Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Schwierigkeiten mit der Islamophobie Mittwoch, 18. Juli 2012

In der neuesten Studie über die Islamophobie kommt Felix Strüning von der Stresemann-Stiftung zu der Schlussfolgerung (Link):

Das Wort »Islamophobie« kann daher nur als gezielter Kampfbegriff aufgefasst werden.

Er kritisiert Benz, Schiffer & C°, argumentiert leider nur kurz und eher polemisch. Dabei kommt es zu deutlichen logischen Fehlern wie z.B.:

Die Wahl von Schulen ohne kopftuchtragende Lehrerinnen und Muslim-freie Wohnviertel kann zugleich nur sehr bedingt als Ausgrenzung interpretiert werden.

Außerdem würde ich Resultate der Umfragen nicht als ultima ratio verwenden und noch dazu verschönern, indem man Werte um etwa 20% als gering bezeichnet. Die Sauberkeit der Methode wäre angebracht, um gegen Schiffer u.ä. zu gewinnen.

 

Eine wegweisende Übereinstimmung Sonntag, 15. Juli 2012

Nikita Chruschtschow am 20. Februar 1963 (JTA):

There has never been any anti-Semitism in the Soviet Union.

Aly Kizilkaya am 8. Juli 2012 („Die Welt„):

Es gibt im Islam keinen Antisemitismus, denn Antisemitismus ist eine Form von Rassismus. Die Verbände stehen alle auf dem Boden des Grundgesetzes.

Beispiele ähnlicher Art sind willkommen…

 

Aiman Mazyek über Kurt Westergaard Donnerstag, 9. September 2010

Der Däne habe alle Muslime mit Füßen getreten, sagte Generalsekretär Aiman Mazyek im Deutschlandradio Kultur.

 

Özoguz als Niemöller der Muslime Sonntag, 1. August 2010

Man kennt inzwischen Yavuz Özoguz gut genug, um zu wissen: Der Betreiber der Seite Muslimmarkt.de ist ein geschickter Propagandist der islamistischen Strömung, mit direkten Verbindungen zu iranischen Regierungskreisen. Daraus folgt für deutsche Muslime das Gebot einer klaren Distanzierung von Özöguz und seiner Tätigkeit. Insbesondere für die Muslime, die mit pauschalen Anfeindungen zu kämpfen haben und nicht mit Islamisten verwechselt werden wollen. So weit so klar.
Und doch erlebt man hin und wieder wundervolle Blüten wie folgt (Link). Es geht um das Verbot der deutschen IHH, der angeblichen Hilfsorganisation, die für die Hamas Spenden sammelte. Es ist bekannt, dass die IHH in Deutschland nur eine von mehreren ähnlichen Organisationen ist. Es hat sie diesmal getroffen, weil sie mit ihrer Abkürzung dem türkischen Original verblüffend nahe kommt. Dass die türkische IHH seit Jahrzehnten den Terror weltweit unterstützt, ist auch hinlänglich bekannt, stört aber die Kämpfer gegen Israel nicht.
Wie auch immer, schreibt der Islam-Blogger, der sich explizit so nennt und ansonsten eifrig gegen jegliche Pauschalisierung auftritt, wenn es die Mehrheit der friedensliebenden Muslime trifft, über die Rolle von Özoguz in der Debatte um das Verbot der deutschen IHH (Link):

[…] hier zeigt ein einzelner Mann, wie man es richtig macht. Ich bin zwar kein Freund von Herrn Özoguz, aber er hat meinen hochachtungsvollen Respekt!

Eine einzige Kommentatorin meldet sich zu Wort und bestätigt den Islam-Blogger (Link):

[…] es ist beschämend, dass die anderen muslimischen Organisationen sich wegducken. Ob sie Niemöller kennen?
Özoguz – ich teile nicht immer seine Meinung, schätze ihn aber für seinen aufrechten Gang. Gerade in dieser Angelegenheit beweist er mal wieder, was es bedeutet, wenn ein Muslim wirklich nur Allah fürchtet und nicht die Menschen.

