Sendungsbewusstsein

Kritische Auseinandersetzung mit den Medien

Krauthammer schon wieder Freitag, 19. Juni 2009

Charles Krauthammer ist eine schillerne Persönlichkeit unter den Journalisten, er ist ein Meinungsmacher, eine wahre Thinkmachine. Ich verfolge immer  gerne seine Kolumne bei der Washington Post.

Seine neueste Kolumne ist Obama gewidmet (Link):

For all of his philosophy, the philosopher-king protests too much. Obama undoubtedly thinks he is demonstrating historical magnanimity with all these moral equivalencies and self-flagellating apologetics. On the contrary. He’s showing cheap condescension, an unseemly hunger for applause and a willingness to distort history for political effect.

Distorting history is not truth-telling but the telling of soft lies. Creating false equivalencies is not moral leadership but moral abdication. And hovering above it all, above country and history, is a sign not of transcendence but of a disturbing ambivalence toward one’s own country.

Vor einigen Tagen hat die „Jerusalem Post“ ihn interviewt, und den Text möchte ich auch empfehlen (Link):

[…] you defined Jewish music broadly as based on a sensibility rather than DNA. The lineup included the non-Jewish Dmitry Shostakovich’s so-called „Jewish finale,“ itself one of the only pieces that featured recognizably Jewish melodies. What, then, did you mean by a Jewish sensibility?

It’s music that’s either consciously or unconsciously drawn from the folk, the klezmer, the liturgical, the shtetl. Shostakovich, interestingly, absorbed that through his fellow musicians without having experienced it firsthand.

In music it would be drawn from the music of the folk. In literature it’s an interesting question, what’s a Jewish novel? Again, it has to do with whether there’s an attachment to or a feeling of or a concern with the Jewish experience and Jewish destiny, though that’s to put it very broadly and bluntly and crudely.

We’re not going to do Felix Mendelssohn. He was genetically Jewish, but he was so consciously Christian, and he tried to be European. That’s fine – he’s one of the great composers and he’s in the European canon – but he’s not particularly of interest to us simply because he happened to be genetically Jewish.

[…] In Europe I think it is that the era of Holocaust guilt is over. It was a generational phenomenon. Now that it’s over, Europe is reverting to its natural anti-Semitism – not with the virulence obviously that we saw in the early 20th century, but the norm for the 19 centuries before that – Jews as alien, Jews as troublesome, Jews as not quite trustworthy. And it’s writ large for Israel. The Jewish people have lost Europe. Israel’s lost Europe. The one place it hasn’t been lost is America, where there are tens of millions of Americans who are strongly Zionist and many other who are sympathetic. One of the things I try to do is make the case, which I find a very easy case to make, to oppose the fashionable anti-Israeli trend.

[…] How do you see the ultimate resolution?

Everyone knows what the resolution will be. It will be along the lines of the Clinton-Barak proposal in 2000 at Camp David. And I can give you the terms of the agreement on the back of an envelope right now. It will be 5 percent of the West Bank, which will involve some of the larger Israeli settlements, which Israel will take. Israel will give Palestinians equivalent territory out of Israel proper. There will be a Palestinian state, a Jewish state, and Jerusalem will be divided along the lines Ehud Barak offered, and that’s what it’s going to look like. […]

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Helge Schneider-Interview Samstag, 14. März 2009

Filed under: Medien,Musik,TV — peet @ 13:47 Uhr
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Sehr zu empfehlen: Ein Interview mit Helge Schneider in der Berliner Zeitung (Link).

 

Lob den Drogen Donnerstag, 23. Oktober 2008

Filed under: Humor,Musik,YouTube — peet @ 18:13 Uhr
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Bei der folgenden Präsentation kann man schwer sagen, ob es hier um eine Parodie oder eine unfreiwillige und um so mehr faszinierende Verballhornung des Hits von Amy Winehouse geht. Ich konnte keine weiteren Spuren vom netten älteren Herren finden, der so souverän auftritt. Ob es ein Rabbiner ist, und dazu noch leicht betrunken, wie es auf der revver-Seite angedeutet wird, kann ich auch nicht sagen. Wer mehr weiß, möge sich bitte bei mir melden.

Zum Vergleich verlinke ich auch das Original, einmal aus besseren Tagen:

und einmal ziemlich unten, das Publikum ist nicht zu vergessen:

Und zum weiteren Verständnis sei noch auf den Text hingewiesen, zum Erschaudern (Link).

 

Sonia Mikich über Madonna Samstag, 5. Juli 2008

Filed under: Deutschland,Medien — peet @ 21:32 Uhr
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In der aktuellen „Emma“ brilliert die „Monitor“-Chefin Sonia Mikich mit einem Artikel über Madonna (Link). Es gibt nur drei kleine Probleme:

Der Titel lautet

Triumph des Willens

Kommt das von der „Emma“-Chefin, der großen Verehrerin Riefenstahls und großen Kennerin der Geschichte (Link)? Oder ist diese Geschmacklosigkeit der wahrscheinlich doch politisch erfahreneren Autorin selbst zuzuschreiben?

