Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Beispielhafte Diskussion über rassistische Islamophobie Freitag, 16. Juli 2010

Filed under: Blogging,Deutschland,Islam — peet @ 14:16 Uhr
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Der Erlanger Ausländer- und Integrationsbeirat hat wie die meisten seiner Art die islamische Mission als Hauptaufgabe. Im März 2010 wurde von ihm eine Fachtagung über den „antiislamischen Rassismus“ veranstaltet. Im Uniforum Erlangen hat eine eifrige muslimische Studentin, die sowohl im Beirat als auch bei den Ostermärschen aktiv ist, dafür Werbung gemacht. Prompt kam Kritik, darunter auch fundierte. Über falsche Begriffe, falsche Akzente, eine falsche Auswahl der Hauptakteure (Benz, Schiffer etc.) – mit Argumenten und Verweisen (Link). Ayse Cindilkaya hat darauf ironisch geantwortet und versprochen, alle Argumente sofort zu zerschlagen und war … verschwunden. Ohne allerdings zu vergessen, in der „Islamischen Zeitung“ ihre Sicht auf die Tagung mit großer Zufriedenheit und ohne Widerrede darzustellen, zum Beispiel (Link):

Bei der Konzepterstellung für die Tagung waren für mich das Aufmerksam machen auf Antisemitismus und jüdisch-muslimische Annäherungsprojekte Herzensangelegenheiten. Ein Grundstein für Annäherung ist die 1999 von Dr. Nadeem Elyas und Ignatz Bubis veranstaltete historische Tagung „Juden und Muslime in Deutschland – gemeinsam fremd?“ Es ist auffällig, dass Juden und Muslime vermehrt den Kontakt suchen, wobei eines der Ziele ist, die jeweiligen Rassismen zu dekonstruieren und in den eigenen Communities zu erörtern. Übrigens, zur Ideologie der Islamfeinde gehört es, uns gezielt durch Negativbilder zu entzweien. Dabei gibt es so viel zu entdecken. Allein unser religiöser Hintergrund ist ein Themenschatz. Wir sind Minderheiten, die ähnliche Ausgrenzungserfahrungen machten oder machen.

Kurz darauf, beim Ostermarsch 2010 hat sie eine flammende Rede gehalten, über Öl und Ideologien, gegen den Krieg in Afghanistan (Link):

Es gibt seit Jahrzehnten keine Sache bei der sich weltweit die so
unterschiedlichen, über 1,3 Milliarden Muslime sicherer oder einiger waren,
als bei der Ablehnung von Terror, Extremismus und Selbstmordattentaten in
Ihrem Namen und dem Islam! Es gibt weltweit unzählige Erklärungen und
theologische Gutachten, jüngst das Umfassendste von Muhammad Tahir ul Qadri.
Bitte merken Sie sich diesen Namen! Denn wir sollen ihn bald wieder
vergessen! Er passt nicht ins Kriegs-Konzept!

Unsere Regierung will nicht, dass die deutsche nichtmuslimische Bevölkerung
hört, dass Muslime doppelt gegeißelt werden vom Terror und ihn verachten! Sie
will nicht, dass man erfährt, dass bis vor ein paar Jahren in islamisch
geprägten Ländern Selbstmordattentate undenkbar waren!

Und diese schrecklichen Phänomene fassen erst Fuß, seitdem unsere Staaten
hier Krieg führen und durch Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, dem
Terrorismus erst den Nährboden bereiten! Die allermeisten Ermordeten des so-
geschimpften islamischen Terrorismus sind doch dazu auch noch Muslime! Wer
denkt denn in der Welt einmal an die Muslime?

So läuft die Diskussion weiter: Hier Islamophobie, da Islamkritik. Und die Mission so ziemlich überall. Wie auch Verharmlosung: Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamkritik sind auf einmal alles Rassismen. Alle machen „ähnliche Ausgrenzungserfahrungen“.

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2 Responses to “Beispielhafte Diskussion über rassistische Islamophobie”

  1. Bertholt Dachs Says:

    … – ein recht zweideutiger Beitrag, – nicht kritisch genug mit zu wenig Hintergrund.
    Allerdings ist es möglich, Ausländerfeindlichkeit mit Islamkritik zu verbinden, – spielt aber heute eine Nebenrolle oder ist im Alltag bzw. entspr. Foren meist Folge politischer Ohnmacht oder ebenso oberflächlicher Links-Rechts-Geschichtsbilder, wie sie die Dumm-Islamschützer-Linken hochhalten.
    [Der Rest gestrichen]

  2. Frank Says:

    Hallo,

    das ist in Erlangen leider ein Trauerspiel. Es sind stets dieselben AkteurInnen, neben Frau Cindilkaya auch die allseits bekannte Frau Dr. Sabine Schiffer und der Arbeitskreis „Aktiv für den Frieden“. Dieser AK hat zum Antikriegstag neulich (wie ich hörte) sage und schreibe 5 (in Worten „fünf“) Demonstranten aktivieren können.Gerne lasse ich mich eines besseren belehren. Wessen Geistes Kind dort herrscht, kann man am Umgang mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit ablesen:

    „Für uns, im Arbeitskreis „Aktiv für den Frieden “ innerhalb des Erlanger Bündnis für den Frieden tätige, kommt der Leserbrief von Herrn Stadtrat Heinze in den Erlanger Nachrichten vom 13.07.2010 einer Austrittserklärung aus der Erlanger Friedensbewegung gleich.
    Wir nehmen seinen Austritt an.“

    Veranstaltungshinweis Oktober:
    http://blog-der-wendungen.blogspot.com/2010/08/liebe-genossinnen-und-genossen-anbei.html


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