Noch einmal langsam: Özöguz wird hier direkt mit Niemöller verglichen. Führen wir den Gedanken zu Ende: Niemöller hat gegen die Nazis eine einsame Position bezogen. Özöguz kämpft gegen das deutsche Grundgesetz. Alles klar? Noch mehr Demokratie für Islamisten?
Die soeben zitierte Kommentatorin alien59 ist inzwischen unter demselben Nicknamen als eine aktive judenfeindliche Propagandistin in der Freitag-Community bekannt und sorgt für Klicks und aufgeregte Schmierereien bei dem Vorzeigeprojekt des Jakob Augstein. Kennt er Niemöller?

 

Beispielhafte Diskussion über rassistische Islamophobie Freitag, 16. Juli 2010

Filed under: Blogging,Deutschland,Islam — peet @ 14:16 Uhr
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Der Erlanger Ausländer- und Integrationsbeirat hat wie die meisten seiner Art die islamische Mission als Hauptaufgabe. Im März 2010 wurde von ihm eine Fachtagung über den „antiislamischen Rassismus“ veranstaltet. Im Uniforum Erlangen hat eine eifrige muslimische Studentin, die sowohl im Beirat als auch bei den Ostermärschen aktiv ist, dafür Werbung gemacht. Prompt kam Kritik, darunter auch fundierte. Über falsche Begriffe, falsche Akzente, eine falsche Auswahl der Hauptakteure (Benz, Schiffer etc.) – mit Argumenten und Verweisen (Link). Ayse Cindilkaya hat darauf ironisch geantwortet und versprochen, alle Argumente sofort zu zerschlagen und war … verschwunden. Ohne allerdings zu vergessen, in der „Islamischen Zeitung“ ihre Sicht auf die Tagung mit großer Zufriedenheit und ohne Widerrede darzustellen, zum Beispiel (Link):

Bei der Konzepterstellung für die Tagung waren für mich das Aufmerksam machen auf Antisemitismus und jüdisch-muslimische Annäherungsprojekte Herzensangelegenheiten. Ein Grundstein für Annäherung ist die 1999 von Dr. Nadeem Elyas und Ignatz Bubis veranstaltete historische Tagung „Juden und Muslime in Deutschland – gemeinsam fremd?“ Es ist auffällig, dass Juden und Muslime vermehrt den Kontakt suchen, wobei eines der Ziele ist, die jeweiligen Rassismen zu dekonstruieren und in den eigenen Communities zu erörtern. Übrigens, zur Ideologie der Islamfeinde gehört es, uns gezielt durch Negativbilder zu entzweien. Dabei gibt es so viel zu entdecken. Allein unser religiöser Hintergrund ist ein Themenschatz. Wir sind Minderheiten, die ähnliche Ausgrenzungserfahrungen machten oder machen.

Kurz darauf, beim Ostermarsch 2010 hat sie eine flammende Rede gehalten, über Öl und Ideologien, gegen den Krieg in Afghanistan (Link):

Es gibt seit Jahrzehnten keine Sache bei der sich weltweit die so
unterschiedlichen, über 1,3 Milliarden Muslime sicherer oder einiger waren,
als bei der Ablehnung von Terror, Extremismus und Selbstmordattentaten in
Ihrem Namen und dem Islam! Es gibt weltweit unzählige Erklärungen und
theologische Gutachten, jüngst das Umfassendste von Muhammad Tahir ul Qadri.
Bitte merken Sie sich diesen Namen! Denn wir sollen ihn bald wieder
vergessen! Er passt nicht ins Kriegs-Konzept!

Unsere Regierung will nicht, dass die deutsche nichtmuslimische Bevölkerung
hört, dass Muslime doppelt gegeißelt werden vom Terror und ihn verachten! Sie
will nicht, dass man erfährt, dass bis vor ein paar Jahren in islamisch
geprägten Ländern Selbstmordattentate undenkbar waren!

