritisch erwähnt (als ich seine Afrika-Bücher besprach, wo eines der Bücher nicht so gut wegkam). Das heißt also, ich habe methodisch schlecht gearbeitet und möchte mich an dieser Stelle klar inhaltlich distanzieren von dem, was Mankell geschrieben hat, es war also ein handwerklicher Fehler, bei dem ich Lehrgeld zahlen musste. Die Kritik ist berechtigt, mir wird so ein Fehler auch nicht mehr passieren. Wenn Sie das so akzeptieren könnten, wäre ich Ihnen verbunden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Joachim Fulda

  9. peet Says:

    Man liest so eine Stellungnahme nicht alle Tage, deswegen: Absolution erteilt! Joachim, Sie können heute ruhig schlafen! :-)
    Morgen können Sie vielleicht die Bedrohung für Israel neu analysieren, das wäre ausnahmsweise auch mal methodisch nicht schlecht oder?


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