Den letzten Satz des Artikels

Gut, dass wir sie haben

schrieb Mikich über Madonna schon vor einem Jahr in einer Schweizer Kulturzeitschrift (Link). Ist womöglich der ganze Artikel daraus kopiert worden? Könnte das jemand bitte prüfen?

Der Stil:

1978 stieg sie mit 35 Dollar in der Tasche in New York aus einem Bus, durchschnittlich begabt als Tänzerin, mit einer eher schwachbrüstigen Stimme und einem IQ von 140. Knapp 30 Jahre später beträgt ihr geschätztes Vermögen 450 Millionen Dollar. Sie ist erfolgreicher Global Player des Pop, kassiert als Multimedia-Unternehmerin und Kinderbuch-Autorin, kultiviert neuerdings einen englischen Akzent mit Cockney-Einfärbung, sammelt religiöse Versatzstücke und rettet die Kinder Malawis.
Madonna! Jedem die Seine!

Brr… Gut zu wissen…

 

Aufgeschnappt über Horowitz Dienstag, 11. Dezember 2007

Filed under: Allgemein — peet @ 23:33 Uhr
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Vladimir Horowitz war wie bekannt der Inbegriff eines Stars, ein hervorragender Pianist. In dem „New Yorker“ erzählt sein Manager (Konzertagent) Peter Gelb eine wunderschöne Geschichte aus seinen letzten Jahren mit Horowitz (Link):

 I had dinner with them once a week,” Gelb says. “Part of my duties was to talk to them and take them out. I had always called him Mr. Horowitz, but his friends called him Volodya. At one point, shortly before Horowitz died, he was in a very expansive, affectionate mood, and he said to me, ‘You know, you’re like a member of our family. I don’t think you should call me Mr. Horowitz anymore. You should call me Maestro.’ ”

 

Es gab keinen ausgeprägten Antisemitismus Samstag, 18. August 2007

Filed under: Antisemitismus,Deutschland,Medien,Musik — peet @ 11:27 Uhr
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In der „Welt“ von heute lese ich eine informative Vorstellung des neuen Buchs über die Geschichte des Berliner Philharmonischen Orchesters in der Nazizeit (Link). Wolf Lepenies sieht die Leistung des Authors Misha Aster (selbstverständlich eines Kanadiers, für deutsche Historiker ist das Thema uninteressant) wohlwollend positiv und beschließt den Artikel wie folgt:

Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus – eine aufregende Geschichte. Aufregend in dem Sinn, dass das Verhalten des weltberühmten Orchesters sich vom Verhalten der meisten Deutschen nicht unterschied. Es gab keinen Widerstand gegen das Regime – aber auch keinen Enthusiasmus für die Partei und ihre Führung. Es gab keinen ausgeprägten Antisemitismus – aber auch keinen Versuch, sich gegen den Rassenwahn aufzulehnen. Dass sich der eigene musikalische Geschmack von dem der Nazis kaum unterschied, half bei der Aufrechterhaltung eines ziemlich guten Gewissens. Die Leiden und Entbehrungen der letzten Kriegsjahre dämpften ein Schuldgefühl, das ansonsten die Kraft zum Weiterleben und zum musikalischen Wiederaufbau gemindert hätte.

Ich würde sagen, gerade hier wird es erst recht aufregend. Es gab also „keinen Enthusiasmus“ für die Nazis, das Land wurde von diesen regelrecht überfallen. Achso! Und es gab auch „keinen ausgeprägten Antisemitismus“, der wurde offensichtlich auch per Befehl eingeführt. Den letzten Satz im Zitat soll ein anderer, zum Beispiel Jaspers, kommentieren, das ist mir etwas zu metaphysisch.

 

Anna Magnani singt Donnerstag, 17. Mai 2007

Filed under: Blogging,Film,Musik — peet @ 21:26 Uhr
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Das ist eine berühmte Aufnahme, die jedoch kaum zu finden ist. Seit einigen Tagen ist sie im italienischen Mediablog von diciche zu genießen (Link). Anna Magnani tröstet verwundete und sterbende Soldaten des Ersten Weltkrieges mit dem neapolitanischen Lied „O surdato innamorato“ (1915). Meine Empfehlung – mit der älteren Aufnahme von Beniamino Gigli zu vergleichen. Wer den Film „La Sciantosa“ (1970) nicht kennt, findet zwei Worte über ihn bei imdb (Link). Der Text des Liedes ist auch zu verstehen (Link).

Im verlinkten Blog sind übrigens viele schöne Fotos und allerlei Kunst zu bewundern.