Und diese schrecklichen Phänomene fassen erst Fuß, seitdem unsere Staaten
hier Krieg führen und durch Menschenrechtsverletzungen, wie Folter, dem
Terrorismus erst den Nährboden bereiten! Die allermeisten Ermordeten des so-
geschimpften islamischen Terrorismus sind doch dazu auch noch Muslime! Wer
denkt denn in der Welt einmal an die Muslime?

So läuft die Diskussion weiter: Hier Islamophobie, da Islamkritik. Und die Mission so ziemlich überall. Wie auch Verharmlosung: Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamkritik sind auf einmal alles Rassismen. Alle machen „ähnliche Ausgrenzungserfahrungen“.

 

Mark Steyn: Gedanken beim Anblick eines jüdischen Friedhofs Sonntag, 20. Juni 2010

„The lesson of a jewish cemetery“ – ein hervorragender Artikel von Mark Steyn, sehr lesenswert.
Zum Vergleich: Seit der Publizierung am 17.6.2010 sind mehr als 4500 Verlinkungen in English sichtbar, nur 1 (eins!) in Deutsch – bei der Achse des Guten.

 

Auch die FAZ sieht das ein Sonntag, 13. Juni 2010

Am 10.6.2010 hat die FAZ einen ruhigen und sachlichen Artikel von Joseph Croitoru publiziert. Darin sind die notwendigen Infos über die islamistische antisemitische Organisation IHH, über deren Unterstützer in der türkischen Regierung und deren Verbindungen zur Hamas aufgesammelt. Endlich ist ein Fachmann zum Schachzug gekommen. Irgendeine Reaktion der türkischen Community in Deuschland? Auu?

 

An was erinnert die Wortwahl der islamischen Organisationen in Deutschland? Freitag, 31. Juli 2009

Filed under: Bremen,Deutschland,Islam,Politik,TAZ — peet @ 11:48 Uhr
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Heute bekam ich auf dem Umweg eine Petition der islamischen Organisationen (die Schura offensichtlich im Vordergrund) in Bremen und Niedersachsen. Ein merkwürdiger Text: Einerseits viel Ähnlichkeit zu den kampflustigen Produkten der kommunistischen Ideologie, andererseits enormes Selbstbemitleiden. Einerseits sehr aggressiv im Ton der Forderungen, andererseits völlig verzweifelt und unfähig in der Argumentation. Insbesondere unheimlich ist eine absolute Einseitigkeit und Unfähigkeit zur Selbskritik. Am Randes sei noch vermerkt, dass Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, als einziger Fürsprecher zweimal zitiert wird. Und nun einige Fragmente aus dem Aufruf:

Mit großer Besorgnis beobachten wir einen immer stärker werdenden antiislamischen Rassismus in
unserer Gesellschaft, in der die ganze Palette antiislamischer Ressentiments zum Ausdruck kommen! […] Die Bundeskanzlerin und der Außenminister haben sich erst zehn Tage nach dem Mord an Marwa El-Sherbini dazu geäußert. Die Bremische Politik/Regierung hat, unserer Kenntnis nach, bisher überhaupt nicht auf dieses schreckliche Ereignis reagiert, oder den Kontakt zu den islamischen Organisationen gesucht. […]
Marwa El-Sherbini ist das bisher tragischste Opfer rassistischer Agitationen gegen den Islam und die Muslime und insbesondere gegen muslimische Frauen und Mädchen, die tagtäglich Demütigungen, Beschimpfungen, Denunziationen und Diskriminierungen in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. […] Der mit allen Mitteln geführte Kampf von Politkern für ein Verbot des Kopftuchs im öffentlichen Dienst oder die Diffamierung einer islamischen Identität durch die Verfassungsschutzämter ist das falsche Signal an die Gesellschaft und haben erheblich dazu beigetragen, dieses Klima des Hasses gegen den Islam und die Muslime zu schaffen. […] Es drängt sich der Eindruck auf, daß die staatlichen Sicherheitsorgane insbesondere die Verfassungsschutzämter sich mit ihrer negativen Interpretationspraxis islamischen Handelns und Wirkens in der Gesellschaft, inzwischen auf die Bekämpfung einer selbstbewussten islamischen Identität und Stärkung von Vorurteilen gegenüber dem Islam konzentriert haben, um so ihre Daseinsberechtigung zu legitimieren. […]
Die Verantwortungsträger aus Politik und Verwaltung aber auch „Intellektuelle“ wie Ralph Giordano und Henryk M- Broder, „profilierte“ IslamkritikerInnen wie Necla Kelek und Seyran Ates und die Vertreter des „investigativen“ Journalismus und der Sensationspresse, sollten sich darüber im Klaren sein, dass dieser „Kampf“ um die öffentliche Sichtbarkeit islamischer Religiosität, schlicht stigmatisierend ist und wegen der Dämonisierung durch Gesetz und Verwaltungsapparat erst den Weg für diese Gewalt und Diskriminierung ebnet. […] Diese unheilvolle Entwicklung macht es notwendig konkrete Forderungen an die “tragenden” Institutionen der Gesellschaft zu stellen, deren Umsetzung von essentieller Bedeutung für die weitere Entwicklung und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sind:
Deutschland muss spätestens jetzt hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Es gilt nicht nur, die Hetzer zu isolieren und zu bestrafen, sondern auch nachhaltige Aufklärungsarbeit zu leisten sowie das Wissen über die moslemische Bevölkerung, ihre Kultur, ihre Religion und ihre Bräuche zu verbreiten. […]
Das Tragen des Kopftuches ist kein Zeichen der Intoleranz oder Abgrenzung, sondern Ausdruck des religiösen Bekenntnisses, mit dem die muslimischen Frauen bereit sind, sich aktiv in die Gesellschaft zu integrieren. Die steigende Zahl Kopftuch tragender muslimischer Frauen an den Hochschulen, Universitäten, im Arbeitsleben und auch im Schuldienst, belegt anschaulich, dass die Integration durch das Kopftuch nicht behindert wird. Gerade mit dem Kopftuch ermöglicht der Islam den muslimischen Frauen die Möglichkeit sich frei an gesellschaftlichem Leben, Politik, Bildung und Ausbildung, Arbeitsleben, usw. zu beteiligen.
Die Muslime haben für den geforderten Dialog ALLES getan was ihnen möglich ist. […] Sie artikulieren Ihre Forderung nach gesellschaftlicher und politischer Anerkennung als Religionsgemeinschaft und Gleichstellung mit den Kirchen, was ihnen mit arroganten und fadenscheinigen Begründungen seit über zwei Jahrzehnten in Bremen verwehrt wird. […]
Die Parteien müssen sich endlich auch in Bezug auf die Muslime und deren Integration in die Gesellschaft klar und deutlich erklären und die Belange und Forderungen der Muslime und ihrer Organisationen in ihr Parteiprogramm aufnehmen. […] Den Beziehungen zwischen Staat und Muslimen muss eine beiderseits verbindliche und rechtliche
Grundlage gegeben werden. Eine vertragliche Vereinbarung würde beiderseits Rechtssicherheit schaffen: Sicherheit über die Anerkennung einer gemeinsamen Werteordnung, Sicherheit über institutionelle Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe. Das Projekt eines Staatsvertrages zwischen Senat und Islam, mit dem Ziel der Gewährung der Körperschaftsrechte, würde zudem deutlich machen, daß die Muslime ein integraler Bestandteil der Gesellschaft sind und helfen gesellschaftliche Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenzutreten. Es kann sich zudem als Katalysator erweisen auf Gesamtlösungen gesellschaftlicher Probleme hinzuarbeiten.

UPDATE: Ein Kommentar von Eiken Bruhn in der TAZ ist gut ausgeglichen (Link).

 

Charles Krauthammer versus Tariq Ramadan – ein virtueller Streit Freitag, 2. Januar 2009

Ohne voneinander zu wissen, haben Charles Krauthammer und Tariq Ramadan heute gegensetzliche Einstellungen zum Israels Krieg gegen die Hamas mit allerletzter Deutlichkeit ausformuliert. Krauthammer wird oft als pro-israelischer Falke betrachtet, Ramadan – als ein moderater europäischer Muslim. Erst im Kontrast der beiden Texte sieht man, dass diese Klischees unwahr sind. Krauthammer spricht die manchmal bittere und traurige Wahrheit aus, um für die Gerechtigkeit zu sorgen, Ramadan versteckt dagegen den ideologischen Kampf für die Weltherrschaft des Islam hinter dem scheinheiligen Aufruf zur Gerechtigkeit.

Krauthammer (Link):

Israel is so scrupulous about civilian life that, risking the element of surprise, it contacts enemy noncombatants in advance to warn them of approaching danger. […] counting on the moral scrupulousness of Israel, Hamas figures civilian proximity might help protect at least part of its arsenal. […] knowing that Israelis have new precision weapons that may allow them to attack nonetheless, Hamas hopes that inevitable collateral damage — or, if it is really fortunate, an errant Israeli bomb — will kill large numbers of its own people for which, of course, the world will blame Israel.

For Hamas, the only thing more prized than dead Jews are dead Palestinians. […] there is equal clarity regarding the asymmetry of ends. Israel has but a single objective in Gaza — peace: the calm, open, normal relations it offered Gaza when it withdrew in 2005. Doing something never done by the Turkish, British, Egyptian and Jordanian rulers of Palestine, the Israelis gave the Palestinians their first sovereign territory ever in Gaza.

What ensued? This is not ancient history. Did the Palestinians begin building the state that is supposedly their great national aim? No. No roads, no industry, no courts, no civil society at all. The flourishing greenhouses that Israel left behind for the Palestinians were destroyed and abandoned. Instead, Gaza’s Iranian-sponsored rulers have devoted all their resources to turning it into a terror base — importing weapons, training terrorists, building tunnels with which to kidnap Israelis on the other side. And of course firing rockets unceasingly.

The grievance? It cannot be occupation, military control or settlers. They were all removed in September 2005. There’s only one grievance and Hamas is open about it. Israel’s very existence.

Nor does Hamas conceal its strategy. Provoke conflict. Wait for the inevitable civilian casualties. Bring down the world’s opprobrium on Israel. Force it into an untenable cease-fire — exactly as happened in Lebanon. Then, as in Lebanon, rearm, rebuild and mobilize for the next round. Perpetual war. Since its raison d’etre is the eradication of Israel, there are only two possible outcomes: the defeat of Hamas or the extinction of Israel.

Israel’s only response is to try to do what it failed to do after the Gaza withdrawal. The unpardonable strategic error of its architect, Ariel Sharon, was not the withdrawal itself but the failure to immediately establish a deterrence regime under which no violence would be tolerated after the removal of any and all Israeli presence — the ostensible justification for previous Palestinian attacks. Instead, Israel allowed unceasing rocket fire, implicitly acquiescing to a state of active war and indiscriminate terror.

Hamas’s rejection of an extension of its often-violated six-month cease-fire (during which the rockets never stopped, just were less frequent) gave Israel a rare opportunity to establish the norm it should have insisted upon three years ago: no rockets, no mortar fire, no kidnapping, no acts of war. As the U.S. government has officially stated: a sustainable and enduring cease-fire. If this fighting ends with anything less than that, Israel will have lost yet another war. The question is whether Israel still retains the nerve — and the moral self-assurance — to win.

Ramadan (Link):

Listening to the feelings expressed by Muslims around the world one gets a sentiment of anger and revolt mixed with a deep sense of helplessness. The current massacres are but a confirmation of the well-known: the „international community“ does not really care about the Palestinians, and it is as if the state of Israel, with the support of the US and some European countries, has imposed a state of intellectual terror. Among the presidents and kings, nobody dares to speak out; nobody is ready to say the truth. All are paralysed by fear.

While the Israeli-Palestinian conflict is sometimes perceived, and experienced, as critical to the relationship between the west and Islam, many Muslims no longer know how to react. Is it a pure political conflict? What does Islam have to do with it? Should we make it an Islamic concern to call upon the ummah?

Muslims around the world are facing three distinctive phenomena. First, in the Muslim-majority countries or in the west, they see they can expect no reaction from governments, especially from the Arab states. Theirs is the guilty silence of the accomplice, the hypocrisy, the contempt for Palestinian lives. Second, western media coverage is alarming, with the majority buying the Israeli story: two equally powerful belligerents, with the victim of aggression (Israel) acting in self-defence. What a distortion! Yet the third phenomenon is interesting: while 73% of Europeans were backing Israel in 1967, more than 67% are supporting the Palestinians today. With time, understanding and sensitivity have moved: populations are not blindly following the games and hypocritical stands of their political elites.

Considering these factors, Muslims around the world, and especially western Muslims, should clarify their position. While refusing to turn the Israeli-Palestinian war into a religious conflict, they should not deny its religious dimension, and thus formulate an explicit stand. From an Islamic viewpoint, it should be clear that their resistance is not against Jews (antisemitism is anti-Islamic); to target innocent civilians must be condemned on both sides; and the objective should be for Jews, Christians and Muslims (with people of other religions or no religion) to live together with equal rights and dignity.

The Palestinians are never going to give up; and Israel, for all its awesome firepower, has not won the conflict. Muslims around the world should be a driving force of remembrance and resistance. Not as Muslims against Israel, the west or the hypocritical Arab states, but more widely, and constructively, for justice with all (religious or not) who refuse to be brainwashed or reduced to powerless spectators. It is time to create broad alliances and synergies around clear political objectives.

If the Middle East is teaching Muslims anything, it is to stop acting in isolation and return to the universal values they share with their fellow citizens. They should realise they are in and with the majority. Demonstrations and articles are crucial but we need to go further. To launch a global movement of non-violent resistance to the violent and extremist policy of the state of Israel has become imperative. The violence inflicted, in front of us, upon a population of one and a half million humans makes our silence, our division and even our limited emotional reaction undignified, insane and inhumane. A true and dignified resistance requires commitment, patience and a long-term strategy of information, alliance and huge, non-violent democratic participation.

Bezeichnend sind hier wie dort die Auslassungen. Krauthammer spricht kaum über das Elend der Palästinenser, er sagt auch kein Wort über das zumindest problematische Verhältnis von Israelis zu ihren eigenen arabischen Mitbürgern, sein Thema ist die Hamas. Ramadan erwähnt weder die Terroristen und ihre Methoden noch die Politik der arabischen Staaten, die Palästinenser in den Flüchtlingslagern jahrzehntelang für den Kampf mit Israel züchten. Der Unterschied ist letzten Endes gravierend – Krauthammer will den Frieden, auch auf Kosten von vielen menschlichen Opfern, Ramadan will die Konsolidierung des Islam, die Rückeroberung des gesamten Nahen Ostens, die Vernichtung Israels. Krauthammer sagt klar, was er will; Ramadan verschleiert seine Gedanken.

Man kann allerdings davon ausgehen, dass Krauthammers Position viel Unterstützung findet und Ramadans Position wenig. Krauthammer unterstützt den Krieg um friedenswillen, Ramadan will den Frieden, um den Krieg vorzubereiten. Für die aggressiven und moderaten Islamisten ist Ramadans Verschleierung nicht akzeptabel. Er bedient hier das lesende Publikum Europas, das bereit ist, durch die „Guardian“-Brille die Welt zu sehen. Es wäre interessant zu erfahren, wie die normalen Muslime das sehen. Mal schauen.